Kraft beendet Sommerpause: NRW bleibt beim Steuerstreit hart
Zurück aus der Sommerpause hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Donnerstag (23.08.2012) ihren politischen Fahrplan fürs zweite Halbjahr vorgestellt. Dazu gehört die Einsparung von 150 Millionen Euro im Landeshaushalt und die weitere Ablehnung des Steuerabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz.
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Krafts Vorsätze für das zweite Halbjahr
(01:28 Min.)
WDR aktuell vom 23.08.2012
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Krafts Vorsätze für das zweite Halbjahr
So viel Zeit musste sein: Auf der ersten Landespressekonferenz nach der parlamentarischen Sommerpause in Düsseldorf erzählte Ministerpräsidentin Kraft auch von ihren Ferien-Aktivitäten. Während ihres Urlaubs im Sauerland habe sie das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. "Schnell laufen, weit laufen, springen, schwimmen, werfen - das fiel mir am leichtesten", berichtete die 51-Jährige.
Nein zum Steuerabkommen
Politische Herausforderung wird für sie der Steuerstreit bleiben. Wie soll mit deutschen Steuersündern umgegangen werden, die ihr Geld in der Schweiz lagern? Die Regierungschefin bekräftigte, dass NRW weiterhin CDs mit Daten von Steuersündern kaufen werde - "im Rahmen dessen, was uns das Bundesverfassungsgericht erlaubt". NRW lehne das geplante Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz weiter ab und werde in der Länderkammer nicht zustimmen. Mit Blick auf die rot-grüne Mehrheit im Bundesrat äußerte sich Kraft "zuversichtlich, dass dieses Abkommen den Bundesrat nicht passiert". Außer NRW lehnen auch andere SPD-geführte Bundesländer das Abkommen ab, das von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Schweizer Regierungsvertretern ausgehandelt wurde.
Nach Ansicht von Kraft hält das Steuerabkommen für Steuerflüchtlinge "zu viele Türen offen". Die Pläne seien ungerecht, weil Steuersünder anonym blieben, weniger zahlen müssten als ehrliche Steuerzahler und "Schwarzgeld weiß gewaschen" würde. Zudem läge in der Schweiz nicht nur das Geld von Steuerflüchtlingen, sondern auch Geld aus Verbrechen.
Bank-Hilfe für Steuersünder soll bestraft werden
Kraft kündigte an, NRW werde eine Bundesratsinitiative für ein Unternehmensstrafrecht auf den Weg bringen. Deutschland sei eines der wenigen Länder, das bislang kein solches Recht habe - um Banken zu bestrafen, die bei der Steuerhinterziehung ihrer Kunden mithelfen. "Wir kämpfen für mehr Steuergerechtigkeit und wir kämpfen auch dafür, dass Banken nicht mit einem blauen Auge davon kommen, wenn sie ihre Kunden bei der Steuerhinterziehung unterstützen", sagte Kraft.
Förderprogramme um 150 Millionen Euro gekürzt
Thema der Landespressekonferenz war natürlich auch der Sparkurs der Landesregierung. Im kommenden Jahr sollen insgesamt 150 Millionen Euro in fast 300 Förderprogrammen eingespart werden, hieß es. Einige Programme sollen komplett gestrichen, andere Förderungen über die NRW.Bank als Darlehen vergeben werden, wie Kraft ankündigte. So sollen etwa die Förderungen für Eisenbahnen, die nicht dem Bund gehören, oder die Kraft-Wärme-Kopplung auf Darlehen umgestellt werden. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2017 will die rot-grüne Regierung ein dauerhaftes Einsparvolumen von einer Milliarde Euro erreichen.
"Ich werde in NRW bleiben"
Für Raucher wird in NRW künftig ein ähnlich rauer Winde wehen wie in Bayern. Die Regierungs- und SPD-Landeschefin lässt keinen Zweifel, dass sie nicht geneigt ist, Nörglern in eigenen Reihen nachzugeben. "Ich bin persönlich für restriktiven Nichtraucherschutz." Anfang des Jahres soll dieser Schutz in NRW Gesetz sein.
Hannelore Kraft äußerte sich auch zum Recht auf die umstrittene Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen. Rituelle Beschneidungen müssten in Deutschland möglich bleiben, aber sie müssten sicher ablaufen und nach klar definierten Regeln. Schließlich versicherte die Ministerpräsidentin einmal mehr, sie werde in Düsseldorf bleiben und wolle nicht SPD-Kanzlerkandidatin werden: "Es steht fest, ich werde in Nordrhein-Westfalen bleiben."
CDU: "Keine Details genannt"
"Frau Kraft hat heute viele Themen angesprochen, aber wenn es um entscheidende Details ging, ist sie sprachlos, ratlos und richtungslos geblieben", kritisierte Karl-Josef Laumann, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion am Donnerstag. Sie habe mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Zu den konkreten Details ihrer Regierungspolitik habe Kraft nichts gesagt wie etwa bei der Summe aller Förderprogramme und beim Unternehmensstrafrecht.
Stand: 23.08.2012, 16.26 Uhr
Kommentare zum Thema (81)
letzter Kommentar: 28.08.2012, 09:17 Uhr
- Sorglos Partei Deutschlands? schrieb am 28.08.2012, 09:17 Uhr:
- SPD=Schuldenproduzierende Partei Deutschlands? Wer für den Rest der Eurozone bürgen will, wie die Bilderberger-Schmidt-Nachfolger, wer alle Bedrängten der Welt von BRD oder in BRD versorgen möchte, wie die Grünen, der hat auch selbst keine Sorge dafür zu tragen, dass bei dem starren Blick über die Grenzen der Zustand innerhalb der eigenen Grenzen nicht mehr erkannt wird.
- WDR.de schrieb am 27.08.2012, 15:03 Uhr:
- Beitrag gesperrt. Bitte bleiben Sie beim Thema.
- Max Mooshammer schrieb am 27.08.2012, 11:59 Uhr:
- Frau Kraft ist vermutlich die mächtigste Frau Deutschlands. Aber für die nächste Wahl wünsche ich mir, dass ihr diese Bürde in ihrem Sinne vom mächtigsten Manne Deutschlands abgenommen würde.
- Oskar schrieb am 27.08.2012, 10:45 Uhr:
- @Addi: Was Steuergeldverschwendung ist liegt immer im Auge des Betrachters! Meistens sind aber gerade diejenigen die sich über angebliche Steuergeldverschwendung aufragen intellektuell doch gar nicht in der Lage dies zu beurteilen. Es spielt aber auch keine Rolle denn Steuerpflicht ist kein Wunschkonzert!
- Anonym schrieb am 27.08.2012, 10:13 Uhr:
- kommt mit dem neuen "modernen" Haarschnitt nun die altbackende Macht-SPD wieder, die hemmungslos Schulden macht? Kosmetik ist in der Politik fehl am Platz, wird aber immer dort eingesetzt, wo Operationen(Reformen) nötig sind. So funktionieren eben alle Funktionäre der Altparteien. Deshalb sollten Piraten sich klar von diesen absetzen und keine wohlwollende Streichelscheinopposition mehr zelebrieren.
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