Jahresauftakt mit Hannelore Kraft: Und wieder kommt die K-Frage
Wenn Hannelore Kraft über Peer Steinbrück spricht, wird es interessant. Nicht wenige meinen, die NRW-Ministerpräsidentin wäre besser geeignet, die Kanzlerin herauszufordern. Und Kraft selbst? Sie hat am Mittwoch (16.01.2013) über ihre Schwerpunkte im neuen Jahr gesprochen. Und über Steinbrück.

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Hannelore Kraft: Den Menschen versprochen, in NRW zu bleiben
"Na endlich", ruft ein Journalist in den Raum, als sich gegen Ende der Pressekonferenz eine Kollegin erbarmt und die ersehnte Frage stellt. Stehe sie, Hannelore Kraft, als Kanzlerkandidatin zur Verfügung, wenn Peer Steinbrück vor der Bundestagswahl das Handtuch wirft? Natürlich hat Kraft die Frage erwartet. Sie lächelt, und antwortet nicht ganz so, wie viele vermutet haben. Ohne vorauszuschicken, dass sich die Frage nicht stelle, weil Steinbrück nicht das Handtuch schmeißen werde, sagt sie ganz konkret: "Ich bleibe in NRW." Denn, so Kraft, "das habe ich den Bürgern von Nordrhein-Westfalen versprochen".
- ARD-DeutschlandTrend [tagesschau.de]
- Audio: Steinbrück im Beliebtheitstief: SPD ruft zu Geschlossenheit auf (11.01.2013) Gerd Tille / Georg Schwarte, WDR 2 Der Tag
Für die Nordrhein-Westfalen mag das - je nach politischer Weltanschauung - eine gute Nachricht sein. Wer aber gehofft hat, die beliebte Mülheimerin könnte den glücklosen Steinbrück doch noch als Kanzlerkandidatin ablösen, dürfte sich nun endgültig enttäuscht sehen. Kraft macht es nicht. Punktum.
Kraft: Debatte um Steinbrück ist abstrus

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Ein falsches Bild von Steinbrück?
Die schlechten Umfragewerte der SPD will Kraft nicht kommentieren. "Umfragen sind immer Momentaufnahmen", sagt sie und dass es noch Monate bis zur Bundestagswahl seien. In der jüngsten Forsa-Umfrage kommt die SPD im Bund auf nur noch 23 Prozent. Im direkten Vergleich mit Angela Merkel würden sich nur noch 18 Prozent für Steinbrück entscheiden. Offenbar hätten viele Menschen ein falsches Bild vom SPD-Kandidaten, meint Kraft. Der ehemalige Finanzminister sei auch in sozialen Themen, dem Kernanliegen der Sozialdemokraten, fest verankert. Die Debatten um Steinbrück seien "abstrus". "Jemand, der gut verdient, kann sich trotzdem für die Interessen von Menschen einsetzen, die weniger gut verdienen", sagt sie. Schließlich nehme sie das für sich auch in Anspruch, obwohl sie als Ministerpräsidentin ebenfalls gut verdiene.
Zwei bemerkenswerte Versprechen

