Influenza bis 2022 besiegt?: Forscher basteln am Super-Impfstoff gegen Grippe
Der Grippe-Experte Stephan Ludwig geht davon aus, dass es bis spätestens 2022 eine universell wirksame Schutzimpfung gegen die Influenza geben wird. Das sagte er anlässlich der internationalen Grippe-Konferenz, die am Sonntag (02.09.2012) an der Universität Münster begann.

-
Bild 1 vergrößern
+
Kann tödlich sein: ein Grippevirus
Ein lebenslanger Impfschutz gegen alle bekannten Grippeviren kommt nach Expertenansicht in absehbarer Zukunft auf den Markt. "In ungefähr fünf Jahren könnte ein Impfstoff gegen alle bekannten und wahrscheinlich auch alle noch unbekannten Grippe-Erreger in den Apotheken stehen", sagte der Influenza-Experte der Universität Münster, Professor Stephan Ludwig. Der 50-Jährige ist der Organisator der dreitägigen internationalen Grippe-Konferenz, die am Sonntag (02.09.2012) in Münster begann. Unter dem Motto "Getting prepared for the next outbreak" - "Sich wappnen für den nächsten Ausbruch" - treffen rund 270 Influenza-Forscher aus 24 Ländern zusammen.
Ernstfall Grippe-Epidemie
Die Wissenschaftler aus der Human- und Veterinärmedizin wollen insbesondere über Erreger sprechen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Ludwig, Leiter des Instituts für Molekulare Virologie der Uni Münster und Koordinator eines bundesweiten Forschungsnetzwerks, betonte die Bedeutung der Konferenz: "Wir müssen uns auf den Ernstfall einer globalen Grippe-Epidemie vorbereiten, weil jederzeit wieder ein neues aggressives Influenza-Virus auftauchen könnte."
Schnellzulassung schon in zwei Jahren?
Ein Super-Impfstoff muss also her. Laut Ludwig sind die Grundlagen dafür bereits entwickelt. Der Impfstoff müsse allerdings noch klinischen Tests unterzogen werden. Der Grippe-Experte rechnet dabei mit positiven Ergebnissen. "Falls es in der Zwischenzeit eine neue Pandemie geben sollte, wäre auch eine Schnellzulassung des Impfstoffes in ein bis zwei Jahren möglich", sagte er. Das Besondere der neuen Impfung sei, dass sie nicht wie die bisherigen auf einen bestimmten Grippe-Erreger zugeschnitten ist: "Stattdessen greift der Impfstoff ein bestimmtes Protein an, das sich bei allen Grippe-Erregern von der Schweinegrippe bis zur saisonalen Influenza kaum unterscheidet", so Ludwig.
Allein die wirtschaftlichen Interessen der Pharma-Industrie könnten der Serienproduktion des neuartigen Impfstoffes nach den Tests noch im Wege stehen, glaubt der Experte: "Wenn die Produktion des Impfstoffes eventuell zu teuer ist oder die Gewinne zu gering ausfallen, kann das ein großes Problem werden."
Antikörper schützen schon Mäuse
Ein internationales Forscherteam hatte in diesem Jahr bereits drei Antikörper entdeckt, die Mäuse gegen alle Typen von Influenza-B-Viren schützten. Einer dieser Antikörper machte die Tiere sogar immun gegen Influenza A und Influenza B und deckte somit beide gängigen Grippestämme ab. Bisher gingen die meisten Pandemien von Influenza-A-Viren aus. Darunter war auch die Schweinegrippe, die 2009 weltweit für Todesfälle sorgte. Einige saisonale Grippewellen werden jedoch auch von Viren des Typs Influenza B verursacht.
Das größte Schreckensszenario für die Wissenschaftler wäre, "wenn sich das tödliche Potenzial der Vogelgrippe mit der rasanten Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schweinegrippe" verbände. Eine solche Pandemie könnte ihrer Meinung nach ähnliche Auswirkungen haben wie die Asiatische Grippe, an der im Jahr 1957 Schätzungen zufolge bis zu zwei Millionen Menschen gestorben sind.
Stand: 02.09.2012, 13.25 Uhr
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 03.09.2012, 15:34 Uhr
- pepone schrieb am 03.09.2012, 15:34 Uhr:
- Ja dann wird es sicher auch die passende Pandemie dazu geben um das Zeug massenhaft abzusetzen. Die Medien werden es schon richten.
- :-) schrieb am 03.09.2012, 12:54 Uhr:
- Anonym schrieb heute, 11:33 Uhr: ,,Ich frage mich wie das in der Zukunft sein wird, wo doch menschliche Gene in Tiere transferiert werden.'' - Diese Gene werde ich der Einfachheit halber gleich mitbraten. Ich esse kein rohes Fleisch.
- intelligenter Virus schrieb am 03.09.2012, 11:41 Uhr:
- Was wird sein, wenn sich der Virus nach einigen Mutationen auf diesen Impfstoff eingestellt und entsprechend verändert hat ??!! Hilft dann nur noch Beten ? obwohl das hilft eh nicht.
- Anonym schrieb am 03.09.2012, 11:33 Uhr:
- Ich frage mich wie das in der Zukunft sein wird, wo doch menschliche Gene in Tiere transferiert werden. Die Angleichung und Übertragbarkeit der Vieren auf uns Menschen wird dann doch um ein vielfaches schneller und vielleicht auch sogar gefährlicher werden?!
- Anonym schrieb am 03.09.2012, 11:28 Uhr:
- Sollen die Hersteler ihre eigenen Impfstationen einrichten und das Zeug, das an Gesundheitsbewusste verimpft wird, mit unseren Kassen abrechnen. Es kann nicht sein, dass auf Kosten der Impfunwilligen Millionenbeträge an die Konzerne überwiesen werden, wenn im Volke wieder gar kein überwiegendes Interesse an Impfungen besteht.
Seite teilen
Über Soziale Medien