Interview mit Ulla Jelpke, MdB "Das ist unmöglich in einer Demokratie!"

Dass die Linke unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht, ist nicht neu. Jetzt wurde aber bekannt, dass er gleich ein Drittel der Linken im Bundestag im Visier hat. Ulla Jelpke aus NRW ist eine davon.

Kommentare zum Thema (76)

letzter Kommentar: 27.01.2012, 07:34 Uhr

hajo schrieb am 27.01.2012, 07:34 Uhr:
Am Mittag: wenn Sie das Erlebnis gehabt hätten, 1963 als 17jähriger Westberliner am Stacheldraht in Berlin von den "Sicherheitsorganen" der DDR entführt worden zu sein und hätten eine Nacht im Stasi-Gefängnis in Potsdam mit vielen Verhören verbracht, würden Sie die DDR nicht so glorifizieren. Mein Vergehen: ich bin auf einer Brücke über den schwach markierten weißen Grenzstrich getreten. Wenn Sie von engsten Angehörigen wissen, wie eng es in Leipzig bei den Montagsdemos an einer Katastrophe war und schwer bewaffnete NVA-Einheiten in den Nebenstraßen aufmarschiert waren, dann würden Sie kaum die DDR glorifizieren. Wenn Sie wie ich die Gelegenheit gehabt hätten, unmittelbar nach der Wende das Leuna-Werk von innen zu sehen, es war ein riesiger Schrittplatz, dann wüßten Sie, wo die von Ihnen glorifizierten DDR-Preise für Mieten, Energien, Kindergärten etc. hingeführt haben: auf den Schrottplatz der Geschichte.
Zülle schrieb am 26.01.2012, 12:47 Uhr:
Interressant wie hier einige versuchen die eigentliche Problematik zu verschleiern. Da wird verglichen was in der DDR gut war, wieviel Zeit für die Beobachtung Rechter oder Linker Parteien oder Organisationen verwendet wird usw., und Fr. Jelpe beschwert sich das sie wohl auf einer Veranstaltung auf der sie gegen den Verfassungsschutz gehetzt hat überwacht wurde. Das ist ja als wenn ein Dieb auf frischer Tat von der Polizei erwischt wird dagegen klagt das das unfair von der Polizei wäre. Entscheident ist doch nur eines bei Rechten und Linken Parteien oder Politikern: Sind sie wirklich demokratisch und uneingeschränkt für diesen Staat oder nicht, letzteres gilt leider für Fr. Jelpe und viele von ihren Parteikollegen. Das der rot-grüne WDR sowas nicht feststellt ist natürlich klar, dafür gibt es dort zuviel Sympathie für diese Leute. Da es aber Feinde unseres Staates sind genau wie das Rechte Gesindel müssen sie unbedingt beobachtet+bekämpft werden und nicht wie in NRW mitregieren.
Am Mittag schrieb am 26.01.2012, 11:33 Uhr:
Liebe/r hajo, das soll kein Vorwurf gegen Sie sein. Ich überlegte noch einmal nach und kam zu der Erkenntnis, dass heutzutage niemand besonders erfolgreich lebensertüchtigt genug wäre, wenn er nicht die Sprache der offiziellen bundesrepublikanischen Denk- und Lebensart spräche. Überlebensfähig noch in der sozialen Abhängigkeit von Hartz IV und anderen Geschenken vielleicht, aber nicht unter den neuzeiterfolgreichen Bestimmern des schlechten menschlichen Geschmacks.
Am Mittag schrieb am 26.01.2012, 11:11 Uhr:
@ hajo, wie kann ein Mensch auf den Schnaps mit Unrechtstaat kommen, wenn in dem von ihnen genannten Staat die Preise für Mieten, Energien, Preise des täglichen Bedarfs bis hin zur gemeinschaftlichen Bildung, der gemeinschaftlichen Mobilität und des Sports, Naherholung und vielerlei Angelegenheiten der deutschen Bürger mehr, über den ganzen Zeitraum der DDR stabil gehalten werden konnten. Was glauben Sie, wieviel Recht nötig ist, um das alles gewährleisten zu können - vielleicht gar kein Recht? Das alles waren keine Geschenke, dafür hatten die Ostdeutschen hart gearbeitet, sich Normen und eigenen Verpflichtungen unterstellt. Niemand wird das leugnen wollen, am allerwenigsten diejenigen, die zu den oftmals nicht sehr tief schürfenden Kritikern der DDR gehören. Ich erwarte hier auch nicht mehr als unqualifizierte Sticheleien. Es ist so leicht, sich zu den Überheblichen zu zählen, aber es ist auch nicht schwer, sich über solche Leute vor Lachen auszuschütten.
hajo schrieb am 26.01.2012, 07:40 Uhr:
Frau Jelpke, wenn Sie sich mit der gleichen Empörung über die historische Verwurzelung der Linken im Unrechtsstaat DDR äußern, sich eindeutig vom Unrechtsstaat DDR distanzieren und ein uneingeschränktes Bekenntnis zum demokratischen Staat Bundesrepublik Deutschland abgeben würden, wäre das gut. Unverständlich, wie sehr sich auch der WDR mit dem Thema befasst und wie wenig über die Historie führender Linker berichtet wird.
Günter schrieb am 25.01.2012, 21:21 Uhr:
Die NPD wäre schon längst verboten. Aber komischer Weise waren genau die NPD-Mitglieder denen Polizei und Staatsanwaltschaft als Anführer von verfassungsfeindlichen Aktivitäten ausmachen konnten alles V- Leute des Verfassungsschutz. Genau daran ist das Verbotsverfahren gegen die NPD gescheitert. An nachweisbarem verfassungsfeindliche Aktivitäten mangelte es nicht. Merkwürdiger Weise wurden gerade diese NPD- Mitglieder 1. über den Verfassungsschutz vom Steuerzahler finanziert und 2. haben genau diese NPD- Mitglieder über den Verfassungsschutz eine Immunität bekommen.
Müde :-) heute freundlich schrieb am 25.01.2012, 20:19 Uhr:
@ Eigenverantwortlicher schrieb am 24.01.2012, 14:40 Uhr: ,,...als verfassungsfeindlich einzustufen, wenn dieser in der SED war. In der DDR gab es gar nichts anderes.'' - Doch, lieber Guter, Sie schreiben nichts Verächtliches zum Thema, deshalb soll meine Freundlichkeit ähnlich zurückkommen und es ist etwas Geschichte angesagt, auch wenn alle Stammleser klug sind: In der DDR gab es 5 Parteien, die SED, die CDU, die LDPD, die NDPD und die DBD. Diese Parteien wurden Demokratischer Block genannt (Nationale Front). Mitglieder dieser Nationalen Front, also keine dieser Parteien als solche wurden für die ddr-Volkskammer gewählt; auch aus Organisationen, z. B. FDGB, DFD, der Volkssolidarität, FDJ, dem Kulturbund, usw., waren Kandidaten. Die SED, so stand fest, hatte laut Verfassung wohl die führende Rolle. Aber eines kann ich sagen, dass es zu keiner Zeit möglich war, Mitglieder anderer Parteien zu verunglimpfen und zu beleidigen, wie es heute der Normalfall ist. Das ist hässlich.
Juenei schrieb am 25.01.2012, 20:11 Uhr:
Ich vermisse die Überwachung der Mitglieder der beiden Blockparteien CDU und FDP die maßgeblich an der Politik der DDR beteiligt waren. Aber eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

