Lösung im Brennelemente-Streit?: Atommüll aus Jülich soll in die USA
Im Streit um die hoch radioaktiven Brennelemente aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich zeichnet sich eine Lösung ab: Der Atommüll soll zurück in die USA. Bis zum Jahresende soll die Entscheidung fallen.

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Ist das Zwischenlager bald Geschichte?
Die Vereinigten Staaten sind das Herkunftsland des atomaren Materials aus Jülich. "Eine Entscheidung über die Möglichkeit der Annahme soll bis Ende dieses Jahres getroffen werden", sagte ein Sprecher des Bundesforschungsministeriums in Berlin am Samstag (02.02.2013).
Genehmigung für Jülich läuft aus
Die Genehmigung für das Zwischenlager in Jülich läuft im Juni aus, es wurde aber der Antrag auf eine dreijährige Verlängerung gestellt. In dem Lager werden derzeit 152 Castor-Behälter mit Brennelementekugeln aufbewahrt. Gegen den ursprünglich geplanten Abtransport ins Zwischenlager Ahaus mit vielen Fahrten durch NRW hatte es heftigen Widerstand gegeben.
Vereinigte Staaten wollen Kontrolle über ihr atomares Material
Der Forschungsreaktor - Betreiber sind Bund und das Land NRW - war 1988 abgeschaltet worden. Nach Aufgabe der Option Ahaus war schon seit Monaten die USA-Variante im Gespräch. Die US-Energiebehörde habe ihre Bereitschaft signalisiert, "dass die USA bestrebt sind, Kernbrennstoff aus anderen Ländern, der für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt wurde, in die USA zurückzuführen, um jegliche Gefahr der weiteren Verbreitung dauerhaft zu vermeiden", erklärt das Forschungszentrum Jülich auf seiner Internetseite.
Ministerium spricht von einem Sonderfall
Das Bundesumweltministerium verwies auf die Zuständigkeit des Forschungsministeriums in diesem Fall. Minister Peter Altmaier (CDU) hatte zuletzt wiederholt erklärt, dass es in seiner Amtszeit keinen Export von in Deutschland angefallenem Atommüll zur Endlagerung im Ausland geben solle. Das Forschungsministerium betonte jedoch, es habe schon in der Vergangenheit in solchen Fällen Rückführungen in das Herkunftsland USA gegeben.
Stand: 02.02.2013, 15.00 Uhr
Kommentare zum Thema (3)
letzter Kommentar: 04.02.2013, 14:40 Uhr
- Michael schrieb am 04.02.2013, 14:40 Uhr:
- Na endlich, es geht doch! Das ist die einzige wirklich akzeptable Lösung, aus dem Land mit dem Zeug. Wenn die Politik jetzt auch noch in Bezug auf den "normalen" Atommüll vernüftig wird und endlich eine Endlagerung in Russland nicht mehr blockiert haben wir den Dreck aus dem Land! Die Russen haben ja schon angeboten ihn zu nehmen, die einzig verünftige Lösung.
- Friedrich schrieb am 03.02.2013, 16:47 Uhr:
- Zu erst ein Mal macht der Sprecher des Bundesforschungsministeriums eine Aussage. Hier geht es also um eine Sache zwischen Bundesregierung und USA. Die Landesregierung hat sich dazu noch gar nicht geäußert. Dies hat somit mit dem Koalitionsvertrag von Rot-Grün in NRW nichts zu tun. Die Landesregierung ist ja an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Hier läuft genau das ab was ich schon immer gesagt habe. Die Probleme beginnen erst wenn die AKWs abgeschaltet sind. Für die Bundesregierung gilt hier offensichtlich billig vor sicher. Für sie ist es anscheinend günstiger den Atommüll alle paar Jahre zum nächsten Zwischenlager zu transportieren oder nach Amerika verfrachten anstatt an Ort und Stelle ein Zwischenlager einzurichten das biss zur Fertigstellung eines Endlagers hält.
- NiX Atom schrieb am 03.02.2013, 13:15 Uhr:
- Ist der Koalitionsvertrag von Rot-Grün in NRW das Papier nicht wert? Dort heißt es: "Zudem lehnen wir sinnlose und gefährliche Atomtransporte quer durch NRW ab. Wir wollen, dass die Castoren, vor allem die in Jülich lagernden, nur noch einmal transportiert werden – nämlich zu einem Endlager, wenn hierfür ein Standort gefunden ist." Es gibt nirgendwo in der Welt ein Endlager, auch in den USA nicht. Und wenn die zahlreichen Transporte nach Ahaus saugefährlich sind, sind die gleichen Transporte in einen Aussenhafen das etwa nicht? Sieht so der Atomausstieg in NRW aus? Und noch vor wenigen Wochen lehnten Landes- und Bundesregierung den Export von Atommüll ins Ausland ab... sind die Kugeln etwas auch Wertstoff, wie der Uranmüll der mit Billigung von Land und Bund nach Russland exportiert wurde? Nein, Atommüll bleibt Atommüll und Atomausstieg heißt Stilllegung.
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