Fragen und Antworten zu Spielkasinos: Rheinisches Glücksspiel
SPD und Grüne wollen ein fünftes Spielkasino in NRW, im Gespräch sind die Standorte Köln und Düsseldorf. WDR.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema: Wie ist der Stand der Dinge? Wie viel fließt von den Spielgewinnen ans Land? Welchen Gewinn dürfen Spieler erwarten?

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Eine drehende Roulettescheibe
Wie ist der Stand der Dinge?
Am Donnerstag (25.10.2012) hat der Hauptausschuss des Landtages auf Antrag von SPD und Grünen beschlossen, dem Landtag eine Änderung des Spielbankengesetztes vorzulegen. Dort ist bislang die Anzahl der Spielbanken in NRW auf vier begrenzt, eine fünfte soll hinzukommen. Ein Zustimmung im Landtag, in dem SPD und Grüne eine Mehrheit haben, gilt als sicher. Der konkrete Standort war nicht Thema im Hauptausschuss, so eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Laut Medienberichten haben sowohl Düsseldorf als auch Köln Interesse angemeldet. Laut dem Kölner Landtagsabgeordneten Martin Börschel (SPD) habe seine Stadt "gute Karten" den Zuschlag zu bekommen. Die Entscheidung, wer am Ende das Kasino bekommt, wird das Kabinett fällen und zwar auf der Grundlage eines Vorschlags aus dem Innenministerium.
Hier finden Sie den Beitrag aus der Aktuellen Stunde
Wo gibt es in NRW Spielkasinos?
Zurzeit gibt es vier staatlich konzessionierte Kasinos in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund-Hohensyburg und Duisburg. Wegen der rückläufigen Besucherzahlen war zeitweise eine Schließung des Spielkasinos in Aachen im Gespräch. Die Aufstockung der Standorte spricht für einen Erhalt der Aachener Spielstätte.
Wer betreibt die Spielkasinos?
Verantwortlich für die Spielstätten ist die Westdeutsche Spielbanken GmbH und Co KG, kurz Westspiel. Sie gehört über die NRW Bank dem Land Nordrhein-Westfalen. Neben den Standorten in NRW betreibt Westspiel noch Spielbanken in Berlin, Bremen, Bremerhaven und der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt.
Wohin fließen die Gewinne?

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Das Spielkasino in Aachen
Von den Bruttogewinnen müssen die Spielbanken Geld an die öffentliche Hand abführen. Das Spielbankgesetz schreibt vor, dass 50 Prozent der Bruttoerträge an das Land gehen, abzüglich eines Freibetrags in Höhe von einer Million Euro je Standort. Dieses Geld geht im vollen Umfang in die gemeinnützige "Stiftung Wohlfahrtspflege NRW". Über die Spielbankabgabe und Wetteinnahmen erhielt die Stiftung nach eigenen Angaben 2011 eine Summe von 25,6 Millionen Euro.
Warum sind Spielkasinos im öffentlichen Interesse?
Die gesetzliche Grundlage der Spielstätten ist der Glücksspielstaatsvertrag, der gerade neu verhandelt wird. Er will die "Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung schaffen" und "den natürlichen Spieltrieb der Bevölkerung in geordnete und überwachte Bahnen" lenken. Zudem soll die mit Glücksspielen verbundene Kriminalität verhindert werden. Da die Gewinne aus Glücksspielen steuerfrei sind, werden nicht-staatliche Spielstätten auch für die Geldwäsche genutzt.
Was machen Spielkasinos gegen die Spielsucht?
