Lkw-Fahrverbot auf Leverkusener A1-Brücke Umleitung dringend gesucht

Die Leverkusener Rheinbrücke auf der A1 ist seit Freitagnachmittag (30.11.2012) für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt - also auch für Kleintransporter: Arbeiter haben an sieben Querträgern der Brücke Risse gefunden. Wohin die 20.000 Lkw am Tag ausweichen sollen, ist immer noch unklar.

 

Die Sperrung gilt seit Freitag, 14 Uhr für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Damit sind auch Fahrzeuge wie der "Sprinter" und Wohnmobile betroffen. Das befürchtete Verkehrschaos gab es am Freitag zunächst nicht. Der Verkehr staute sich zwar im Bereich auf bis zu vier Kilometern Länge. Laut WDR-Verkehrsstudio ist das an einem Freitagnachmittag aber nichts Ungewöhnliches. "Wie die Auswirkungen wirklich sind, werden wir erst im Lauf der kommenden Woche sehen", sagte Andreas Roth vom Landesbetrieb Straßen NRW am Samstag. Die Polizei habe Kontrollstellen auf der A1 eingerichtet.

Land fordert den Neubau

Derzeit sei unklar, ob die Risse in der Rheinbrücke überhaupt noch zu reparieren sind, hieß es in einer Mitteilung des Landesverkehrsministeriums. Am Montag wollen Experten das Bauwerk nochmals eingehend untersuchen und eine Empfehlung abgeben. Eigentlich hätte die knapp 50 Jahre alte Rheinbrücke bis 2025 neu gebaut werden sollen. Die Landesregierung will sich aber beim Bund dafür einsetzen, dass dieser Termin vorgezogen wird.

Noch keine Umleitungsempfehlung

Die Stadt Leverkusen teilte mit, dass die Sperrung "mit aller Sicherheit über einen längeren Zeitraum andauern" werde. Eine empfohlene Ausweichstrecke für den Schwerverkehr gebe es noch nicht, sagte Bernhard Meier vom Verkehrsministerium. "Das braucht Zeit." Derzeit werden die Fahrer nur per elektronischer Anzeigetafel über die neue Situation informiert und aufgefordert, die Brücke weiträumig zu umfahren. Wahrscheinlich wird die Rheinbrücke in Köln-Rodenkirchen einen großen Teil des Verkehrs aufnehmen müssen. Der Kölner Autobahn-Ring ist allerdings ohnehin schon stark überlastet - auch wegen der Dauerbaustellen am Kreuz Köln-West. In Köln sorgt man sich, dass sich demnächst noch mehr Lkw durch die überfüllte Innenstadt quälen.

20.000 Lkw am Tag

Rund 20.000 Lkw überqueren täglich die Leverkusener Rheinbrücke. "Das sind zwar weniger als auf der A3, aber immer noch genug", erklärt Frank Schewe vom WDR-Verkehrsstudio. Wahrscheinlich müssten die Fahrer in den kommenden Monaten einen 30 bis 40 Kilometer langen Umweg über die A59 auf das Kreuz Düsseldorf fahren, von dort über die A46 den Rhein bei Neuss überqueren, um über die A57 wieder zum Kreuz Köln-Nord zu kommen. Das könnte schon massive Staus bedeuten. "Das wäre aber nichts im Vergleich zu der Situation, wenn die Brücke für den gesamten Verkehr gesperrt werden müsste", meint Schewe. "Das wäre wirklich eine Katastrophe."

Risse in tragenden Teilen


Rheinbrücke der Autobahn 1 bei Leverkusen
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Verboten selbst für Kleintransporter - die Leverkusener Brücke

Bei den aktuell festgestellten Schäden handelt es sich laut Verkehrsministerium um Risse. Sie tauchten an Stellen auf, wo zwei Querträger auf die Hauptträger treffen. Die Risse setzen sich bereits im Hauptträger fort. Anders als die bisherigen Risse, die in den vergangenen Monaten immer wieder repariert worden seien, sei damit eine "gravierendere Schadensstufe" erreicht.

Landesregierung fordert mehr Geld

Jetzt werde die Quittung "für eine jahrzehntelange Unterfinanzierung des Verkehrshaushalts serviert", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL), Christoph Kösters. Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) sieht den Bund in der Pflicht. NRW brauche in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro für den Erhalt der Brücken auf den Bundesfernstraßen, forderte Groschek in einer ersten Reaktion. "Der Bund kann erst bauen, wenn es eine Planung gibt", antwortete der CDU-Abgeordnete Bernhard Schemmer auf die Forderung. Die Landesregierung müsse zunächst dafür sorgen, dass diese vorangetrieben würde. Die FDP-Fraktion forderte Groschek schließlich auf, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, welche weiteren Brücken konkret gefährdet sein und saniert werden müssten.


