Kabinett stimmt Haushalt für 2012 zu: Neuverschuldung steigt auf 4,6 Milliarden
Die Neuverschuldung des Landes steigt in diesem Jahr auf 4,6 Milliarden Euro. Das hat am Dienstag (03.07.2012) Finanzminister Norbert Walter-Borjans bekanntgegeben. Eine Milliarde davon ist alleine für die WestLB nötig. Und in den kommenden Jahren wird noch mehr Geld für die Pleitebank fällig.
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Geld ist knapp in den öffentlichen Haushalten
Das Jahr ist schon zur Hälfte vorbei, doch wegen der Neuwahl kann Finanzminister Walter-Borjans den Haushalt erst jetzt auf den Weg bringen. Am Dienstag stimmte das Kabinett seinem Haushaltsentwurf und der mittelfristigen Finanzplanung bis 2015 zu. Wie die Zahlen zu lesen sind, hängt wesentlich vom Standpunkt ab.
Milliarde für die WestLB hebt Neuverschuldung nach oben
Insgesamt plant der Minister für dieses Jahr bei einem Gesamtetat von 58,8 Milliarden 4,6 Milliarden Euro neue Schulden. Die Neuverschuldung ohne Sonderlasten liegt damit bei 3,6 Milliarden Euro. Das sind 360 Millionen weniger als zu Beginn des Jahres geplant. Die Einsparungen hätten sich ergeben aus geringeren Zinszahlungen, Einsparungen im Personaletat, niedrigeren Subventionen für die Steinkohle und Einsparungen bei Beihilfen und Versorgungsleistungen. Dass der Kreditbedarf dennoch auf 4,6 Milliarden Euro steigt, liegt an der nun fälligen Milliarde für den WestLB-Nachfolger Portigon. Außerdem muss den Kommunen nochmals 107 Millionen Euro für den Kitaausbau überwiesen werden. Trotz der hohen Neuverschuldung spricht der Minister von einem Erfolg. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Planung", sagt er dem WDR.
CDU: "Finanzminister arbeitet mit Tricks"

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Verwaltet den Landeshaushalt: Norbert Walter-Borjans
Walter-Borjans weist darauf hin, dass die Neuverschuldung trotz der Sonderausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Milliarden gesunken sei. Diese Darstellung nennt CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann "Trickserei". Und es stimmt, dass sich der Vergleich auf die Ursprungsplanung für 2011 bezieht - damals waren 4,8 Milliarden Euro Schulden anvisiert. Tatsächlich musste das Land wegen der unerwartet guten Konjunktur am Ende des Jahres nur Kredite in Höhe von 3 Milliarden aufnehmen. Verglichen damit, steigt die Neuverschuldung also. In jedem Fall bleibt der Haushalt aber unter der Verfassungsgrenze. Die Investitionen liegen nämlich - auch dank der Milliarde für die WestLB - bei 5,1 Milliarden Euro.
Weitere 1,5 Milliarden für faule Wertpapiere
Apropos WestLB: Die finanziellen Lasten für das Land sind mit der Zahlung der Milliarde keineswegs abgetragen. Schon für die Jahre 2014 und 2015 werden nach den Berechnungen des Finanzministers insgesamt 1,5 Milliarden fällig. Dieses Mal für die Altlasten aus den so genannten Phoenix-Garantien aus dem Jahr 2008. "Das ist eine Belastung für die künftigen Haushalte", sagt Walter-Borjans. Dennoch werde am schrittweisen Abbau der Neuverschuldung festgehalten.
Mittelfristig sinkende Schulden und steigende Einnahmen
Die mittelfristige Finanzplanung sieht bis 2015 eine Absenkung der Neuverschuldung um zwei Milliarden auf 2,6 Milliarden Euro vor. Im selben Zeitraum kalkuliert der Finanzminister mit Mehreinnahmen von 5,5 Milliarden Euro. Der Schuldenabbau sei wenig ambitioniert, moniert die Opposition. Die Regierung habe "kein Sparkonzept" und "keinen ernsthaften Sparwillen", meinen CDU und FDP. Walter-Borjans aber hält daran fest, bis 2020 keine neuen Schulden aufzunehmen, sei "absolut realistisch". Es sei denn, die Konjunktur bricht ein. Dann muss neu gerechnet werden.
Stand: 03.07.2012, 18.00 Uhr
Kommentare zum Thema (31)
letzter Kommentar: 06.07.2012, 07:23 Uhr
- didi schrieb am 06.07.2012, 07:23 Uhr:
- Norbert, so sieht es aus. Es geht immer nur um Banken, Euro, Schulden, Großkapital und die Rettung derer. Der unmündigen Bürger in Europa darf ab und an mal Kreuzchen machen und alles mit seiner Kopf und Hände Arbeit finanzieren.
- norbert schrieb am 05.07.2012, 20:44 Uhr:
- Die Kapital Maffia in Europa hat ihr Ziel unter Merkel bald erreicht,den unmündigen Bürger in Europa einfach K L A S S E !
- der Eulenspiegel schrieb am 05.07.2012, 20:36 Uhr:
- Man kann die jetzige Landesregierung kritisieren weil sie zu viele Schulden macht. Nur CDU/FDP können das nicht besser. Auch Rüttgers mußte feststellen die Möglichkeiten einen Haushalt durch drastisches sparen auszugleichen sind beschränkt. Das Problem liegt nicht so sehr auf der Ausgabenseite sondern viel mehr auf der Einnahmeseite.Tagesschau de "Bei der Hauptversammlung der Porsche Holding in Stuttgart geht es unter anderem um einen umstrittenen Steuertrick: Volkswagen könnte bei der Übernahme von Porsche 1,5 Milliarden Euro sparen." 1/2 Milliarde hier, 2 Milliarden da. Übers Jahr läppern sich die Milliarden die der öffentlichen Hand fehlt. Aber für ein paar Milliarden lohnt es sich nicht Steuer-Schlupflöcher zu schließen. Für ein paar Milliarden lohnt es sich auch nicht eine Finanztransaktionssteuer ein zu führen. Für ein paar Milliarden lohnt es auch nicht eine Vermögensteuer ein zu führen. Für ein paar Milliarden lohnt es sich nicht eine schlagkräftige Steuerverlandung aufzuba ...
- Da haben wir doch Glück im Pech schrieb am 05.07.2012, 10:17 Uhr:
- Hätten wir die Schulden nicht, dann hätten wir auch kein Beamtentum. Sollte man neben Schuldenbremse nicht auch dagegen eine Bremse ins GG schreiben. Es wird Zeit, denn die Pensionen sind nicht nur irrsinnig überzogen sondern in der Tat nicht mehr bezahlbar. Also Insolvenz oder was? Ach ja, wir haben den Euro und dieser Sündenbock kann in die Wüste geschickt noch schnell mit den Pensionen bepackt werden. Dann können wir wieder gut schlafen, denn die Beamten dürfen weiter unseren Haushalt führen und rumliegende Milliarden finden. Die glücklichen Hände verteilen weiterhin ihre Lose für die Glücksspiellotterie.
- Flas schrieb am 05.07.2012, 09:48 Uhr:
- Die sog. Schuldenbremse ist langfristig mit das dümmste was die Politiker in der letzten Zeit verzapft haben. Wurde aber trotzdem gut verkauft. Genau wie das Sparen wird es mittelfristig zu weniger Investitionen, Binnennachfrage und Renten und Sozialkürzungen führen. Aber wir glauben ja die Regeln der Weltwirtschaft richten sich nach dem deutschen Michel. Tun sie aber nicht.
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