SPD-Wettstreit in Herne entschieden Genossen wählen Michelle Müntefering

Michelle Müntefering, Ehefrau von Ex-SPD-Chef Franz Müntefering, hat am Dienstagabend (11.09.2012) die erste Hürde auf ihrem Weg in den Bundestag erfolgreich hinter sich gebracht. Die 32-Jährige setzte sich auf dem SPD-Unterbezirksparteitag in Herne mit großem Vorsprung gegen zwei Mitbewerber durch.


Der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und seine Frau Michelle
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Allen Grund zur Freude: Michelle und Franz Müntefering

Mit deutlicher Mehrheit stimmte der SPD-Unterbezirksparteitag in Herne am Dienstagabend für die 32-jährige Journalistin. Für die Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering stimmten 85 Delegierte. Die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand kam auf 53 Stimmen, der Chefredakteur der Parteizeitung "Vorwärts", Uwe Knüpfer, erreichte 18 Stimmen. Knüpfer zog am Mittwochmorgen sofort die Konsequenz: "Ich habe Michelle per Telefon mitgeteilt, dass das Ergebnis zu deutlich ist und ich nicht mehr antrete."

79 Stimmen hätten Michelle Müntefering im ersten Wahlgang gereicht. Für den Wahlkreis 141 Herne/Bochum II soll sie im kommenden Jahr um einen Platz im Bundestag kämpfen."Ich bin nicht als Sozialdemokratin geboren, aber ich bin es durch eigenes Suchen und Finden geworden. Soziale Gerechtigkeit ist die zentrale Idee, für die ich im Inneren brenne", hatte Müntefering im Vorfeld der Abstimmung gesagt. Ihr Ehemann Franz Müntefering, der beim Unterbezirksparteitag ebenfalls anwesend war, hatte sich vor der entscheidenden Wahl zumindest nach außen hin gelassen gezeigt: "Das habe ich schon zu oft mitgemacht, um nervös zu werden."

Erfüllt sich Peer Steinbrücks Prophezeiung?

Die endgültige Entscheidung fällt am 18. September bei einer Wahlkreiskonferenz. Dann stimmen auch Delegierte aus Bochum ab. Die Entscheidung in Herne am Dienstagabend gilt jedoch als Vorentscheidung, da die Herner Delegierten bei der Wahlkreiskonferenz eine Zwei-Drittel-Mehrheit haben. Die Direktkandidatur in dem Wahlkreis war bei den vergangenen Wahlen stets ein sicheres Sprungbrett in den Bundestag. Dass ein Abgeordnetenmandat nicht die höchste Stufe auf der politischen Karriereleiter sien muss, davon war der Ex-Ministerpräsident Peer Steinbrück schon früh überzeugt. "In zehn Jahren ist Michelle Landesvorsitzende", hatte Steinbrück im Jahr 2005 orakelt. Drei Jahre bleiben ihr noch Zeit, um diese Prophezeiung in die Tat umzusetzen.


Stand: 11.09.2012, 19.46 Uhr


Kommentare zum Thema (32)

letzter Kommentar: 14.09.2012, 05:49 Uhr

Das Zentralorgan schrieb am 14.09.2012, 05:49 Uhr:
@ den alten Steuerzahler: Alles was sie tun muss, ist, sich "gegen Rechts" und fuer "Tolerie und Demokranz" in "Stellung" zu bringen (und dabei gut ausschauen). Und schon fliesst die staatliche Alimentierung. Ahnung oder gar Fachwissen gilt in diesen Entscheidungstraegerkreisen eher als hinderlich, wenn nicht gar "gefaehrlich". Wenigstens sieht sie besser aus als Kuenast, Roth und die ganzen anderen Doppelnamen-Gewitterhexen.
Köpfchen oder Kröpfchen? schrieb am 13.09.2012, 13:34 Uhr:
Das Leihschwein schrieb heute, 12:56 Uhr: Wenn sie Frau Nahles verdrängen könnte, wäre es wohl eine sinnvolle und SPDförderliche Maßnahme, aber wer entfernt denn dann endlich Gabriel, Steinmeier und Steinbrück, etwa Frau Schröder-Köpf?
Das Leihschwein schrieb am 13.09.2012, 12:56 Uhr:
Gabi 60: Natürlich geht es auch um die Ersparnisse, Häuschen usw. usw. Frau Müntefering sollte sich als Altenpflegerin/Krankenschwester bewerben, das wären Fähigkeiten die sie in Zukunft benötigen wird. Sie kann sich bei Frau Lötzsch von den LINKEN erkundigen, die ehelichte einen 30 Jahre älteren Ehemann der nun ein Pflegefall ist und trat von allen Führungsposition zurück. Welche Personen SPD Mitglieder als Abgeordnete für den Bundestag wählen ist eine Sache, was der Wähler wählt ein ganz andere. Möglich das Herr Müntefering seine Ehefrau als Alternative zu Frau Nahles etablieren will, hat mit ihr noch eine Rechung offen, waren nicht gerade die besten Freunde in der Partei.
Der Westfale schrieb am 13.09.2012, 12:03 Uhr:
Vetternwirtschaft auf Sozialdemokratisch.
Casimir schrieb am 13.09.2012, 00:35 Uhr:
"Soziale Gerechtigkeit ist die zentrale Idee, für die ich im Inneren brenne", sagt Frau Müntefering. Wie soll denn diese Idee von sozialer Gerechtigkeit aussehen? Etwa so, wie es sich ihr Mann vorstellt oder noch schlimmer, so, wie es den Vorstellungen von Herrn Steinbrück entspricht? Solange dies nicht klar ist, sollte diese Dame nicht wählbar sein.

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