Stand: 01.12.2012, 12.00 Uhr


Kommentare zum Thema (34)

letzter Kommentar: 04.12.2012, 10:04 Uhr

Driver schrieb am 04.12.2012, 10:04 Uhr:
@Fussgänger: Sie scheinen einen noch kleineren Horizont zu haben, als ich nach ihrem ersten Beitrag dachte. Ihre Aussagen sind der gleiche dumme Mist, den unsere Ökoplolitiker von sich geben, OHNE jemals zu wissen, wie es draussen wirklich aussieht. Der ÖPNV ist nicht in der Lage, eine 24 Stunden Abdeckung ÜBERALL zu gewährleisten. Ergo?? Nicht von jedem nutzbar. Sondern nur von Großstädtern und Menschen, die arbeitslos oder im Ruhestand sind. Zu welcher Gattung gehören sie?? Arbeitsloser Vorruheständler, mit nur wenig Geld, dass nicht für ein eigenes Auto reicht?? Ist es Neid, der sie so blind vor der Realität macht? @Reporter112: Wenn sie in der Ukraine ein Schild sehn, wo in Landessprache etwas drauf steht, wissen sie dann, was es bedeutet?? Und würden sie dann auf einmal hunderte Euros bezahlen müssen, obwohl sie nicht in der Lage gewesen wären irgendwas zu verstehn, wie würden sie sich fühlen?? Denke sie mal drüber nach und verstehn sie, was ich meine.
Fußgänger schrieb am 04.12.2012, 07:45 Uhr:
Ich bleibe dabei: Probleme mit Staus - egal aus welchen Ursachen entstanden - können immer nur daher kommen, dass es einfach viel zu viele Automobile gibt, mit denen viel zu viel gefahren wird. Das Problem "Leverkusener-Brücke-Stau" gäbe es gar nicht, führe auch nur die Hälfte der Automobilistinnen und Automobilisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, nähme die andere Hälfte morgens und abends andere Menschen aus ihrem Viertel mit, die ansonsten mit eigenem Auto fahren würden, und würde auch nur die Hälfte der Güter dort transportiert, wo sie ihngehören: Auf der Schiene und auf dem Wasser. Das alles ist "eigentlich" ganz einfach, logisch und rational nachvollziehbar. Warum tut sich trotzdem nichts? Auch ganz einfach: Weil die AutomoblistInnen gar kein rationales Verhältnis zu ihren Autos und zum Autofahren haben. Vielmehr handelt es sich in seltsamerweise immer noch steigendem Maße um eine Suchtkrankheit mit gemeingefährlichen und gemeinschädlichen Folgen für uns alle.
WDR.de schrieb am 04.12.2012, 07:32 Uhr:
Beitrag gesperrt. Bitte bleiben Sie beim Thema.
Reporter112 schrieb am 03.12.2012, 19:43 Uhr:
Ich sehe nicht Griechenland als "Verursacher" der Schäden an der Leverkusener Brücke - das sind schon wir selbst unter besonderer Berücksichtigung unserer Politiker, Investoren und Vorstände: Wir Verbraucher wollen auch im Winter alle Obst- und Gemüsesorten aus dem Süden vorfinden. Unserer Finanz-Mafia lässt z.B. Krabben zum Pulen vom Norden Deutschlands bis nach Marokko schaffen um einige Euro zu sparen. Die Politik gibt seit Jahren nur einen Bruchteil aller Kfz-Steuern für Verkehr aus, verjubelt den Rest in Form von Subventionen. Weil man in der Politik seit Jahren auch die Polizei kaputt spart, schaffen die es jetzt nicht, alle illegal über die Brücke fahrenden LKW zu stoppen. Bei 20 Euro Verwarnungsgeld ist das Risiko der Fahrer auch noch gering, nach Abzug von 8 Euro Maut für den Umweg bleiben 12 Euro als Risiko. Das Problem wäre binnen einer halben Stunde gelöst, wenn nach "Straßenverkehrsgefährdung" angezeigt und bestraft würde: z.B. 500 € und 4 Punkte. Und weg bleiben die LKW.
Herbert Kaiser schrieb am 03.12.2012, 12:21 Uhr:
Inzwischen ist bestätigt, dass trotz deutlichen Verbotes schwere LKW unbekümmert über die Brücke donnern. Aber bitte nicht aufregen, liebe PKW-Ffahrer, die LKW-Fahrer machen nur das, was von euch jeden Tag in Städten, auf Landstrasse und der Autobahn vorgeführt wird: Regeln? Doch nicht für mich. Die anderen sollen mit 60 oder 80 durch die Baustelle schleichen, ich brettere mit 120 durch. Rechts fahren sollen die anderen, ich fahre telefonierend in der Mitte. Blinken beim Spurwechsel? Mein Finger ist mit Nasebohren beschäftigt und kann den Hebel nicht betätigen. Ach, die schweren LKW auf der Brücke gefährden die anderen Verkehrsteilnehmer? Das machen diejenigen doch jeden Tag und gewohnheitsmäßig, die meinen, sie könnten selber entscheiden, welche Regeln sie einhalten. Willkommen im Egoistenland!

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