Vor 40 Jahren - Radikalenerlass "Gesinnungs-TÜV" für Lehrer und Postboten

Maoisten, Spartakisten, Sozialisten – die Angst vor radikalen Gruppen in den 70er Jahren war groß. Ihre Anhänger sollten vom Staatsdienst fernbleiben. Deshalb trat der so genannte Radikalenerlass in Kraft - am Samstag (28.01.1972) vor 40 Jahren.  WDR.de sprach mit einer Lehrerin, die ins Visier des Staates geriet.

Kommentare zum Thema (17)

letzter Kommentar: 30.01.2012, 13:52 Uhr

T.Weber schrieb am 30.01.2012, 13:52 Uhr:
Es wird Zeit das ein solcher " Tüv " für unsere Politiker eingeführt wird. So würde uns manche Überraschung erspart bleiben. Somit hätten wir wieder echte Politiker und keine Dummschwätzer.
Günter schrieb am 29.01.2012, 22:59 Uhr:
Wenn die DKP damals wirklich so gefährlich war warum wurde seiner Zeit kein Verbotsverfaren eingeleitet? Dann wären die ganzen Maßnahmen gegen DKP- Mitglieder ja auf eine rechtsstaatliche Ebene gebracht worden. So waren die ganzen Maßnahmen gegen DKP- Mitglieder außerhalb jeglicher rechtsstaatlicher Grundlage. Ein wichtiger Pfeiler unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung ist die Unschuldsvermutung. Das heißt jeder Bürger gilt grundsätzlich so lange als unschuldig bis von einem Gericht das Gegenteil Bewiesen wurde. Das heißt Die DKP, und ihre Mitglieder gelten so lange als unschuldig bis von einem Gericht das Gegenteil bewiesen wurde. Das ist bis heute nicht geschehen. Ergo es war nicht die DKP die unsere freiheitlich, demokratische Grundordnung gefährdete. Es war unser eigener Staat der Verfassungsbruch beging.
Frank schrieb am 29.01.2012, 10:53 Uhr:
Rente für Beamte ist aber sehr sonderbar. Schließlich erhalten Beamte ihre Pension aus dem letzten erreichten Amt. Welche Rolle spielen dann die vier Jahre - keine, es sei denn sie dienten dazu, die Dramatik des Ganzen auszuschmücken. In dem System übrigens, das von der DKP, der Frau Lehndorff-Felsko angehörte, so bejubelt wurde, sind Frauen mit einer der Staatsdoktrin widersprechenden Einstellung in Hoheneck eingefahren und haben jahrelang unter schlimmsten Bedingungen gesiebte Luft geatmet. Vor diesem Hintergrund erscheint mir das beschriebene erlittene Ungemach wieder mal ein Jammern auf allerhöchstem Niveau zu sein.
Bert schrieb am 29.01.2012, 10:52 Uhr:
Irmgard: Ich finde es erschreckend, wie naiv manche Kommentare sind! Sie erinnern an die Schrecken der Naziherrschaft. Das ist richtig und gerät leider immer öfter in Vergessenheit! In meiner Familie gibt es Opfer dieser Zeit! Es gibt aber auch Opfer der "Linken" in meiner Familie! Ich weiß nicht, ob Sie sich jemals für die Geschichte der DDR interessiert haben, aber Sie sollten es tun. Vielleicht sollten sie mal Hohenschönhausen besuchen und Eltern befragen, deren Kinder zwangsadoptiert wurden...Und sie sollten sich mal mit den stalinistischen Säuberungsaktionen beschäftigen...Dann werden Sie merken, dass Linksextremismus und Rechtsextremismus sich gar nicht so sehr unterscheiden. Und ich wiederhole: Die DKP in den 60ern und 70ern wollte einen Systemwandel und sang Lobeshymnen auf das erstrebte System der DDR! Solche Vertreter als Staatsdiener einzustellen, halte ich für Irrsinn! Und was Herrn Brand anbelangt...nun ja, seine engsten Vertrauten ...
0711Boomer schrieb am 29.01.2012, 03:10 Uhr:
Interessant wie in den Medien über linksradikale berichtet wird. Erinnert mich irgendwie überhaupt nicht an Berichte über rechtsradikale. Ach stimmt ja, es muss uns ja gelehrt werden, dass die linken die guten sind. Immerhin übernehmen sie die Anwaltschaft für sämtliche Randgruppen und wissen grundsätzlich bei allem, wie es richtig gemacht wird. Die rechten, gleichzusetzen mit rechtsextremen und rechtsradikalen, sind einfach böse. Unglaublich was heute für eine Propaganda getrieben wird. Ich bin, weder in der einen, noch in der anderen Richtung extrem eingestellt, der Meinung: die linken sind radikaler, krimineller und intoleranter als die rechten. Wer das nicht sieht, ist einfach nur blind.
Irmgard schrieb am 29.01.2012, 00:07 Uhr:
Es ist erschreckend, dass in unserem Land immer wieder rechts und links gleich gesetzt werden, wie es in den Kommentaren zum Ausdruck kommt; dabei waren es doch wesentlich die Erfahrungen (unserer Elterngeneration) mit Faschismus und Krieg, die uns dazu bewogen, uns für mehr Demokratie, für Abrüstung und gegen Rassismus einzusetzen und uns links zu engagieren. Und die vom Berufsverbot Betroffenen waren es, die das Grundgesetz gegen den Radikaelnerlass verteidigt haben - der bekanntlich von seinem Veranlassser Willy Brandt später als "Irrtum" eingestuft wurde. Und dass die Gesinnungsschnüffelei noch andauert zeigt der Fall der Überwachung gewählter Abgeordneter durch den Verfassungsschutz.
Karin Reske schrieb am 28.01.2012, 20:02 Uhr:
Hat man eigentlich mal nach der Wiedervereinigung geprüft, wer da so sich auf das "System der Bonner Republik" einlassen kann? Oder hat man gedacht, die haben da gar nichts gelernt?
Rudi70 schrieb am 28.01.2012, 17:47 Uhr:
Hallo Bert! Ich stelle mit meiner Stimme den Abgeordneten nicht ein! Ich finanziere ihn mit meinen Steuern, aber in seiner Entscheidung ist er frei! Zudem muß er, will er etwas anderes, als andere Politiker, eine Mehrheit herstellen! Und "Anderes" muß ja nicht falsch sein! Anderes muß auch nicht die Verfassung zerstören! Auf die achtet doch sonst wohl auch niemand! Wie viele Gesetze wurden in den letzten Jahren auf Antrag von klugen Leuten durch die obersten Gerichte gestoppt? Weil sie nicht der Verfassung entsprachen! Und Gesetze, regierungsseitig erlassen gegen die Opposition, die da so einiges anders sah! Hält diese "Demokratie" keine Extreme aus? Nicht von Links, nicht von Rechts? Was ist das denn dann für eine Demokratie! Extreme und deren Anhänger befriedet man am allerbesten mit guter Politik! Da die aber wohl nicht gemacht wird, gibts Extreme in beiden Richtungen! Wobei rechts sicher nicht die Gefahr lauert, die immer beschrieben wird! Mörder sind einfach Mörder, egal wie!

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