"Pro Hindenburgplatz" unterliegt: Münster bleibt beim Schlossplatz
Der Name Hindenburg kehrt nicht auf Münsters Straßenschilder zurück. Beim Bürgerentscheid stimmten am Sonntag 59,4 Prozent der Wähler gegen eine erneute Umbenennung des größten Platzes in der Stadt. 40,6 Prozent waren für den alten Namen "Hindenburgplatz".

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Der Schlossplatz bleibt
Die Wahlbeteiligung lag bei 40,3 Prozent. Die Bürgerinitiative "Pro Hindenburgplatz", die die Umbenennung von Schloss- in Hindenburgplatz geforderte hatte, erklärte, dass sie das Abstimmungsergebnis akzeptieren werde. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe von der CDU zeigte sich über das Ergebnis des Bürgerentscheides erleichtert. Münster sei seine weltoffene Stadt. "Das Wichtigste ist: Der Schlossplatz bleibt Schlossplatz", so Lewe weiter. Diese Klarstellung sei wichtig gewesen. Lewe hatte große Sorge, dass im Falle einer Umbenennung des Schlossplatzes in Hindenburgplatz Rechtsextreme den Ort als Aufmarschplatz für sich entdecken könnten.
Umbenennung nach 85 Jahren
Für "Schlossplatz" stimmten nach Angaben der Stadt 56.717 Bürger, 38.801 Wahlberechtigte wollten die frühere Bezeichnung "Hindenburgplatz" zurück. Der Platz vor dem Schloss hieß 85 Jahre lang "Hindenburgplatz". Im März beschloss der Stadtrat die Umbenennung in "Schlossplatz". Der Weltkriegsgeneral sei ein Gegner der Weimarer Republik gewesen, hatte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) gesagt. "Deshalb verdient Hindenburg in unserer Stadt nicht mehr die Ehre eines Straßennamens." Hindenburg hatte im Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.
Gegen den Ratsbeschluss hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet und den Bürgerentscheid durchgesetzt. Der Name "Hindenburgplatz" sei ein "vertrautes Stück Münster" betonten die Gegner der Umbenennung. "Wir möchten Erinnerungskultur bewahren, statt die Geschichte einfach auszulöschen", hatten sie argumentiert.
Zunächst verhaltenes Interesse bei den Wahlbeteiligten

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Oberbürgermeister Markus Lewe
Der Bürgerentscheid hatte verhalten begonnen. Bis zum Sonntagmittag hätten rund zehn Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme in den Wahllokalen abgegeben, sagte der Leiter des städtischen Wahlamtes, Martin Gudorf. Bei der Landtagswahl im Mai sei zum gleichen Zeitpunkt um 12.00 Uhr die Wahlbeteiligung doppelt so hoch gewesen. Etwa 40.000 Wahlberechtigte haben nach Angaben des Wahlamtes ihre Stimme aber bereits per Briefwahl abgegeben.
Stand: 16.09.2012, 20.52 Uhr
Kommentare zum Thema (54)
letzter Kommentar: 20.09.2012, 09:23 Uhr
- WDR.de schrieb am 20.09.2012, 09:23 Uhr:
- Posting wurde entfernt, weil es gegen unsere Kommentarregeln verstößt
- Maik schrieb am 19.09.2012, 02:12 Uhr:
- Vorsicht Kollege Denkmal: Nationalstolz heißt in unserer Gesellschaft sofort schon wieder Rechtsextremismus. Nationales Gedankengut scheint etwas zu sein, was man nicht mehr haben darf als Deutscher. Stattdessen müssen wir Multi-Kulti-Denken, obwohl selbst die Migranten, die hier arbeiten und Steuern zahlen, vom Verhalten ihrer Landsleute, oder anderer Migranten, mehr als angewidert sind. Nichts gegen Migranten die auch arbeiten, aber man muss nich jeden durchfüttern, nur weil er keine Lust hat, was zu tun. Und dieses Theater mit dem Platz ist und bleibt ein Armutszeugnis, dass unsere Geschichte scheinbar nur und ausschließlich ins negative Licht gerückt werden soll.
- Denkaml schrieb am 18.09.2012, 21:04 Uhr:
- Soweit ist es schon das wir unsere Deutschen Eliten von einst als Verbrecher hin stellen. Das ist mehr wie Traurig! Ein Mann der Deutschland in einer seiner Schweren Stunden gerettet hat in dem Jahre 1914. Die Schlacht bei Tannenberg und zu recht den Beinamen „Der Befreier des Ostens erhalten hat“! Das sollte jeder wissen! Aber leider ist das alles vergessen so scheint es! Dies ist nicht nur eine Beleidigung an Paul von Hindenburg sondern auch an jene Tapferen Soldaten die mit ihm für ihr Deutschland Gekämpft haben und alles gegeben haben!!! Ein Held für jeden der nur ein bisschen Nationalstolz hat! Das sind die gründe warum man den Platz nach Hindenburg ernannt hat! Da war Hitler noch nicht an der macht! Aber heutzutage beginnt die Deutsche Geschichte in dem Jahr 1933. Da darf man anscheinend nichts anderes erwarten.
- Das Zentralorgan schrieb am 18.09.2012, 05:49 Uhr:
- @ Anonymous: Das Problem liegt an der Korrumpierbarkeit und/oder der aggressiven Dummheit unserer heutigen "zivilcouragierten" Politiker, die auch 70 Jahre spaeter gerne als "Helden nach Ladenschluss" ihr demokratisches Muetchen im "Kampf gegen das NS-Regime" kuehlen wollen und dabei vielleicht auch noch darauf hoffen, dass sie mit ihrer Wadenbeisserei praktischerweise zusaetzlich von ihren eigenen menschlichen wie politischen Defiziten ablenken koennen. Das wird ihnen aber nicht mehr gelingen, weil der Karren schon zu tief im Dreck steckt. @ otto: Warum fragst Du was ich an "unserer" (Deiner?) Demokratie auszusetzen habe? Muss Dir der Verrat der BRD-Demokraten erst mit dem Arsch ins Gesicht springen? Danke fuer das ueberaus freundliche Auswanderungsangebot aber mir ist ein souveraener Volksstaat des Deutschen Volkes nun mal am liebsten, und den kann es eben nur in Mitteleuropa geben.
- bitte Besinnung auf die aufklärerischen Werte der 68er schrieb am 18.09.2012, 00:17 Uhr:
- Mit dem Ausgang der Abstimmung können die Münsteraner, wie auch alle Bürger in unserem Land zufrieden sein. Meiner Ansicht nach ist es aber doch beängstigend, was es einerseits für rechtskonservatives nationalistisches Lager gibt, und zudem einen Gutteil an Ignoranten und einfältigen Zeitgenossen, die eigentlich nichts wissen. Ich frage mich, was in so mancher Schule gelehrt wurde, wenn so ein reaktionäre und dem Faschismus nahe stehende Figur wie Hindenburg auch noch als "umstritten" hingestellt wird. Das alles rechne ich einer vollkommen fehlgeleitete Bildungspolitik der Berliner Republik an, als auch den so genannten "Eliten". Mit Geschichtspolitik soll der Sprung vor 1933 getätigt werden, in der Meinung, so könne man wieder am "guten Patriotismus" und ähnlichem Unsinn anknüpfen. Die Menschen in unserem Land müssen erst einmal erkennen, das wir zurückgefallen sind in eine verschrobene piefige Zeit, mit einen grauenhaften Muff von Nationalismus.
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