Studie der Bertelsmann-Stiftung: NRW mit größter Lücke bei Kita-Erziehern
Ab dem nächsten Jahr wird es einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem ersten Lebensjahr geben. Im bundesweiten Ländervergleich könnte NRW dann die größte Lücke bei den Fachkräften haben. Das steht in einer Studie der Uni Dortmund.

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Garderobe in einer Kindertagesstätte
Bis zu 90.000 Kita-Plätze könnten fehlen. Dafür wären 6.750 Erzieherinnen und Erzieher notwendig. So das Ergebnis der Berechnungen der Uni Dortmund für den "Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann-Stiftung. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag (19.07.2012) vorgestellt. Diese Schätzungen liegen über den bisher genannten Zahlen.
Entscheidend bei der Berechnung ist die Betreuungsquote, die zugrunde gelegt wird. Also die Frage, wie viele Kinder eines Jahrgangs werden die Betreuung in einer Kita in Anspruch nehmen. Das Deutsche Jugendinstitut der Uni Dortmund geht bei seinen Berechnungen für die Bertelsmann-Studie von einer Betreuungsquote von 37 Prozent aus. Bund und Länder rechnen mit einer Betreuungsquote von 35 Prozent, was von Städten und Gemeinden jedoch als zu niedrig angesehen wird. Das NRW-Familienministerium stellte am Donnerstag eine eigene Rechnung auf. Im kommenden Kindergartenjahr, das am 1. August 2012 beginnt, gebe es 117.000 Betreuungsplätze. Bis 2013 müsste NRW insgesamt 144.000 Plätze zur Verfügung stellen, um auf eine Betreuungsquote von 32 Prozent zu kommen. "Somit fehlen zurzeit noch 27.000 U3-Plätze", so Stephanie Paeleke-Kuhlmann, die Sprecherin des Familienministeriums.
Familienministerin Schäfer: NRW bildet am meisten aus

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Ute Schäfer: Ausbildungskapazitäten ausgebaut
In Düsseldorf sagte NRW-Familienministerin Ute Schäfer (SPD) am Donnerstag, NRW habe wegen des zu erwartenden Fachkräftemangels die Ausbildungskapazitäten bereits massiv ausgebaut, es sei die größte "unter den westdeutschen Bundesländern". Schäfer sieht darum "gute Voraussetzungen den Fachkräftemehrbedarf in den nächsten Jahren auch erfüllen zu können."
Aufstockung auf Vollzeitstellen
Nach Angaben der Bertelsmann-Studie ist ein wichtiger Faktor bei der Möglichkeit, diesen Fachkräfte-Mangel zu beheben, die Aufstockung von Teilzeit- auf Vollzeitstellen. Doch das sei in NRW schon weitestgehend ausgereizt: Denn hier gibt es die höchste Quote von Vollzeitstellen in ganz Deutschland mit 56 Prozent. Im Schnitt arbeiten in deutschen Kindertagesstätten lediglich 40 Prozent der Mitarbeiter in Vollzeit. Schlusslicht im Ländervergleich ist Sachsen-Anhalt mit 15 Prozent.
In den letzten fünf Jahren sei bei den Neueinstellungen in NRW der Anteil der voll arbeitenden Erzieherinnen und Erzieher jedoch auf 37 Prozent gesunken. Möglichkeiten zur Aufstockung ihrer Stundenzahl haben in NRW vor allem jene 16 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher, die derzeit weniger als 21 Wochenstunden arbeiten. Auch die Familienministerin sieht in der Vollzeitbeschäftigung "ein beträchtliches Potenzial". Bei allen Bemühungen des Landes dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass das Land nicht Arbeitergeber der Erzieher sei. Darum appelliert Schäfer an die Träger, Anreize zur Vollzeitbeschäftigung zu schaffen.
Nachfrage nach Ganztagsbetreuung wächst
Der Bedarf an Erziehern könnte auch dadurch steigen, dass im Westen die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung wächst. In NRW werde sich diese nur in abgeschwächter Form zeigen: In NRW sei bereits für 39,2 Prozent der Kinder ab drei Jahren, die eine Kita besuchen, eine Betreuungszeit von täglich mehr als sieben Stunden vereinbart. Dies sei der zweithöchste Wert aller westdeutschen Bundesländer. Der Durchschnitt liege bei 30,1 Prozent.
Stand: 19.07.2012, 17.55 Uhr
Kommentare zum Thema (19)
letzter Kommentar: 20.07.2012, 23:47 Uhr
- der Eulenspiegel schrieb am 20.07.2012, 23:47 Uhr:
- Es fehlen auf jeden Fall eine menge Erzieherinnen und Erzieher. Die Defizite aus der Rüttgers-Regierung kann man natürlich in 2 Jahren nachholen. Das ist doch wieder einer der Dinge bei der dieser Rüttgers auf Teufel komm raus gespart hat.
- hdhdh schrieb am 20.07.2012, 21:16 Uhr:
- Tja, wenn man die ganze Kohle für die von Rot-Grün so überaus geliebte "Bereicherung" verschwendet, muß an sinnvoller Stelle das Geld fehlen. Aber die einfachsten Rechenarten haben die Genossen noch nie beherrscht.
- Ferdi schrieb am 20.07.2012, 18:22 Uhr:
- Ich kann H. Faßbender nur zustimmen. Der gleiche Laden (RTL) der in unserem Land einer der größten Verblöder der Jugend ist, spielt sich mit seiner Stiftung als moralische Instanz auf. Perfide.
- Erzieher, bloß nicht bei den Kirchen anfagen schrieb am 20.07.2012, 10:51 Uhr:
- Das Problem könnte auch sein, dass die möglichen Kinderbetreuuer es nun aufgrund der guten Angebotssituation es nicht mehr nötig haben bei den sogen. freien Trägern (hauptsächlich die ach so sozialen Kirchen) arbeiten zu müssen. Aufgrund des dritten Weges herrschen dort mittelalterliche Beschäftigungssituationen. Leider betreiben die Kirchen in NRW neben Kliniken auch sehr viele Kitas, oft mehr als die Gemeinden selber. Wer mal da gearbeitet hat, kennt das "christlich soziale Leit(d)bild" kirchlicher ARbeitgeber. - Jetzt kommt die Quittung, wie beim Ärztemangel dort.
- Kiebitz ist schuld schrieb am 19.07.2012, 23:46 Uhr:
- @mück: Erst informieren dann Posten, durch die Einführung von kibitz durch die CDU wurde die Ausbildung für Erziehrinnen erschwert und verlängert, Abitur ist Voraussetzung, die, für die u3-betreuung dringend erforderlichen Kinderpflegerinnen wurde abgeschafft. In einer einzigen Legislaturperiode wurden die Kindergärten im Land, Vorsaätzlich, an die Wand Gefahren. Wäre es bei den alten Regelungen geblieben gäbe es ca1000erzieherinnen mehr in NRW
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