Schärferer Nichtraucherschutz ab Mai Keine Ausnahmen mehr für Kneipen

Ab Mai wird es in Nordrhein-Westfalen ein schärferes Nichtrauchergesetz geben. Darauf haben sich die Regierungsparteien am Dienstag geeinigt. Ausnahmen in der Gastronomie sind dann Geschichte.


Hand mit Zigarette
Bild 1 vergrößern +

Raucher haben es in NRW ab Mai nächsten Jahres schwerer

Es ist nicht der Termin, den sich Gesundheitsministerin Barbara Steffens gewünscht hatte, aber mit dem Ergebnis wird sie zufrieden sein. Die Fraktionen von SPD und Grünen einigten sich am Dienstag (20.11.2012) auf eine Novelle des Nichtraucherschutz-Gesetzes. Es soll im Mai 2013 in Kraft treten - und nicht wie von der Gesundheitsministerin gewünscht am 1. Januar. Noch fehlt die Zustimmung des Landtags, die gilt aber wegen der Mehrheit von SPD und Grünen als sicher.

Kern des neuen Regelwerks ist der Wegfall von bisherigen Ausnahmen des Rauchverbots in der Gastronomie. "Das Nichtraucherschutzgesetz wird gerechter", so Angela Lück, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD. Das Gesetz aus Zeiten der schwarz-gelben Regierung hätte durch eine Fülle von Ausnahmen zu Wettbewerbsverzerrungen geführt. Sie ist sicher: "Die Kneipenkultur in Nordrhein-Westfalen wird durch den konsequenten Nichtraucherschutz nicht sterben." Bis Mai hätten sowohl die Gastwirte als auch die Ordnungsbehörden in den Kommunen nun Zeit, sich auf das neue Gesetz einzustellen.

Ausnahme für Privatfeiern

Arif Ünal, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, sagte, dass das neue Gesetz die Nichtraucher in NRW besonders wirkungsvoll schütze. In Hochschulen wird das Rauchen künftig ebenso verboten sein, wie im Landtag. Auch er lobte den Wegfall der Gastronomie-Ausnahmen. Ganz auf Rauchmöglichkeiten verzichtet wird jedoch auch in der Novelle nicht. "Bei Privatfeiern darf weiter geraucht werden, wenn die Feier als geschlossene Gesellschaft angemeldet ist und die Kneipe über einen abgetrennten Raum verfügt oder die ganze Kneipe für diese Feierlichkeit reserviert ist", so Ünal.

Ablehnung bei der Opposition

Trotz kleiner Korrekturen stoßen die rot-grünen Regierungspläne für einen strengeren Nichtraucherschutz in NRW auf Ablehnung bei der Opposition. "Freie und mündige Bürger sollen künftig per Gesetz bevormundet werden", kritisierte CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann am Mittwoch (21.11.2012) in Düsseldorf. Zudem setzten SPD und Grüne Brauchtumsveranstaltungen aufs Spiel und stellten Gastwirte vor Existenzängste. FDP-Generalsekretär Marco Buschmann warf Rot-Grün vor, anstatt auf eine Politik für den mündigen Bürger zu setzen, die Menschen im Land zum "Mündel der Politik" zu machen. Zwar habe es auch in den Reihen der SPD Kritiker an dem Vorhaben gegeben. Schlussendlich hätten sich allerdings die "Rauchverbots-Fundamentalisten" durchgesetzt.

Im Gesundheitsausschuss des Landtages wurde der Gesetzentwurf am Mittwoch mit den Stimmen von SPD und Grünen angenommen. Bereits in der kommenden Woche könnte das Nichtraucherschutzgesetz im Plenum verabschiedet werden.


Stand: 21.11.2012, 21.42 Uhr


Kommentare zum Thema (355)

