Westpol - Ihre Meinung Einkaufen auch am Sonntag?

Bäcker, Kioske und Blumenläden dürfen öffnen - ansonsten bleiben die Läden sonntags geschlossen. Auf Trödelmärkten entwickelt sich nun ein Trend, auch Neuware anzubieten. Da drängt sich die Frage auf: Sollten die Geschäfte nicht generell sonntags offen haben?


Trödelmärkte gehören zum Sonntag wie der Tatort und der Kirchgang. In letzter Zeit findet man auf den Klapptischen der Händler aber nicht nur das Meissner Porzellan vom Dachboden und den Schmöker aus dem Antiquariat, sondern auch Rasierklingen, Kopfhörer und Unterwäsche - alles Neuware. Rot-Grün schmeckt das gar nicht. Eine der ersten Amtshandlungen der NRW-Regierung nach ihrer Wiederwahl im Mai 2012 war die Stärkung der Sonntagsruhe durch eine Änderung des Ladenöffnungsgesetzes.

Unterlaufen die Trödler geltendes Recht? Oder bedienen sie nur einen vorhandenen Markt? Und vor allem: Ist das Verkaufsverbot am Sonntag wirklich noch zeitgemäß? Diskutieren Sie mit uns!


Stand: 22.03.2013, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (127)

letzter Kommentar: 25.03.2013, 15.38 Uhr

Uschi schrieb am 25.03.2013, 15.38 Uhr:
Arbeiten müssen an Sonn- und Feiertagen finde ich nur in den Bereichen der Daseinsvorsorge und Sicherheit der Bürger überhaupt angemessen und gerechtfertigt und sollte entsprechend entlohnt werden. Das genau findet im Handel aber in großen Teilen nicht statt. 75% der Beschäftigten dort sind Frauen, die auch oft in der Woche schon mit wirklich familienfeindlichen Arbeitszeiten (bis 22 oder sogar 24 Uhr) konfrontiert sind. 22% der Einzelhandelsbeschäftigten verdienen weniger als 8,50 € und knapp 300.000 weniger als 5,00 € die Stunde. Mehr Umsatz machen und den Binnenmarkt ankurbeln kann man nur, wenn von (allen) Unternehmen auch menschenwürdige und auskömmliche Löhne und Gehälter bezahlt werden. Wer glaubt das Sonntagsöffnungen den stationären Einzelhandel weiter bringen, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten. Verkaufsoffene Sonntage wirken genau wie Flächenerweiterungen und Einzelhandelsfläche haben wir in der BRD pro Kopf mehr als in den USA.
Giesela schrieb am 25.03.2013, 15.18 Uhr:
Was für eine Aufregung! Ich selber bin Händlerin auf Trödelmärkten.Wenn ich Ware für diese Märkte einkaufe brauche ich dazu einen Gewerbeschein und zahle außerdem auch meine Mehrwehrt- wie Umsatzsteuer.Viele meiner Mithändler geht es ebenso.Wie in jeder Brange gibt es gute wie schlechte Schafe. Auch auf diesen Märkte gibt es Menschen die somit ehrlich ihren Lebensunterhalt verdienen. Herr Paschmann- wie aus dem Beitrag hat seine Geschäfte ganz normal zu den Geschäftsöffnungszeiten geöffnet. Ein Markthändler hat dagegen nur ca. 48 mal an Sonntagen im Jahr die Möglichkeit seine Geschäfte zu tätigen. Ich finde das die Märkte aus unseren Sonntagsleben nicht mehr weg zu denken sind, alleine schon wegen unserer Mitbewohnern aus andreren Ländern die es gewohnt sind auf Märkten -Wühlmärkten einzukaufen. Das der Name "Trödelmarkt " vielleicht für diese Art von Märkte nicht mehr ganz zutreffend ist, kann ja diskutiert werden.
Petra schrieb am 25.03.2013, 11.24 Uhr:
An der ersatzlosen Abschaffung des Ladenschlußgesetzes geht KEIN Weg vorbei! Geschäfte müssen dann öffnen können wann die Händler es für profitabel halten. Die "Gestriegen" die an alten überholten Standards festhalten werden sich beugen müssen. Es ist übrigens, gelinde gesagt, eine Unverschämtheit von Kunden zu verlangen ihre Einkäufe planen zu müssen um mit Öffnungszeiten zurecht zu kommen. Planen müssen wir schon genug, einkaufen sollten wir können wann wir LUST und Zeit dazu haben, schließlich bringen wir Kunden das Geld und sichern so die Arbeitsplätze des Personals im Handel. Wenn der staionäre Handel sich nicht gewaltigt ändert werden viele Arbeitnehmer im stationären Handel ihr Jobs verlieren! Im Internet bekommt man heute ALLES rund um die Uhr und zu günstigen Preisen Express geliefert! Wenn der stationäre Handel nicht endlich anfängt "Einkaufen" zu einem entspannten Erlebnis zu machen wird das böse Enden! Die Kirche ist dabei völlig irrelevant,wie in allen anderen Dinge ...
Leo schrieb am 25.03.2013, 08.55 Uhr:
Der Sonntag sollte Ruhetag bleiben, es muss reichen, wenn an 6 Tagen die Geschäfte geöffnet u. die Strassen verstopft sind.
Aus dem Südsauerland schrieb am 25.03.2013, 07.32 Uhr:
Trödelhändler verstoßenbewußt gegen die Gewerbeordnung. Der Verkauf von Neuware hat auf den sog."Trödelmärkten" nichts verloren. An Sonntagen ist der Verkauf von Neuware (in der Regel minderwertige Ware bzw. Plagiate)auf solchen "Veranstaltungen" per Gesetz / Verordnung generell untersagt. Hier wird von den fliegenden Händlern der Umstand ausgenutzt, dass die Ordnungsämter in der Regel nicht vor Ort erscheinen. Die Polizei ist für die Kontrolle nicht zuständig. Um die Neuwarenhändler durch die Polizei aus dem Verkehr ziehen zu können, Bedarf es in jedem Fall einer Anzeige. Dann ist Kontrolle durch die Polizei angesagt. Die Entfernung dieser Neuwarenhändler mittels Anzeige bei der Polizei ist vermutlich der einzige Weg, diesen Damen und Herren das Handwerk zu legen. Und wenn die Neuware verbannt wird, dann werden sich die Trödelmärkte von selbst erledigen. Die Kunden aus Südeuropa haben dann keinen Wühlmarkt mehr. Die "Ware" auf dem dann "Rest"Trödelmarkt kann man getrost vergessen.

Alle Kommentare anzeigen