Abrücken vom radikalen Rauchverbot : Priggen befeuert die Nichtraucherschutz-Debatte
Ab 2013 soll ein rigoroses Rauchverbot in NRW gelten: Alle Gaststätten müssen rauchfrei sein. Das rot-grüne Gesetz ist jedoch noch nicht durch den Landtag. Nach der SPD stellen jetzt auch die Grünen Ausnahmen bei Brauchtum- und Privatfeiern in Aussicht.

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Rauchen doch nicht strikt verboten?
Der Grünen-Fraktionschef Reiner Priggen sagte am Donnerstag (15.09.2012) im Düsseldorfer Landtag: "Wir wollen nicht mit dem Knüppel durchgehen." Es müsse eine klare Regelung geben, "die die Menschen verstehen". Rauchverbote bei Privatfeiern oder bei Brauchtumsveranstaltungen wie Schützenfesten seien "kein Dogma mehr". Sein Parteikollege und Landesvorsitzende Sven Lehmann stellte am Freitag klar, dass auch beim Brauchtumsveranstaltungen Personal und Kinder vor Passivrauch geschützt würden. Es werde am Ende der Raucherclubs und am Rauchverbot in Eckkneipen festgehalten.
Auch die SPD denkt über Lockerungen nach

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Grünen-Fraktionsvorsitzender Reiner Priggen
Auch die SPD hatte eingelenkt, nachdem der strikte Gesetzentwurf, der kurz vor der Sommerpause eingebracht wurde, an der Basis heftig kritisiert wurde. Die Vize-Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Britta Altenkamp zeigte sich kompromissbereit und sagte, dass es sicherlich nach der Expertenanhörung und den Beratungen im Parlament Veränderungen am Entwurf geben werde. Die öffentliche Anhörung von Experten im Landtag ist für den 26. September geplant.
CDU sieht "Sieg der Vernunft"
CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann, der das derzeitige Gesetz mit verantwortet, das etliche Ausnahmen etwa für Eckkneipen oder in Festzelten zulässt, nahm Priggens Einlenken als Steilvorlage: "Wenn die rot-grüne Landesregierung ihren Irrweg beim Rauchverbot aufgibt, dann ist das nicht nur ein Erfolg für die CDU, sondern auch ein Sieg der Vernunft", erklärte er. NRW brauche keine grünen "Volkserzieher". Skeptisch zeigte sich hingegen der FDP-Landesvorsitzende Christian Lindner: An ein wirkliches Umdenken beim rigorosen Rauchverbot "glaube ich erst dann, wenn es konkrete Vorschläge gibt".
Stand: 14.09.2012, 15.21 Uhr
Kommentare zum Thema (61)
letzter Kommentar: 19.09.2012, 17:48 Uhr
- Nichtraucherin @Rauchzeichen schrieb am 19.09.2012, 17:48 Uhr:
- Die Raucherkneipen werden erhalten bleiben und das finde ich gut so - aus Prinzip!
- Rauchzeichen schrieb am 19.09.2012, 11:24 Uhr:
- @weg mit raucherrambos: Wenn Sie ihre "Freiheit", so wie sie sich das vorstellen, leben wollen dann ziehen sie in die schweizer Alpen. Ganz oben in eine Berghütte! Dort haben Sie frische, rauchfreie Luft bis zum Abwinken. In NRW wird jedenfalls weiter in Raucherkneipen und auf Volksfesten geraucht. Wetten das es so kommt?
- weg mit raucherrambos schrieb am 18.09.2012, 17:35 Uhr:
- @josef: Eigenverantwortung - Das heißt in letzter Konsequenz Raucher mit körperlicher Gewalt am Rauchen in meiner Nähe zu hindern, falls die mündliche Ansprache erfolglos war. Da wird sich die Polizei aber freuen, wenn das Schule macht. Von anderen zugequalmt zu werden ist eine Bevormundung, die erzwungene Vermeidung von Raucherkneipen ist Ausgrenzung. Vielleicht sollten es die Raucher mal mit Toleranz und Verständnis gegenüber Nichtrauchern probieren. Psst, die Nichtraucher sind die Mehrheit ... Wir brauchen keine Raucherrambos, die hatten wir schon lange genug. Ach ja Freiheit ... meine Freiheit ist das Einatmen von Rauchfreier Luft in Kneipen, Volksfesten und überhaupt überall.
- Anonym schrieb am 18.09.2012, 12:56 Uhr:
- Die Freiheit ist ein weitaus höheres Gut als die vermeindlichen gesunheitlichen Interessen von Menschen die, wenn sie nicht in Raucherlokalitäten gehen, gar nicht gesundheitlich durchs Rauchen gefährdert sind.
- Josef schrieb am 18.09.2012, 12:51 Uhr:
- @@Josef: Daran ist alles falsch! Das ist ein ideologischer Schaukampf! Wir engen die Freiheit von Menschen mit solchen unsinnigen Bevormundungen unangemessen ein. Es ist kein Nichtraucher gefährdet. Eigenverantwortung ist gefragt. Im übrigen kann jeder Arbeitnehmer/in selbst entscheiden wo und unter welchen Bedingungen er/sie arbeitet. Entscheidungen haben immer Konsequenzen! Wenn ich nicht in einer Raucherkneipe arbeiten möchte aber dort einen Job habe muß ich kündigen und mir etwas anderes suchen. Das ist doch kein Zwang sondern völlig normal. Wenn ich mir den Buckel nicht auf dem Bau ruinieren will darf ich auch nicht dort arbeiten, das ist genau das gleiche. Sie konstruieren hier Zwänge die gar keine sind! Das ist aber typisch für missionierende Nichtraucher. Es geht vernüftig nur nebeneinander in Raucherlokalen und Nichtraucherlokalen. Hier muß es dem Unternehmer (Wirt) überlassen sein welche Art von Betrieb er führen möchte.
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