50. Jahrestag der Bundesliga-Gründung: DFB feiert seine größte Idee
Mit einem Festakt und prominenten Gästen hat der DFB am Samstag (28.07.2012) seine wohl beste Idee gefeiert: die Gründung der Bundesliga vor 50 Jahren. Es war ein Quantensprung für die Entwicklung des Fußballs in der Bundesrepublik.

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DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist stolz auf die Entwicklung der Bundesliga
"Die Männer von damals haben eine phänomenale Leistung vollbracht und einen Meilenstein gelegt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Goldsaal der Dortmunder Westhallenhallen. Die Liga habe eine "großartige Entwicklung" genommen. Durch die Ausgliederung der Profivereine 2001 in die Deutsche Fußball Liga (DFL) sei die Bundesliga noch professioneller geworden. Niersbach betonte aber auch: "Die Bundesliga ist ein Kind des DFB."
Mit Papa auf der Zusatztribüne
Am 28. Juli 1962 hatten die Delegierten des DFB-Bundestages im Goldsaal mit 103:26-Stimmen der Gründung der Bundesliga zugestimmt. Dort erinnert nun eine Plakette des Fußballverbandes an das historische Ereignis, während der DFB-Präsident mit Düsseldorfer Wurzeln in Erinnerungen an den vierten Spieltag der ersten Saison schwelgte: "Köln gegen Schalke, 2:2. Ich saß mit meinem Vater auf einer Zusatztribüne und freute mich unendlich, bei dieser faszinierenden Liga dabei zu sein." Bis heute gebe es "keine Institution in diesem Land", die Woche für Woche so viele Menschen begeistere.
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Video:
Der DFB und seine größte Idee
(03:13 Min.)
Sportschau vom 22.07.2012
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Der DFB und seine größte Idee
Einführung des Berufsfußballs

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Mit historischem "kicker"-Titel: Niersbach und Rauball (r.)
Zu dem Festakt waren auch einige prominente Zeitzeugen aufgelaufen wie zum Beispiel Otto Rehhagel, Wolfgang Overath oder Hans Tilkowski. Ligapräsident Reinhard Rauball erhielt zur Feier des Tages eine überdimensionale Ausgabe des Sportmagazins "kicker" aus dem Jahr 1962. "Das Ja zur Bundesliga! Ab August 1963!", lautete die Schlagzeile nach der Marathon-Sitzung im Dortmunder Goldsaal. Diese Entscheidung bedeutete das Ende der fünf regionalen Oberligen als höchster Spielklasse und die Einführung des Berufsfußballs.
Rauball: "Ein Gigant ist herangewachsen"
Deutschland war in dieser Frage ein Spätzünder. Nationalspieler wie Horst Szymaniak oder Helmut Haller wanderten bereits ins Ausland ab: Spanien und Italien hatten schon in den 1920er Jahren eine Profiliga eingeführt, England sogar 1888. Heute agiert die Bundesliga auf Augenhöhe. "Ein Gigant ist herangewachsen. Wenn es die Bundesliga nicht gäbe, müssten wir sie hier und heute erfinden", sagte Rauball, der als Präsident des Deutschen Meisters Borussia Dortmund ein Heimspiel hatte. "Die Liga hat heute einen Schnitt von 44.293 Zuschauern und einen Gesamtumsatz von über zwei Milliarden Euro. Das ist sensationell", bilanzierte er. Dabei vergaß er nicht, auch an die dunklen Kapitel wie den Bestechungs-Skandal 1971 oder die Manipulationen durch Schiedsrichter Robert Hoyzer zu erinnern.
Overath schoss erstes Kölner Liga-Tor

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Bundesligisten der ersten Stunde: Wolfgang Overath (l.) und Otto Rehhagel
Als "Motoren" der Bundesliga-Gründung wurden Franz Kremer, langjähriger Präsident des 1. FC Köln, und der spätere DFB-Präsident Hermann Neuberger gewürdigt. "Kremer hatte Mut, er hatte Visionen. Und Neuberger hat mit seiner ganzen Überzeugungskraft für diese Liga gekämpft", sagte Niersbach, der Zuspruch vom langjährigen FC-Spieler Overath erhielt. "Ohne Kremer hätte auch der 1. FC Köln niemals solche Zeiten erlebt. Er war ein Mann der Tat", sagte der Weltmeister von 1974, der am ersten Spieltag der Saison 1963/1964 das erste Kölner Tor erzielte.
Rehhagel juckt's noch immer
Ebenfalls schon 1963 auf dem Rasen stand Ruhrpott-Gewächs Rehhagel, damals im Trikot von Hertha BSC Berlin. "Ich war sehr ehrfürchtig, gegen die Helden meiner Kindheit zu spielen. Ich erinnere mich noch, wie Helmut Rahn, der wie ich ein Essener Junge und mein großes Idol war, in einem Spiel die Rote Karte gesehen hat. Ich habe fast geweint", sagte er - und gab zu, gerne noch einmal die Schuhe schnüren zu wollen. Alle Gäste waren sich einig: Die Gründung der Fußball-Bundesliga war der Beginn einer einzigartigen Erfolgsgeschichte.
Stand: 28.07.2012, 16.42 Uhr
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- Der DFB und seine größte Idee: Sportschau vom 22.07.2012 [sportschau.de]
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Kommentare zum Thema (3)
letzter Kommentar: 30.07.2012, 10:46 Uhr
- Hafensänger schrieb am 30.07.2012, 10:46 Uhr:
- Ja, damals ging es noch um den Sport - das hat sich in den letzten Jahrzehnten doch grundlegend geändert, leider. Es geht nur noch um den Kommerz, aber solange die Stadien weiter gefüllt sind wird sich da wohl nix ändern. Bin mal gespannt, wann die ersten Liga- oder Pokalspiele in China o.ä. stattfinden, da gibt es (laut Rummenigge) ja noch einiges zu verdienen.
- Guido schrieb am 29.07.2012, 12:07 Uhr:
- @ Heinz Faßbender: Und die Kunden der Fussballunternehmen glauben immer noch, sie wären Fans, und zahlen 70 Euro für ein T-Shirt mit REWE-Werbung......
- Heinz Faßbender schrieb am 29.07.2012, 09:20 Uhr:
- Richtigstellung: In einer Überschrift des WDR wurde behauptet: DFB feiert seine größte Idee - Richtig muss es heißen: DFB feiert sein größtes Geschäft - Wir bitten das Ideen - Geschwafel zu entschuldigen. Denn viel Geld geht an den DFB - auch durch die Zwangsabgaben an die GEZ - für Senderecht darauf. Die sportliche Aktivität wurde somit kommerzialisiert - die Auswüchse dieser Kommerzialisierung heißen heute Korrupti Joseph „Sepp“ Blatter.
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