Neujahrsansprache der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft blickt zuversichtlich auf 2013

In ihrer dritten Neujahrsansprache als nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin setzt Hannelore Kraft die Schwerpunkte auf die Themen Bildung und Bürgerengagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt.


Hannelore Kraft vor Tannenbaum und Flaggen
Bild 1 vergrößern +

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich hoffe, Sie haben schöne und besinnliche Weihnachtstage erlebt. Nun richtet sich unser aller Blick auf das neue Jahr. 2013 wird wieder ein Jahr mit weitreichenden Entscheidungen und wichtigen Weichenstellungen werden. Das gilt auch für die Wirtschaft. Die Erwartungen sind gemischt. Denn die Euro-Krise wird uns auch 2013 noch begleiten. Doch wir stellen uns selbstbewusst den Herausforderungen. Unser Land ist stark. In den vergangenen zwei Jahren sind hier allein über 31.000 neue Industrie-Arbeitsplätze entstanden. Wir gestalten Zukunft.

Und so werden wir auch weiterhin in Nordrhein-Westfalen die vor uns liegenden Aufgaben beherzt und mit Zuversicht anpacken – gemeinsam mit Ihnen, den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land, gemeinsam auch mit den Kirchen, gesellschaftlichen Gruppen, den Gewerkschaften und Vertretern der Wirtschaft. Dieses "für einander Einstehen" hat in Nordrhein-Westfalen eine lange, gute Tradition. Dabei beziehen wir alle Menschen in unserer Gesellschaft ausdrücklich mit ein. Ob alt oder jung, ob stark oder schwach, ob arm oder reich - Sie alle sind uns wertvoll und bereichern unser Gemeinwesen.

Zu einer leistungsstarken Wirtschaft gehören auch funktionierende Lebensadern und Verkehrswege. Wir müssen unsere Infrastruktur erhalten und erneuern. Bei Autobahnen und Autobahnbrücken ist ein großer Sanierungsstau entstanden. Wir können aber nur dann ein leistungsfähiger Standort bleiben, wenn Nordrhein-Westfalen ein mobiles Land bleibt.

Zu den zentralen Themen in diesem Jahr zählt auch weiterhin die Gestaltung der Energiewende. Insbesondere müssen wir einen genauen Blick darauf haben, dass Energie bezahlbar bleibt – für Sie, die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Wirtschaft. Denn an der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen hängen sehr viele Arbeitsplätze. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Energiewende zu einem Erfolg zu führen. Gerade unser Land hat lange Erfahrung mit Industrie- und Infrastrukturprojekten. Wir brauchen für solche Vorhaben auch in Zukunft eine breite Akzeptanz. Bitte helfen Sie mit.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

"Kein Kind zurücklassen", das bleibt auch für das Jahr 2013 mein Leitmotiv und das der Landesregierung. Wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Denn unsere Kinder sind unsere Zukunft. Indem wir gezielt und frühzeitig Familien und Kinder fördern und unterstützen, wollen wir erreichen, dass mehr Kinder und junge Menschen in Schule und Beruf Erfolg haben.

Die Herausforderungen in den Blick nehmen, dazu gehört auch, dass wir unsere offene und freie Gesellschaft verteidigen. Nicht erst der - Gott sei Dank fehlgeschlagene - Sprengstoffanschlag im Bonner Hauptbahnhof macht deutlich: Unsere Freiheit, unsere Lebensweise, unsere Demokratie ist immer wieder aufs Neue von verschiedenen Seiten bedroht – von politischen, aber auch von religiösen Extremisten und Fanatikern.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wenn wir unsere Zukunft sicher und gerecht gestalten wollen, dann müssen wir zusammenstehen, denn die Herausforderungen sind nur gemeinsam zu bewältigen. In unserer Gesellschaft soll das "Wir" und nicht das "Ich" im Vordergrund stehen, ein starkes Gemeinwesen ist unsere gemeinsame Verantwortung. Dazu müssen alle, die das können, solidarisch beitragen. Starke Schultern können und sollten mehr tragen als schwächere. Das heißt aber auch, dass wir immer wieder genau prüfen müssen, wo wir sparen können. Das ist manchmal ein schmerzhafter Prozess. Doch er ist notwendig, denn wir bekennen uns zur Verpflichtung, die Schuldenbremse tatsächlich einzuhalten. Auch das ist verantwortungsvolle Politik für die Generation unserer Kinder und Enkel.

Sorgen wir gemeinsam für ein solidarisches und starkes Nordrhein-Westfalen mit Bürgerinnen und Bürgern, egal welcher Herkunft, die dieses Land so freundlich, friedlich und weltoffen machen. Nehmen wir die Aufgaben gemeinsam in den Blick, packen wir sie entschlossen an.

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes neues Jahr 2013. Vor allem Gesundheit und dass Ihre persönlichen Wünsche möglichst alle in Erfüllung gehen.

Glück auf und Gottes Segen.


Stand: 01.01.2013, 18.00 Uhr



tagesschau.de

  • Pakistan: Khan beschuldigt politischen Gegner des Mordes

    Tödliche Schüsse kurz vor der Nachwahl in Karatschi - und für die Oppositionspartei von Ex-Cricketstar Khan stehen die Mörder fest: Das Attentat auf seine Parteifreundin geht auf das Konto der Konkurrenzpartei MQM. Deren Chef lebt in London.

  • Syrien: Präsident Assad lehnt Rücktritt energisch ab

    Für Syriens Präsident Assad stellt sich der Krieg in seinem Land wie ein Sturm auf hoher See dar. Gerate ein Schiff dort hinein, fliehe der Kapitän nicht, sagte er argentinischen Medien. Den Vorwurf des C-Waffen-Einsatzes wies er zurück.

  • Salafisten-Proteste in Tunesien eskalieren

    Anhänger der Salafisten haben sich in Tunesien Straßenschlachten mit Sicherheitskräften geliefert. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtet von einem Toten und mehreren Verletzten. Zuvor war ein Salafisten-Kongress verboten worden.

  • NS-Verbrechen: Ex-KZ-Aufseher in 9515 Fällen angeklagt

    Beihilfe zum Mord in 9515 Fällen - das wirft die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem mutmaßlichen früheren KZ-Wachmann Hans Lipschis einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge vor. Der 93-Jährige sitzt seit knapp zwei Wochen in Untersuchungshaft.

  • Gesetzesänderung: Sorgerecht nun auch für ledige Väter

    Ledige Väter dürfen künftig das volle Sorgerecht für ihre Kinder beantragen - auch gegen den Willen der Mutter. Nur, wenn das Wohl des Kindes beeinträchtigt wäre, kann das verwehrt werden. Eine Gesetzesänderung ist in Kraft getreten.

  • Bayern: Sudetendeutsche ehren Seehofer mit Karls-Preis

    Für die Sudetendeutschen ist Bayerns Ministerpräsident Seehofer der "Wegbereiter der Verständigung mit Prag". Deshalb ehrten sie ihn nun mit ihrem Karls-Preis. Als Dank versprach er, ab 2014 einen Gedenktag für Heimatvertriebene einzuführen - in seinem Bundesland.

  • Samba an der Spree: Berlin feiert Karneval der Kulturen

    Vier Tage, vier Bühnen, hunderte Künstler - zum 18. Mal feiert Berlin den Karneval der Kulturen. Höhepunkt ist der heutige große Straßenumzug. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich etwa 700.000 Menschen entlang der Zugstrecke.