A40-Vollsperrung bei Essen "Es ist gar nicht so schlimm gekommen"

Von Robert Franz

Die erste Bewährungsprobe hat die A40-Umleitung quer durch die Essener Innenstadt bestanden. Befürchtete Staus blieben aus und die Anwohner reagieren noch gelassen. Gespannt blicken sie bereits auf die Zeit nach den Sommerferien.

Die Sanierungsarbeiten auf der Autobahn 40 in Höhe Essen Zentrum Video Sperrung der A40 zieht keine Staus nach sich (01:32 Min.) WDR aktuell vom 09.07.2012

Sperrung der A40 zieht keine Staus nach sich

Bernhardine Lakaw ist am Montagmorgen extra etwas früher in ihren "Frühstückskorb" gekommen. Doch das hätte sie sich sparen können, denn alles läuft an diesem Montagmorgen (09.07.2012) so, wie an jedem ersten Tag in den großen Ferien. Es sind weniger Kunden als vergangene Woche. Alle haben sie einen Parkplatz vor der Tür gefunden. Das war die größte Sorge der Ladenbesitzerin, als sie zum ersten Mal davon gehört hatte, dass die A40 hier über die Kurfürstenstraße in Essen umgeleitet wird. "Es ist gar nicht so schlimm gekommen", lautet ihr erstes Fazit. Trotzdem war die Sperrung in den vergangenen Wochen ein großes Thema in ihrem kleinen Laden und ist es immer noch.


Bernhardine Lakaw in ihrem Laden
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Kioskbesitzerin Bernhardine Lakaw

Informationen über Sperrungen fehlen


Eingang eines Kiosks mit einer Leuchtreklame 'Frühstückskorb'
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Weiter gute Geschäfte im Frühstückskorb

Einer von Lakaws Stammkunden, ein Taxifahrer, ärgert sich über die vielen Abbiegeverbote, die auf der Umleitungsstrecke eingerichtet wurden. "Das zahlen alles unsere Kunden", moniert er und hätte sich mehr Informationen über die innerstädtischen Sperrungen gewünscht. "Da ist jetzt so mancher Umweg nötig." Deshalb hätte sich der Taxifahrer gewünscht, dass der Verkehr weiter über die A40 gerollt wäre, auch wenn die Bauarbeiten dafür länger gedauert hätten. "Da sind die Leute doch an den Stau gewöhnt." Doch mit dieser Meinung bleibt er alleine im Frühstückskorb.

Kleine Nachbesserungen sind nötig


Goran Juko
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Bauarbeiter Goran Juko muss noch zusätzliche Absperrungen aufstellen

Auf der anderen Straßenseite halten Arbeiter einer Beschilderungsfirma mit ihrem Wagen an. Mehrere Hundert Tafeln haben sie in der vergangenen Woche aufgestellt, doch am Montagmorgen zeigt sich, dass sie an einzelnen Stellen nacharbeiten müssen. "Die Autofahrer halten sich nicht an die aufgeklebten Markierungen", erklärt Goran Juko. Nun bremst ein Absperrgitter die uneinsichtigen Fahrer aus und zwingt sie, sich an die neuen Regeln zu halten. "Sonst haben wir eine gute Arbeit gemacht", schiebt Juko nach, der sich nun auf seinen Feierabend freut. Seit Tagen hat er kaum Schlaf bekommen, weil er sich um die Beschilderung des neuen Verkehrsflusses in der Essener Innenstadt kümmern musste.

Sorge um den Lärmpegel


Kerstin Wozny
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Anwohnerin Kerstin Wozny

Die neue Verkehrsregelung an der Einmündung zur Ruhrallee hat Kerstin Wozny genau im Visier, beziehungsweise direkt vor der Tür. "Blöd ist, dass jetzt hier Umwege gefahren werden müssen", sagt die Mutter. Das Problem trifft sie sowohl als Autofahrerin also auch als Anwohnerin. Da sorgt sie sich vor allem um die Rückstaus, die sich nun bilden könnten. Noch aber gibt Wozny Entwarnung: "Der Lärmpegel hat sich bisher nicht verändert." Tatsächlich ist auf der Kurfürstenstraße immer noch das Zwitschern von Vögeln zu hören, wenn eine auf rot geschaltete Ampel den Verkehrsfluss kurz unterbricht, bevor wieder die Lkw rollen.

Regelung geht in Ordnung


Umleitungsschild mit der Aufschrift Duisburg an einer Staßenecke
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Umleitungsschild auf der Kurfürstenstraße in Essen

Die Laster sind auch Bernhardine Lakaw aufgefallen. "Das sind wohl doch mehr geworden", schätzt sie. Nach dem ruhigen Start der Mammutumleitung gehen ihre Gedanken bereits sechs Wochen weiter, zum Ferienende. Dann wird es wohl deutlich voller und lauter vor dem Frühstückskorb zugehen. Aber Lakaw bleibt realistisch. "Besser ist das schon, wenn das jetzt in drei Monaten vorbei ist."  Die radikale Sperrung findet die Zustimmung der Inhaberin. "Ich bin jetzt seit 23 Jahren hier. Da werde ich das auch noch überstehen."


Stand: 09.07.2012, 12.17 Uhr


Kommentare zum Thema (8)

letzter Kommentar: 09.07.2012, 20:28 Uhr

heinzb aus nrw schrieb am 09.07.2012, 20:28 Uhr:
Ich war heute von Oberhausen nach Essen Zentrum an der Hachestraße in Std. 09 gefahren, staufrei, schnell, super Ampelphase an der Abfahrt Essen Zentrum, sehr gute Ausschilderung, da konnte nichts schief gehen. Ein Lob an die Macher und dafür Verantwortlichen. Bleibt zu wünschen, dass das Wetter den Verantwortlichen und den Bauleuten keinen Strich durch die Planung macht.
Wassertrinker schrieb am 09.07.2012, 16:44 Uhr:
Heute, Montag, 09.07.2012 lief Alles fast problemlos. Den wirklichen, einzig wahren Test erleben die Verantwortlichen zu Schulbeginn im August. Der härteste Monat der Sperrung wird für die Pendler sicher der Monat September.
John Thermenbach schrieb am 09.07.2012, 15:31 Uhr:
Der Polizist an der Absperrung, da wo das Flatterband ist, hat gesagt, er muss mit zwei anderen Polizisten jeden Tag da stehen und Baustellentourismus unterbinden. Kann man die Leute eigentlich noch für voll nehmen?
Jan S. schrieb am 09.07.2012, 13:58 Uhr:
Wer versucht jetzt eigentlich die Feriensituation als Regelfall darzustellen? Der erste richtige Tag der Sperrung und des Verkehrs ist der 23. August. Aber bis dahin sollen die Propagandabeauftragten bestimmt eine schon jetzt definierte Meinung gebelidet haben.
Bertram Schassel schrieb am 09.07.2012, 13:58 Uhr:
Die Sperrung ist eine Katastrophe. Ich habe über anderthalb Minuten im Stau gestanden. Dazu der Querverkehr und die mangelhaften Hinweisschilder. Eine Katastrophe.

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