letzter Kommentar: 26.11.2012, 07:58 Uhr

RechtsDaumenLinks schrieb am 26.11.2012, 07:58 Uhr:
Wenn es mir irgendwo nicht gefällt oder ich mich dort durch irgendwas belästigt oder eingeschränkt fühle dann gehe ich da nicht hin. Ich bin alt genug diese Entscheidung für mich selbst zu treffen und brauche nicht den Staat um mir diese Entscheidung abzunehmen oder die Welt an meine Bedürfnisse anzupassen.
fernsehkunst schrieb am 25.11.2012, 15:14 Uhr:
Na ich hoffe dann mal stark, daß sich der WDR in seinen Fernsehproduktionen (Filme, Serien, etc.) dann auch an das Gesetz hält und nicht ständig die Glimmstengel als Requisite zeigt. Ein Fehler, der in den letzten Jahren extrem auffällig war, speziell auch an längst verbotenen Orten wie z. B. Arbeitsplatz.
Martin V. Rheda-Wiedenbrück schrieb am 24.11.2012, 10:00 Uhr:
Der Staat sollte erst mal verbieten , dass Suchtmittel in der Zigarette ( Tabac ) zugefügt werden und zwar ALLE ! ! !
KDM schrieb am 23.11.2012, 21:14 Uhr:
Rauchen im Auto verbieten: Wird ja bereits diskutiert, gibt's in manchen Ländern schon. Als Begründung dient da weniger der Nichtraucherschutz, sondern die Gefährdung des Straßenverkehrs (siehe Handy-Nutzung). Ich gehe davon aus, dass ein Verbot spätestens in 2 Jahren kommt. Rauchen in der Wohnung verbieten: Wird ebenfalls - jedenfalls in Mietwohnungen - zeitnah kommen. Zumindest eine gesetzlich abgesicherte Befugnis des Vermieters, das Rauchen in Mietwohnungen zu untersagen. Ansonsten haben Sie noch vergessen das Rauchen in Biergärten und - vor allem - das Rauchen in Gegenwart von Kindern, das beides auch kurzfristig verboten werden sollte. Rauchverbote auf Ausflugsschiffen gibt's ja bereits. Übrigens im schwarz-gelb regierten Bayern, hat also offensichtlich nichts mit rot-grün zu tun. Insgesamt jedenfalls gute Zeiten für die allermeisten Deutschen. Freut euch, ich tu's auch!
Exraucher schrieb am 23.11.2012, 19:15 Uhr:
Diese Antiraucher sind intolerant und suchen einen Vorwand, auf andere herabzusehen und sie zu gängeln. Antiraucher sind politisch krass rechts, egal was zu wählen sie vorgeben. Jetzt habt ich doch sicher neue Ziele vor Augen, gelle? Rauchen im Auto verbieten, Rauchen in der Wohnung verbieten. Wann verbietet ihr Rauchen ganz?

Alle Kommentare anzeigen



tagesschau.de

  • US-Präsident Obama wirbt für nukleare Abrüstung

    In seiner Rede vor dem Brandenburger Tor hat US-Präsident Obama eine neue Initiative zur atomaren Abrüstung angekündigt. Der Kreml reagierte verhalten auf das Angebot: Russland könne kein strategisches Ungleichgewicht zulassen, sagte Präsident Putin.

  • Kommentar zu Obama: Bunter Katalog von Versprechungen

    Der große Redner Obama beschränkte sich in Berlin auf einen bunten Katalog von Versprechungen, meint Klaus Kastan. Umsetzen wird er die meisten davon eh nicht. Der Besuch des US-Präsidenten wird keinen Platz in den Geschichtsbüchern erhalten.

  • Chronologie: Obamas Tag in Berlin

    "Gottes Segen für Sie" - mit diesen Worten hat US-Präsident Obama seine mit Spannung erwartete Rede am Brandenburger Tor beendet. Die wichtigsten Zitate der Rede und das weitere Geschehen des Besuchstages finden Sie zum Nachlesen in unserem Ticker.

  • "Neuland"-Aussage von Merkel wird zum Twitter-Hit

    Ein unbedachter Ausspruch von Angela Merkel sorgt im Netz für Spott. "Das Internet ist für uns alle Neuland", sagte Merkel bei einer Pressekonferenz - und wurde damit zum meistdiskutierten Thema beim Kurznachrichtendienst Twitter.

  • Bilder: US-Präsident Obama zu Besuch in Berlin

    Strengste Sicherheitsvorkehrungen auf Berlins Straßen: Der US-Präsident ist in der Stadt. Nach Gesprächen mit Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel hielt Obama seine mit Spannung erwartete Rede am Brandenburger Tor.

  • Nachruf auf den ehemaligen ungarischen Premier Horn

    Sein Schnitt durch den Stacheldraht stand am Anfang der Wende: 1989 durchtrennte Ungarns damaliger Außenminister, Gyula Horn, die Grenze zu Österreich. Fünf Jahre später wurde er Premierminister seines Landes. Nun starb Horn im Alter von 80 Jahren.

  • Aussage von Carsten S.: Weitere unentdeckte NSU-Tat?

    Die Bundesanwaltschaft geht einer möglicherweise unentdeckten Tat des NSU nach. Der Angeklagte Carsten S. sagte aus, das Terror-Trio habe im Jahr 2000 eine Person angeschossen. Das habe ihm der Mitangeklagte Ralf Wohlleben gesagt.