Die Spielkasinos sollen das Glücksspiel der Bevölkerung kanalisieren. Nach Angaben der Betreiberin achtet man in den staatlichen Spielstätten auf die Suchtkontrolle und bietet Hilfe an, unter anderem durch geschultes Personal. Zudem gibt es auf den Seiten von Westspiel einen Selbsttest für Spieler. Fragen wie "Wollen Sie einen Spielverlust so schnell wie möglich zurückgewinnen?" oder "Haben Sie schon öfter ihr letztes Geld verspielt?" sollen bei der Einschätzung helfen, ob man süchtig ist. Auch eine App wird angeboten, die Spielern per Smartphone die Kontrolle über ihr Spielverhalten ermöglicht. Liegt eine Sucht vor, kann der Spieler für sich eine Selbstsperre beantragen, damit er nicht mehr ins Kasino gelassen wird. Auch eine Fremdsperre kann durch Dritte beantragt werden. Am Eingang zu den Spielbereichen finden Ausweiskontrollen statt.
Welchen Gewinn dürfen Spieler erwarten?
Gar keinen, so Westspiel. Auf seinen Internetseiten schreibt das Unternehmen: "Das Glücksspiel bietet Chancen und Risiken. Egal wie viel Vergnügen es bereitet, eines darf man vom Glückspiel nicht erwarten: Gewinn!" Will sagen, ob nun in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund, Duisburg oder demnächst auch in Köln oder Düsseldorf – man sollte in den Kasinos nur den Spielspaß suchen und nicht die Lösung für Geldprobleme.
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Video:
Die Kugel soll bald auch an einem fünften Standort rollen
(00:47 Min.)
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WDR aktuell vom 26.10.2012
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Die Kugel soll bald auch an einem fünften Standort rollen
Stand: 26.10.2012, 15.30 Uhr
Kommentare zum Thema (20)
letzter Kommentar: 30.10.2012, 17:27 Uhr
- Ehrenfelder schrieb am 30.10.2012, 17:27 Uhr:
- neutral@, helfen sie mir, wer waren noch die roten SPD socken, die seinerzeit mit Trienekens den großen Kölner Abfalldeal gemacht haben? Es waren mehrere Kölner SPD Größen, die wegen ihres korrupten Verhaltens verurteilt wurden. Nur der Name Hüter ist mir noch geläufig.
- neutral schrieb am 30.10.2012, 16:35 Uhr:
- Kann es sein das ihre hetze gegen Schwarz /Rot aus der Feder von Schwarz/Gelb kommt,sie brauchen nur nach Köln schauen,dort hat die CDU viel Geld im Kölschen klüngel verloren,immer auf dem Teppich bleiben.
- das Auge schrieb am 30.10.2012, 16:31 Uhr:
- Schaut den Stadtfürsten auf die Finger,damit sie nicht wieder das Kleingeld der Stadtkasse verzocken,sonst kommt die Pleite früher als ihr denkt,die Zeche zahlt der Bürger.
- Andreas Roloczeck schrieb am 30.10.2012, 05:56 Uhr:
- Hoffentlich kommt das neue Casino nach Düsseldorf. Ich bin leidenschaftlicher Spieler, wohne in D´dorf und brauchte dann nicht drei bis viermal in der Woche nach Dortmund zur Spielbank Hohensyburg fahren.
- Politik setzt auf Schwarz-Rot! schrieb am 28.10.2012, 10:01 Uhr:
- Wenn einer erfahren ist im politischen Glücksspiel dann SPD-Grüne, wobei anzumerken sei, dass es äußerst schwer war und ist die CDU/FDP aber v.a die CSU dabei zu schlagen, aber die Rot-Grünen strengen sich wenigstens beim Spiel an. Wenn sie das mal bei Arbeit, GKV und Renten machten, ginge es dem Lande besser und man müsste nicht die Wüsten Nevadas in Fata Morganas im Rhein-und Ruhrland spiegeln. Las Vegas-Hannis und Nannis erinnert irgendwie an Merkäuble-Eurolotterie. Verlottert die Politik? Nein, das geht nicht mehr....? Jedenfalls ist die "Große Koalition" ein Glücksrad mit einer Null für die Bürger dabei, mit der die Parteien alles Gewinnen und Bürger souverän verlieren?
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