Reaktionen auf Steinbrücks Nominierung: "Ab jetzt sind wir im Wahlkampf"
Eigentlich sollte er nur Gast sein beim Parteitag der NRW-SPD am Samstag (29.09.2012). Jetzt wird Peer Steinbrück eine Rede halten - seine erste als Kanzlerkandidat. Für Hannelore Kraft ist das nur folgerichtig: "Mit ihm wird die SPD die Wahl gewinnen."
Die Entscheidung für Steinbrück sei nach enger Abstimmung in der Parteispitze gefallen, sagte Parteivize Hannelore Kraft am Freitag in Düsseldorf. Zwar habe die Entscheidung ursprünglich später fallen sollen, "doch manchmal geht es schneller, als man denkt". Ab jetzt sei die SPD im Wahlkampf. Die NRW-Ministerpräsidentin setzt dabei "auf Sieg". Steinbrück sei der richtige Kanzlerkandidat, er können kämpfen und habe als Finanzminister in der Finanzkrise bewiesen, dass er auch zu führen verstehe. Außerdem sei er weit in das bürgerliche Lager hinein beliebt. "Er handelt und sitzt die Probleme nicht aus, wie Frau Merkel das tut", meint Kraft.
Der erste große Auftritt als Kanzlerkandidat
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Gleich am Samstag (29.09.2012), beim Parteitag der NRW-SPD in Münster, wird Steinbrück Gelegenheit haben, seine erste Bewerbungsrede als Kanzlerkandidat zu halten. Der zuvor nur mäßig interessante Parteitag, bei dem als größter Aufreger der Streit um das Nichtraucherschutzgesetz gegolten hatte, wird dadurch wohl zu einem deutschlandweit beachteten Event werden. Die Organisatoren haben bereits die Parteitagsstrategie umgeworfen. Steinbrück, ursprünglich nur als Gast vorgesehen, wird gleich nach Hannelore Kraft sprechen - und der Ministerpräsidentin ziemlich sicher die Show stehlen. Denn eigentlich war Krafts Wiederwahl zur Vorsitzenden des Landesverbandes als Höhepunkt des Parteitages vorgesehen.
"Ein schlagbarer Gegner"
Die Reaktionen auf Steinbrücks Kandidatur fallen außerhalb der SPD verhalten aus. Sven Lehmann, Parteichef der NRW-Grünen, twittert: "Das lässt viel Raum für die Grünen." Sven Volmering, Landesvorsitzender der Jungen Union, meint: "Ein schlagbarer Gegner - das hat die CDU in NRW 2005 bewiesen." Damals gewann Jürgen Rüttgers die Landtagswahl gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Peer Steinbrück. Und daran erinnert sich natürlich auch Karl-Josef Laumann, der damals Arbeitsminister wurde und heute CDU-Fraktionschef im Landtag ist. "Steinbrücks Name ist untrennbar mit der Wahlniederlage der SPD in Nordrhein-Westfalen verbunden", teilte er am Freitag mit. "Wie daraus nun ein Hoffnungsträger für die SPD werden soll, bleibt mir schleierhaft."
Etwas frecher formuliert NRW-FDP-Generalsekretär Marco Buschmann: "Auch ein Kanzlerkandidat Steinbrück im Schaufenster täuscht nicht darüber hinweg, dass die SPD ein inhaltlicher Gemischtwarenladen aus Steuererhöhungen, mehr Umverteilung und einer europäischen Schuldenunion ist." Die Piraten in NRW schließlich nennen Steinbrück einen "gescheiterten Provinzpolitiker", der als Finanzminister maßlos überschätzt worden sei. "Seine Kandidatur ist Ausdruck einer Köpfe-Politik und zeigt den Verfall der innerparteilichen Willensbildung in der SPD", heißt es aus der Partei.
Stand: 28.09.2012, 18.20 Uhr
Kommentare zum Thema (49)
letzter Kommentar: 30.09.2012, 10:44 Uhr
- Hope for Germany schrieb am 30.09.2012, 10:44 Uhr:
- Die starke Hoffnung, ja der Wunsch geht dahin, dass Peer Steinbrück nicht zu der "Hannover-Connection" des Herrn Maschmeier gehört (hat). Das wäre sehr schade! Ansonsten: GLÜCK AUF!!!
- @Morgenkinderwirdswasgeben schrieb am 29.09.2012, 16:18 Uhr:
- Sie wissen schon das es für schwarz/gelb jedenfalls nicht langen wird.
- Morgenkinderwirdswasgeben schrieb am 29.09.2012, 11:21 Uhr:
- Uahahahaha! Steinbrück, na ja - der hat wahrscheinlich politisch nicht so viel Mist gebaut wie die anderen beiden SPD Kandidaten... aber gegen Merkel hat er kaum eine Chance. Leider...
- Westfalia schrieb am 29.09.2012, 10:17 Uhr:
- Mit diesem Kandidat verliert SPD wieder... Aber schade... Mit Steinmeier oder Beck es wäre klappen vielleicht, aber mit Steinbrück - nie...
- Mehmet Ö. schrieb am 29.09.2012, 09:05 Uhr:
- Ich sein auch für Steinbrück,er wird mehr für Harz 4 machen.
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