Grundschüler im Ländervergleich: "NRW muss sich keine Sorgen machen"
Der Grundschulvergleich zwischen den Bundesländern zeigt: Die Leistungen der NRW-Schüler liegen zwar im Mittelfeld, aber knapp unter dem Durchschnitt. Es gibt dennoch keinen Grund zur Sorge, sagt Petra Stanat, Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen.
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Kinder im Süden rechnen und lesen am besten
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WDR aktuell vom 05.10.2012
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Kinder im Süden rechnen und lesen am besten
Leicht unter dem Durchschnitt liegt die Leistung der NRW-Schüler im Grundschulvergleich aller Bundesländer - ein besorgniserregendes Ergebnis? "Nein, NRW muss sich keine übergroßen Sorgen machen", sagt Petra Stanat, Direktorin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), das die Studie im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) durchgeführt hat. Die Studie betrachte nur drei Gruppen: Das Mittelfeld, eine überdurchschnittliche Spitzengruppe und Ausreißer nach unten - und NRW belege mit einem Mittelfeldplatz eine gute Position, so Stanat. Es gebe Verbesserungsbedarf in einigen Bereichen, aber die Leistungsunterschiede zu den Top-Platzierten Ländern wie Bayern dürften nicht überbewertet werden.
Ergebnisse zwischen den Ländern schlecht vergleichbar
Die Schüler in NRW erreichten im Lesen 497 Punkte, ebenso im Rechnen, beim Zuhören gab es 496 Punkte - das sind drei bis vier Punkte unter dem Durchschnitt. Diese Abweichungen seien sehr gering, bis zu zwei Punkte seien statistisch gar nicht relevant, erklärte die IQB-Direktorin. Der Vorsprung von Bayern aber, das alle drei Bereiche dominierte, wirkt beeindruckend: 18 Punkte im Lesen, im Rechnen 21 Zähler und im Zuhören 17 Punkte mehr erreichten die Schüler dort. Damit hinkt NRW etwa ein Drittel eines Schuljahres hinter Bayern hinterher. "Das ist nicht sehr viel", meint Stanat. Es gebe strukturelle Unterschiede in der Schülerschaft, man müsse berücksichtigen, dass der Anteil der Schüler mit Zuwanderungshintergrund in NRW höher liege - das dürfte ein Grund für die Diskrepanz in den Ergebnissen sein.
Gute Leistung von Kindern aus Zuwandererfamilien

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Kinder aus Zuwanderungsfamilien halten in NRW besser Anschluss
Bundesweit betrachtet erreichen Schüler, deren Eltern in Deutschland geboren sind, in allen Bereichen deutlich bessere Ergebnisse als Kinder von im Ausland geborenen Elternteilen. Doch innerhalb der Bundesländer ist der Abstand zwischen den Schülern unterschiedlich groß und NRW schneidet dabei gut ab. Denn im Lesen haben hier Kinder mit zwei im Ausland geborenen Elternteilen den geringsten Rückstand zu Kindern mit zwei deutschen Elternteilen. Im Rechnen sind sie sogar etwas besser als der Durchschnitt. "Der Unterricht in NRW scheint ganz gut zu funktionieren", so Stanat. Allerdings erreichten 37 Prozent aller getesteten Schüler im Lesen nicht einmal die Regelstandards - hier müsse man aufmerksam werden. Die IQB-Direktorin warnt aber vor Aktionismus: "Nur keine schlecht durchdachten Reformen, davon hatten wir zu viele." Stattdessen solle NRW den bereits beschrittenen Weg der Qualitätssicherung und -entwicklung weitergehen.
Mittelfeldplatz gut im internationalen Vergleich
Auch international ist der Mittelfeldplatz im innerdeutschen Vergleich positiv zu bewerten, wie IQB-Direktorin Stanat sagt. Bei der letzten IGLU-Studie hätten die deutschen Grundschulen eine sehr gute Position belegt - auch diejenigen, die bundesweit durchschnittlich abgeschnitten hätten. Im Dezember werden die neuen Daten der IGLU-Studie - eine von drei großen Schulleistungs-Untersuchungen - erwartet, eine Stichprobe von 180 deutschen Schulen habe sich daran beteiligt. "Dann werden wir sehen, wie es international aussieht", so Stanat. Sie hofft, dass das Resultat für Deutschland wieder gut ausfallen wird.