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Kraft ist zuversichtlich bei U3 und Inklusion
Man könnte jetzt einwenden, jeder Sparkassendirektor verdiene mehr als Kraft und sie lange nicht so viel wie Steinbrück. Aber sei's drum. Schließlich hatte Kraft noch eine Menge anderer Dinge zu sagen, denn ihr eigentliches Thema ist ja Nordrhein-Westfalen. Kraft hat einen langen Sprechzettel mitgebracht und schneidet viele Bereiche an. Neben den vielen Zahlen und Absichtserklärungen fallen zwei durchaus bemerkenswerte Versprechen auf.
Kraft erwartet keine Klagewelle wegen U3-Plätzen
Eines fällt beim Thema Kita-Plätze für Unter-Dreijährige. Kraft versichert, bis zum Sommer werde NRW die für das Land errechnete Betreuungsquote von durchschnittlich 32 Prozent erreichen. Noch fehlen dazu in NRW rund 27.000 Plätze. Die würden aber bis zum Stichtag, dem 1. August, zur Verfügung stehen, verspricht Kraft. Die Ausbau-Dynamik sei groß, eine Klagewelle von Eltern nicht zu erwarten. Damit lehnt sich Kraft weit aus dem Fenster. Schließlich werden die Städte und Gemeinden nicht müde, vor der Versorgungslücke, einem viel größeren Bedarf und den zu erwartenden Klagen zu warnen. Ob sich das Land an möglichen Entschädigungszahlungen an Eltern beteiligen werde? Da wiederum wollte Kraft sich nicht festlegen.
Inklusion soll im nächsten Jahr kommen
Das zweite Versprechen des Tages gibt Kraft den Eltern von Kindern mit Behinderungen. Der Rechtsanspruch auf inklusives Lernen an einer Regelschule werde definitiv ab dem Schuljahr 2014/15 schrittweise kommen, sagt Kraft. Bis zum Oktober dieses Jahres soll ein entsprechendes Gesetz verabschiedet sein. Auch an dieser Aussage wird sich die Ministerpräsidentin künftig messen lassen müssen. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte sich kürzlich im Interview mit der WDR-Sendung "Westpol" noch nicht festlegen wollen, wann das Gesetz zur Inklusion in Kraft treten werde. Grund dafür ist vor allem der Streit mit den Kommunen um die Kosten. Hannelore Kraft stellte am Mittwoch klar: Inklusion sei kein Konnexitäts-Thema. Im Klartext: Das Land habe den Kommunen keine neuen Aufgaben aufgebürdet, die vom Land bezahlt werden müssten. Vielmehr sei die Integration behinderter Schüler von den Vereinten Nationen verordnet worden. Es wird wohl noch schwierige Gespräche mit den Städten geben.
Opposition reichen Ankündigungen von Kraft nicht
Viele weitere Themen kommen zur Sprache. Angenehme, wie die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Und unangenehme, wie die Sparanstrengungen des Landes oder die Vorwürfe gegen zwei von Krafts Staatssekretären. Den Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann sieht Kraft von der neu eingerichteten Innenrevision der Staatskanzlei entlastet - zumindest was den Vorwurf der Einflussnahme bei Fördergeldern an die TU Dortmund angeht. Zum Fall Zülfiye Kaykın, gegen die wegen Sozialbetrugs ermittelt wird, äußerte sich Kraft nicht.
Die Opposition kritisiert das. "Die Affären um die Staatssekretäre Eumann und Kaykın sind längst nicht aufgeklärt", sagt CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann. Kraft habe bei ihrem Auftritt am Mittwoch lange geredet, aber nicht viel gesagt. Ähnlich klingt es bei der FDP. Kraft sei Antworten auf die drängenden Fragen des Landes schuldig geblieben, mosert Parteichef Christian Lindner. Immerhin eine Frage hat Kraft an diesem Tag aber erschöpfend beantwortet: die nach der Kanzlerkandidatur.
Stand: 16.01.2013, 17.04 Uhr
Kommentare zum Thema (172)
letzter Kommentar: 21.01.2013, 09:38 Uhr
- Anonym schrieb am 21.01.2013, 09:38 Uhr:
- Ozzy schrieb am 20.01.2013, 21:55 Uhr: Hätten sich SPD-Grüne durchgesetzt wären wir schon in Haftung für Italien und Griechenland, sodass die ihren Staatbediensteten wieder "ordentliche Alimente" zahlen könnten, wie in Bremen oder Berlin. Eurobonds ist ein Modell welches selbst BRD bisher innerhalb der Ländergemeinschaft abgelehnt hatte, es haftet bisher weder Bund noch NRW für Berlin, weil es keine Bundesbonds gibt, bis jetzt, aber demnächst bezahlt dann NRW für Steglitzer Kreisel bis Flughafen und die 63 Milliarden Euro Schulden die diese Stadt bisher anhäufte und bremen wie Saarland usw sind nicht mal viel besser! Ozzy sie bilden sich ihre eigene phantasievolle Traumwelt, weiter üben, denn Gabriel muss abgelöst werden, dann sind sie der nächst Kandidat für SPD-Märchenstunden?
- CDU-Münsterländer schrieb am 21.01.2013, 07:55 Uhr:
- Das ist das Ende von CDU/FDP.In den Großstädten haben sie kaum noch eine Chance bei der Bundestagswahl 2013.Allenfalls in ländlichen Gebieten.....
- Ozzy schrieb am 21.01.2013, 00:54 Uhr:
- Lange Rede kurzer Sinn..Schon wieder ist schwarz-geld abgewählt worden. Sogar mit 6,5% minus für die CDU ,oh aber mit plus von 1,5 für FDP !!! Macht nen Minus von 4%. Die Merkel verliert aber auch bei jeder Wahl, von den blamabelen Ergebnissen in den Großstädten mal abgesehen, oder gibs noch nen CDU OB ??
- Ozzy schrieb am 20.01.2013, 21:55 Uhr:
- H4 haben wir Kohl zu verdanken, weil der 16 Jahre nur ausgesessen hat und das Schwarzgeldkonto gefüllt hat. Wärs nach der CDU gegangen, wären die H4 Zahlungen noch geringer. Der Kanzlerkanditat Stoiber wollte ca 270 Euro H4. Schon vergessen? CDU und FDP wollten auch das die Banken noch mehr dereguliert werden. Schon vergessen? Dann hätten wir hier Irische Zustände. Und die EZB Ankäufe sind keine Eurobonds? Nur weil Murksel das so sagt.Und wenn alles so schlimm ist, wieso ändert die CDU/FDP nix?? Sind ja erst 3 quälend lange Jahre in der ReGIERung??
- Anonym schrieb am 20.01.2013, 21:45 Uhr:
- Ozzy schrieb heute, 21:03 Uhr: selten so gelacht, verkauf die Kommentatoren nicht für dumm, die sind besser informiert als sie und SPD-Wähler. In Niedersachsen haben aufmerksame Wähler Schröder-Köpf, Frau von Gerd Schröder , die rote Karte gezeigt und aus dem Wahlkreis katapultiert! In Herne wird hoffentlich die Wählerschaft mit Frau (Michelle)Müntefering machen, denn die haben auch kein Aufmerksamkeitdefizitsyndrom und wissen wem sie H4 etc zu verdanken haben. Und falls es sie interesseirt Gabriel und Steinmeier sangen bei SPD das Eurobondlied von morgens bis abends von 2009 bis 2012 der Hollande gewählt wurde und Herr Müntefering Gabriel abriet weitr so einen Quatsch zu fordern, denn mit Hollande hätte man es sofort machen können. Bei den Grünen hört(e) man Trittin von Flaschen Pfand, Quecksilber in Birnen und Euro in Bonds den ganzen Tag schwafeln?
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