Der Bundespräsident kommt an den Rhein Bonner auf Zeit

Von Marion Kretz-Mangold

Von der Spree an den Rhein, vom Schloss in die Villa: Bundespräsident Joachim Gauck zieht in die ehemalige Bundeshauptstadt, mitsamt Lebensgefährtin und Beamtentross. Er bleibt zwar nur eine knappe "Bonn-Woche" lang, vom 20. bis zum 23. August - aber auch die will gut vorbereitet sein.


Früher, in den Amtszeiten von Heuss bis von Weizsäcker, wusste es jeder in Bonn: Wenn die Standarte weht, ist der Bundespräsident zuhause. Das war der Normalzustand und die Villa Hammerschmidt Dienst- und Wohnsitz des Staatsoberhauptes. Dort, inmitten eines riesigen Parks, residierte er und hatte immer wieder Könige, Schauspieler und Schriftsteller zu Gast. Seit 1994, nach dem Umzug des Bundespräsidenten nach Berlin, sind die Zeiten vorbei, das "Weiße Haus" ist nur noch zweiter Dienstsitz - und der Bundespräsident fast schon sein eigener Gast. Zuletzt war es Christian Wulff, der im vergangenen Herbst zum Tag der Deutschen Einheit die schmiedeeisernen Tore öffnen ließ. Jetzt kommt sein Nachfolger nach Bonn - aber nicht zum Feiern, sondern um seine Amtsgeschäfte zu führen.

Bonn-Woche mit "Bonn-Tag"


Bundespräsident Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt beim Abflug nach Israel
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Bonner auf Zeit: Daniela Schadt (l.) und Joachim Gauck

Vier vollgepackte Tage verbringt Joachim Gauck am Rhein. Das Programm dafür musste in wochenlanger Kleinarbeit zusammengezurrt und immer wieder mit dem Bundespräsidialamt abgestimmt werden, Änderungen in letzter Minute nicht ausgeschlossen. Für den Montag (20.08.2012) etwa hat die Stadt Bonn unter anderem zur Besichtigung des Museums Koenig, zum Eintrag ins Goldene Buch im Alten Rathaus und zum Besuch des Beethoven-Hauses eingeladen. Nach diesem "Bonn-Tag" bleiben noch drei Tage für den Antrittsbesuch im Nachbarland bei Ministerpräsident Kurt Beck, die Besichtigung des Adenauerhauses in Rhöndorf und mehrere Treffen mit nicht näher genannten "Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen des öffentlichen Lebens". Die finden dann in Gaucks "Zuhause" statt, in der Villa Hammerschmidt.

Der Präsident kommt? (Fast) nicht der Rede wert

Die liegt sonst eher still hinter hohen Hecken, sieht man von den wenigen Tagen im Jahr ab, an denen die Villa zum mondänen Standesamt der Stadt Bonn umfunktioniert wird. Das Wort "Dornröschenschlaf" hört Andreas Schulze trotzdem nicht gern. "Standby" ist dem Sprecher des Bundespräsidenten viel lieber: "Da wird ja nicht nur einmal im Jahr abgestaubt." Es gebe ein fünfköpfiges Team, bestehend aus Reinigungspersonal, einem Haushandwerker und einem Gärtner. Das hält Park und Villa mit all den Teppichen und alten Möbeln nicht nur in Schuss, sondern, wie Schulze betont, "jederzeit verfügbar". Aber was, wenn der Hausherr tatsächlich kommt? Werden Betten aufgeschüttelt und frischer Blumenschmuck besorgt? Naheliegende Fragen, die Schulze ganz diskret nicht beantwortet. Immerhin lässt er sich entlocken, dass die Computer in den Büros gecheckt und die Vorräte aufgestockt werden, mit den Lebensmitteln, die ganz frisch gekauft werden müssen. Was dann im Kühlschrank liegt: auch das ist zuviel der Neugier. Vorlieben oder Abneigungen sind "persönliche Angelegenheiten des Bundespräsidenten" und werden "von uns als solche behandelt".

Diskretion ist alles


Gartenfassade der Villa Hammerschmidt in Bonn, zweiter Amtssitz des Bundespräsidenten
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Viele Zimmer, viel Arbeit für das Bonner Team

Ähnlich zugeknöpft geben sich BKA, LKA, Bundespolizei und Bonner Polizei, die alle gemeinsam über die Sicherheit des Staatsoberhauptes wachen. Immerhin ist zu erfahren, dass ein Personenschutz-Vorabkommando anreist und "gewisse Abläufe" mit den Bonner Beamten bespricht. Es werden auch mehr Polizisten als sonst vor und hinter den Gittern am Park unterwegs sein. Über die Kosten der "Bonn-Woche" schweigt sich das Präsidialamt übrigens auch aus. Aber wenn die Standarte aufgezogen ist, der Präsident seine Koffer abgestellt hat und die "Bonner Woche" mit ein paar wohl gesetzten Worten vor der Villa Hammerschmidt begonnen hat, fragt zumindest in Bonn wohl keiner mehr danach.


Stand: 20.08.2012, 00.00 Uhr


Kommentare zum Thema (21)

letzter Kommentar: 22.08.2012, 10:46 Uhr

@Frank schrieb am 22.08.2012, 10:46 Uhr:
Sorry aber deine Logik ist nicht nachvollziehbar-was bitte schoen hat dieser Gruessaugust mit dem Nichteinziehen Griechischer Steuern zu tun?Selbst mit dem unsaeglichem Steuerabkommen mit der Schweiz hat er nichts zu tun-er beschaeftigt sich lieber damit das unsere "arme hart arbeitende Mutti"zu wenig Geld bekommt.Dies alles fuer nunmehr 217.000 EUR lebenslang...."Verkappte Koenige"braucht ein Demokratie nicht!
Oseline schrieb am 21.08.2012, 17:08 Uhr:
Feuerwehrmann Bernd schrieb am 20.08.2012, 18:46 Uhr: ,,Ich finde es total toll das der Bundespräsident mit seiner Lebensgefährtin in Bonn ist! Das er bei uns in NRW 4 Tage bleibt zeigt doch wie wichtig ihm auch sein zweiter Amtssitz ist! Wir Bürger aus NRW sollten stolz darauf sein! - - - Ja, das dürft ihr auch. Wir können euch anstatt Hartz-IV einen anständigen Präsidenten zum 4-Tage-Besuch bringen.
andrea schrieb am 21.08.2012, 07:25 Uhr:
@ Frank, 14.20 Uhr, 20.8. Mir das deutsche aber langsam auch nicht mehr....
heinzb aus nrw schrieb am 20.08.2012, 22:17 Uhr:
Willkommen in NRW, willkommen in Bonn.
Feuerwehrmann Bernd schrieb am 20.08.2012, 18:46 Uhr:
Ich finde es total toll das der Bundespräsident mit seiner Lebensgefährtin in Bonn ist!!! Das er bei uns in NRW 4 Tage bleibt zeigt doch wie wichtig ihm auch sein zweiter Amtssitz ist! Wir Bürger aus NRW sollten stolz darauf sein!!!

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