"Schüler individuell besser fördern"
Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) schloss am Freitag (05.10.2012) aus den Ergebnissen, dass NRW besonders gut darin sei, Kinder aus Zuwandererfamilien zu fördern. Das allgemeine Abschneiden bezeichnete Löhrmann als "ein ordentliches Ergebnis, das aber auch nicht besonders überrascht." Bei den meisten Ergebnissen gebe es keinen wesentlichen Unterschied zu früheren Ländervergleichen. Nach Einschätzung von NRW-CDU-Chef Armin Laschet sollen sich die Grundschulen künftig stärker auf die Grundfertigkeiten Rechnen, Schreiben und Lesen konzentrieren. Man müsse "an die Qualität ran und Schüler hier individuell besser fördern", forderte Laschet in Düsseldorf. Notwendig seien kleinere Klassen und eine intensive Sprachförderung für Kleinkinder aus Migrantenfamilien.
Stichworte
- Schulleistungs-Untersuchungen
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- Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit) ist eine internationale Untersuchung, die seit dem Jahr 2000 durchgeführt wird. Die Studie hat das Ziel zu untersuchen, inwieweit Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit die Kenntnisse und Fähigkeiten für eine volle Teilhabe an der Wissensgesellschaft erworben haben. Die neue PISA-Studie ist für Dezember 2013 terminiert.
- Die internationale IGLU-Grundschulstudie (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) erfasst das Leseverständnis von Schülern der vierten Jahrgangsstufe im internationalen Vergleich. Neue Ergebnisse werden am 11. Dezember 2012 erwartet.
- Die internationale TIMSS-Untersuchung (Trends in International Mathematics and Science Study) hat die Schwerpunkte Mathematik und Naturwissenschaften - sowohl für die Grundschulen als auch für die Sekundarstufen I und II. Seit 1995 wird sie im vierjährigen Turnus durchgeführt - neue Ergebnisse werden am 11. Dezember 2012 erwartet.
Stand: 05.10.2012, 18.40 Uhr
Kommentare zum Thema (32)
letzter Kommentar: 10.10.2012, 18:57 Uhr
- Pseudo bildet sich fort schrieb am 10.10.2012, 18:57 Uhr:
- Also ich halte ihr Vorstellung das Bildung nur in Bezug aufTechnik und Naturwissenschaft Sinn macht für reichlich beschränkt.
- @Illusion schrieb am 10.10.2012, 18:48 Uhr:
- In welcher Traumwelt leben sie denn? Sie glauben doch tatsächlich an objektive “Bildungstabellen“ wie sie es nennen. Bei PISA und Co bemüht man sich sicherlich ständig darum dem Ideal der Objektivität möglichst nahe zu kommen aber sie wissen ja wie das mit den Idealen ist. Oft gehen die Vorstellungen was Objektivität an der Stelle ist weit auseinander. Darum sagen solche Untersuchungen alles beziehungsweise gar nichts aus. Auf gut deutsch, man darf solche Untersuchungen nicht zu ernst nehmen. Da hat ein Bundesland eine Abiturquote von 50 %. Ein anderes von 25 %. Wie soll man die vergleichen? Soll man von deinen Ländern die Abiturienten zu 100% nehmen oder muss man von dem einen Land die Hälfte der Abiturienten herausnehmen damit man von beiden Ländern 25% eines Jahrgangs vergleicht.
- Illusion schrieb am 10.10.2012, 10:51 Uhr:
- Das SPD Pleiteland Bremen hat inzwischen eine Abiturquote von fast 50%. In den Bildungstabellen - gleich welche - findet man allerdings Bremen stets ganz unten. Ist das nicht seltsam? Bei den Bremer Genossen - nicht Stadtmusikanten - gilt offenbar "Lieber Masse statt Klasse". Auf diesen Weg der Illusion von ROT/GRÜN befindet sich jetzt auch NRW.
- Pseudo bildet sich fort schrieb am 10.10.2012, 10:24 Uhr:
- @Kevin schrieb am 09.10.2012, 21:28 Uhr: "Didaktik-Professor Hans Peter Klein „Ziel ist, möglichst viele Schüler das Abitur bestehen zu lassen“, Artikel in FAZ 9.10.2012. Wenn man den Kontext überträgt, haben Sie und Kevin recht. Paradox? Nein nur Quantensprung der SPD-Grünen in einer Wissensgesellschaft, die den SPD-Grünen davoneilt, denn die Technik wird nicht in Gesllschaftswissenschaften vorangebracht. Mit Jura bis Politikwissenschaften können sie mit den Instrumenten oder Waffen der Römer und eines Machiavelli erfolgreich hantieren. Versuchen sie das aber in der Technik und Naturwissenschaft, der Basis unserer Kultur(mehr als an "DIE" Kultur vom Theater bis Opernhaus), dann fallen sie schon bei der täglichen Kommunikation über Smartphone wenig smart auf den Bauch.
- @Kevin schrieb am 09.10.2012, 21:28 Uhr:
- Die alte Masche der Sotzen ist Bildung auf möglichst hohem Niveau für alle. Aber sie interessieren sich doch nur für Bildungsunterschiede. Das heißt zu ihrer Bildung gehört die Unwissenheit der Anderen.
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