CDU legt Haushaltskonzept vor Laumann und die letzten Fans der Studiengebühren

Von Martin Teigeler

Studiengebühren gibt es nur noch in zwei Bundesländern. In Niedersachsen stehen sie nach dem rot-grünen Wahlsieg vor der Abschaffung. In Bayern will selbst die CSU die Beiträge abschaffen. In NRW will die CDU die Gebühren wieder einführen, um den Landeshaushalt zu entlasten.


Karl-Josef Laumann
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CDU-Fraktionschef Laumann fordert von Rot-Grün Verzicht auf "Wahlgeschenke"

Seine Fraktion wolle zurück zu "gerechten" finanziellen Beiträgen der Studenten, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann am Dienstag (22.01.2013) in Düsseldorf. "Jeder Handwerksmeister muss seine Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen", heißt es im "Sanierungskonzept 2013-2020" der CDU-Opposition im Landtag. Demnach soll der überschuldete Landeshaushalt durch das Eintreiben von Studiengebühren jährlich um 249 Millionen Euro entlastet werden. Rot-Grün lehnt dies ab.

Studiengebühren auf dem Rückzug


Niedersachsen und Bayern sind die letzten beiden Bundesländer, in denen es noch Studiengebühren gibt. In NRW waren die umstrittenen Beiträge nach 2005 von der CDU/FDP-Landesregierung eingeführt und von der folgenden rot-grünen Minderheitsregierung mit Unterstützung der Linken umgehend gestrichen worden. Die Beiträge an den Hochschulen gelten bei Studenten als ungerecht - und als unpopulär. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der im Herbst Wahlen überstehen muss, hat sich zum Gebührengegner entwickelt. Seit Wochen betont der Landeschef, die geplante Abschaffung werde von der ganzen Partei und von der Bevölkerung "breit getragen". In Bayern war erst in der vergangenen Woche ein Volksbegehren gegen die Campus-Maut gestartet. Seehofer steht also unter Druck, wobei sein Koalitionspartner FDP an den Gebühren festhalten will.


Ein Stempel mit der Aufschrift Studiengebühr
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Soll das Studium kostenfrei sein?

Auf die Frage, warum Seehofer seine Argumente pro Gebühren nicht teile, sagte Laumann knapp: "Fragen Sie Herrn Seehofer." Seine CDU-Fraktion habe die Forderung nach einer Wiedereinführung der Gebühren jedenfalls "einstimmig" beschlossen, sagte der Fraktionschef. Während der frühere CDU-Landesvorsitzende Norbert Röttgen einem Comeback der Gebühren ablehnend gegenüberstand, argumentierte der jetzige Landeschef Armin Laschet noch vor wenigen Tagen bei Twitter: "Studiengebühren abschaffen ist unsozial. In NRW werden Tutorien gestrichen, Studienbedingungen schlechter." Gerade angesichts steigender Studentenzahlen wegen des doppelten Abiturjahrgangs 2013 sei ein Verzicht auf Gebühren falsch.

CDU will 1,5 Milliarden weniger Schulden im Etat 2013

Insgesamt will die CDU 1,5 Milliarden Euro im Haushalt 2013 einsparen. Die Christdemokraten rechnen darin allerdings über 500 Millionen Euro durch das Steuerabkommen mit der Schweiz ein. Ein Abkommen, das gerade erst im Bundesrat gescheitert ist. Im Gegensatz zur rot-grünen Landesregierung hält die größte Oppositionsfraktion nur 2 Milliarden statt 3,5 Milliarden Euro an neuen Schulden im Etat 2013 für machbar. Unter anderem will die CDU an Kita-Beiträgen festhalten und das Personalbudget schrittweise verringern. Rot-Grün solle auf "Prestigeprojekte und Wahlgeschenke verzichten", forderte Laumann. Wo genau künftig Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen sollen, blieb jedoch offen.

Koalitionsvertreter lehnten Laumanns Vorschläge ab. "Wer bei der Kinderbetreuung spart, Lehrer entlassen, das Sozialticket abschaffen und die Studiengebühren wieder einführen will, sägt an den fairen und gerechten Errungenschaften unserer Gesellschaft", sagte der Finanzexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Mehrdad Mostofizadeh. Die CDU-Sparvorschläge seien "ein Angriff auf den sozialen Frieden".


Stand: 22.01.2013, 17.45 Uhr


Kommentare zum Thema (56)

letzter Kommentar: 27.01.2013, 17:22 Uhr

(Ausge)trockne(te)r Jahrgang schrieb am 27.01.2013, 17:22 Uhr:
Mit dieser CDU gehts nur weiter bergab. So wird NRW nie richtig vertreten und das liegt nicht nur an dieser Unglaublich schlechten SPD-Grünen-Regierung sondern an der noch schlechteren Opposition. Wie wäre es mit einem echten personellen Neuanfang der CDU, aber bitte hier ist keine Rhede von "Wüst(en)" Vorschlägen! Echter Neuanfang bitte!
Anonym schrieb am 26.01.2013, 17:40 Uhr:
Die CDU-Politiker Laumann und Laschet sind seriöse Politiker mit ausgewogenen politischen Konzepten. Kirchen und Glauben möchte ich ganz aus der Politik heraushalten. Bewußt habe ich keine Konfession. Ich wünsche mir eine ausgewogene, ideologiefreie Politik für moderne Menschen. Bleibt nur zu hoffen, dass CDU/FDP sämtliche Kurven kriegen, endlich diesen Personalkrimskrams beenden und Programme und Inhalte bieten. Rot/Grün werde ich nie mehr wieder wählen - substanzlos sowie Wasser predigen und selbst Wein trinken - H4, Rente mit 67 u.a., aber Diätenerhöhung im NRW-Landtag - nur FDP und Linke haben dagegen gestimmt.
Anonym schrieb am 26.01.2013, 10:18 Uhr:
Also mit Laumann und Laschet gibt es keine Renaissance der NRW-CDU, weder in Düsseldorf noch Berlin. Nur noch Kirchturmpolitik zu betreiben läuft demnächst auch in Bayern ab. Christlich heißt, alle ins Boot zu nehmen und vollständig nach Normen zu behandeln und eben nicht viele an der Pforte zum auskömmlichen Leben abzuweisen. Katholisch zu sein heißt heute nicht unbedingt mehr, die Norm zu treffen? Man kann der CDU nur empfehlen sich besserer Personal zu suchen, da hätten sie mal selbst mit einem Röttgen in Berlin besser ausgesehen
@ @@Anonym 14:49 Uhr schrieb am 24.01.2013, 23:06 Uhr:
Sie brauchen also keine Lehrer und Sozialarbeiter, die ihnen eintrichtern, was sie essen dürfen. Dann erzählen sie mir doch mal was man bei ROT/GRÜN essen darf und was nicht.
@@Anonym 14:49 Uhr: schrieb am 24.01.2013, 21:22 Uhr:
Ich weiss schon genau, warum ich immer taktisch CDU, FDP oder auch demnächst Piraten wähle - alles was Rot/Grün Stimmen nimmt ist gut! Weil ich Rot/Grün nicht mag - der ganze Stil gefällt mir nicht. Das ist keine Politik für freiheitsliebende Indivudualisten - alles viel zu zwanghaft und besserwisserisch. Ich brauche keine Lehrer und Sozialarbeiter, die mir eintrichtern, was ich essen darf und was ich gefälligst gut finden muss. Ich finde, dass die NRW-Piraten gute parlamentarische Arbeit leisten, deren Homepage ist die interessanteste und informativste.

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