zurück zum Artikel



tagesschau.de

  • Lafontaine tritt nicht für Linken-Vorsitz an

    Der frühere Linken-Chef Lafontaine ist doch nicht bereit, noch einmal für den Bundesvorsitz der Partei zu kandidieren. Er ziehe sein Angebot, "wieder bundespolitische Aufgaben zu übernehmen", zurück, erklärte Lafontaine in Berlin.

  • Interview: "Mindestens einen Minister zu wenig entlassen"

    Wird Altmaier schaffen, was Röttgen nicht gelang - Schwung in die Energiewende zu bringen? Der Grünen-Politiker Trittin ist skeptisch. Die bisherige schwarz-gelbe Bilanz sei verheerend. Verantwortlich dafür sei die ganze Regierung - allen voran Wirtschaftsminister Rösler, so Trittin gegenüber tagesschau.de.

  • Gauck entlässt Röttgen und begrüßt Altmaier

    Keine zehn Minuten hat es gedauert, dann hatte Norbert Röttgen seine Entlassungspapiere in den Händen und Peter Altmaier die Ernennungsurkunde. Bundespräsident Gauck würdigte den Geschassten: Röttgen habe früher als andere erkannt, dass es Zeit sei für die Energiewende.

  • Studie: Jede vierte Klinik zahlt "Fangprämien" für Patienten

    Schickst du mir deinen Patienten, geb ich dir Cash: Viele Ärzte kassieren Extra-Honorare beispielsweise von Kliniken, wenn sie Patienten dorthin überweisen. Laut einer Studie ist dies keine Ausnahme, sondern eine weit verbreitete Praxis. Gesundheitspolitiker reagierten empört, die Ärztekammer warnt vor Stimmungsmache.

  • Geringverdiener arbeiten fast 45 Stunden pro Woche

    Für die meisten Geringverdiener sind Überstunden an der Tagesordnung. Eine Studie des DIW ergab, dass Vollzeitkräfte im Niedriglohnsektor im Schnitt fast 45 Stunden pro Woche arbeiten. Ein Viertel schuftet sogar mindestens 50 Stunden. Trotzdem verdienen die meisten weniger als 1400 Euro im Monat.

  • Leiharbeiter erhalten in Metall- und Elektrofirmen Zuschläge

    Für Leiharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie gelten ab November neue Regeln. Ihre Bezahlung wird je nach Dauer des Einsatzes im jeweiligen Betrieb um 15 bis 50 Prozent aufgestockt. Die Einigung könnte Modellcharakter für andere Branchen haben.

  • Studie: Dramatisch hohe Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen

    Die Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist laut einer neuen UN-Studie dramatisch hoch. Es bestehe die Gefahr, dass es Europa mit einer "verlorenen" Generation zu tun bekommt - die politische Umwälzungen auslösen könnte, meint der Mitautor der Studie, Ekkehard Ernst, im Gespräch mit tagesschau.de.