Einigung im Honorarstreit Ärztestreiks sind trotzdem möglich

Niedergelassene Ärzte und Krankenkassen haben sich am Dienstagabend auf einen Kompromiss im Honorarstreit geeinigt. Demnach sollen sich die Honorare um drei bis vier Prozent im kommenden Jahr erhöhen. Trotz der Einigung könnte es am Mittwoch zu den geplanten Protestaktionen der Ärzte kommen.


Ärztin hält ein Stethoskop
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Die Ärzteverbände kündigen erneute Proteste an

Nach einem achtstündigen Verhandlungsmarathon haben sich Vertreter der Ärzte und der Krankenkassen geeinigt. Der Kompromiss sieht eine Erhöhung der Honorar auf 1,15 bis 1,27 Milliarden Euro vor, sagte die Sprecherin des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Ann Marini, am Dienstagabend (09.10.2012). Wie hoch das Plus genau ausfällt, war von weiteren Details abhängig, die in den Regionen verhandelt werden sollen. Dennoch könnten viele Patienten am Mittwoch vor verschlossenen Arztpraxen stehen.

Praxen bleiben eventuell geschlossen


In NRW wollen die niedergelassenen Ärzte und auch viele Praxismitarbeiter in Dortmund, Düsseldorf, Köln, Siegburg und Solingen vor den Zweigstellen der gesetzlichen Krankenkasse demonstrieren. Vor der Einigung am Dienstagabend hieß es, dass insgesamt bundesweit 25 000 bis 30 000 Ärzte und Angestellte am Vormittag und Mittag bei den Kundgebungen vor 35 Krankenkassen-Filialen erwartet würden. Die Patienten sollten vorher bei ihrer Praxis nachfragen, ob sie geöffnet habe oder mit reduziertem Personal arbeite.


Ärztestreik
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Mediziner wollen mehr Lohn

Hintergrund für die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung mit den Krankenkassen ist die Forderung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten nach mehr Geld. Viele Mediziner werden in ihren Praxen deshalb wohl alleine ohne Mitarbeiter Dienst tun oder ganz schließen. Zu dem Aktionstag am Mittwoch aufgerufen hat die Allianz freier Ärzteverbände. deren Sprecher Dirk Heinrich sagte am Dienstagabend, dass mit dem nun gefundenen Kompromiss das Grundproblem nicht gelöst sei, wonach 30 Prozent der ärztlichen Arbeit nicht entlohnt würde.


Stand: 09.10.2012, 22.15 Uhr


Kommentare zum Thema (35)

letzter Kommentar: 10.10.2012, 10:49 Uhr

Anonym schrieb am 10.10.2012, 10:49 Uhr:
Dr. Maik Herberhold schrieb am 09.10.2012, 23:08 Uhr: Filialleiter und Handwerker haben Arbeitszeiten-und Wochenstundenzahlen von denen sie vielleicht Herr Dr. Albträume bekämen und auf der Couch lägen, v.a. wenn deren Lohn auf Stunde umgerechnet würde. Bei Juristen und Richtern bin ich mir nicht so sicher, ob sie immer so viel einnehmen wie sie verdient hätten, aber da sind sie gleichauf zu vielen Ärzten?
Dr. Maik Herberhold schrieb am 09.10.2012, 23:08 Uhr:
Als Kinder- und Jugendpsychiater sehe ich meinen Beruf wirklich als Berufung und kümmere mich ständig um kleine und große Menschen, denen es wirtschaftlich, sozial und psychisch schlecht geht. Aber soll ich mich dann schämen, wie es einige "Vorposter" andeuten, wenn ich dafür anständig bezahlt werden will? Wenn unser Gesundheitssystem nur mit selbstlosen Heiligen funktionieren soll, die keine persönlichen Wünsche -nach langjährigem Studium und als Verantwortliche eines kleinen Wirtschaftsbetriebes - haben, reduziert sich die Zahl der Ärzte sicherlich auf ein überschaubares Maß. Ob diese selbstlosen Menschen auch wirklich gute Arbeit machen, ist dann immer noch nicht gesagt. Vielleicht sollte man in Deutschland aber doch lieber hervorragend ausgebildeten Akademikern mit hoher Verantwortung ein Honorar zubilligen, wie es Handwerker, Rechtsanwälte, Richter, Filialleiter etc. selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen.
Hypo,Hype .... schrieb am 09.10.2012, 19:30 Uhr:
wenigsens ist der WDR so direkt und offen, diesen Artikel unter der Rubrik Wirtschaft zu veröffentlichen, denn dort gehört das Thema Gesundheit schon lange hin und nicht mehr unter Ratgeber oder Politik. Die GKV-Kunden werden bald weniger bedient als auf Dauer ausgenommen?Und Westpol hat den Dauerbrenner Kaffeefahrten im Programm, da sollte man schon bald andere Themen listen wie:"GKV-Patienten haben den Kaffee auf" "Kalter Kaffee für GKV-Patienten" "Keine Decken für GKV-Rheumapatienten " GKV heißt nämlich bald nur noch gesetzlicher Kostenverursacher? Befinden sich die Ärzte in einer Krise? Nein, nur in einer harmlosen Vorstufe davon, der Hypokrisie?
Das Maß ist voll! schrieb am 09.10.2012, 18:51 Uhr:
@realist: Mit einem haben Sie recht, "Das Maß ist voll"! Es muß endlich Schluß sein mit den gierigen Forderungen nach immer mehr Geld. Wir leben, gerade wenn wir es realistisch betrachten, alle deutlich über unsere Verhältnisse. Es ist auch nicht der Euro der alles teuer macht, es ist auch hier nur die banale Gier nach immer mehr Geld. Wir werden unsere Gürtel in Zukunft alle etwas enger schnallen müssen denn das Maß des "Übermaßes" ist voll. Demonstrationen und Streiks von wirklich gut verdienenden Berufsgruppen wie den Ärzten, Piloten und andere die sich für elitär halten, nach noch mehr Einkommen sind da nicht zielführend und schon gar nicht angebracht.
realist schrieb am 09.10.2012, 18:36 Uhr:
das ist der richtige weg, das maß ist voll, und es wird nur lamentiert, eigentlich sollten wir alle streiken, jeder arbeitnehmer verdient zu wenig geld, weil der euro alles teurer macht.

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