Friedenspreise in Münster verliehen "Unerwartete Ehrung" für Helmut Schmidt

Helmut Schmidt hat am Samstag (22.09.2012) in Münster für sein Engagement für ein friedlich geeintes Europa den Westfälischen Friedenspreis erhalten. Gut gelaunt verabschiedete sich der Altkanzler anschließend noch vom Rathausbalkon von hunderten Bürgern, die auf ihn gewartet hatten.


Den Preis des Westfälischen Friedens zeigen Altkanzler Helmut Schmidt und Emma Luisa von "Children for a better world" (r) auf dem Balkon des Rathauses in Münster.
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Altkanzler Helmut Schmidt grüßte vom Rathausbalkon

"Helmut Schmidt ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des friedlich geeinten Europa" - so die Jury über den Altbundeskanzler, der am Samstag (22.09.2012) in Münster den "Preis des Westfälischen Friedens" verliehen bekam. Der 93-Jährige erhielt die Auszeichnung für sein Engagement für ein friedlich geeintes Europa.

"Wenn heute eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Staaten Europas nicht mehr denkbar ist, dann verdanken wir dies Menschen wie Helmut Schmidt", sagte Laudator Reinhard Zinkann, der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe. Schmidt selbst sprach vor 250 Gästen im historischen Rathaus der Stadt Münster von einer "unerwarteten Ehrung". Zugleich mahnte der Altkanzler, dass die EU scheitern könne - und das "durchaus an den Deutschen". Schmidt sagte: "Wir müssen nicht nur Fürsprecher der Europäischen Union sein. Sondern wir müssen - weit darüber hinaus - proaktiv handeln und agieren."


 Altkanzler Helmut Schmidt spricht, nachdem er den Preis in Empfang genommen hat
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Helmut Schmidt warnte vor einem Scheitern der EU

Gruß vom Balkon

Nach der Ehrung war für Helmut Schmidt aber noch nicht Schluss. Denn vor dem Rathaus in Münster warteten über 1.000 Bürger auf den Ex-Kanzler. Der 93-Jährige grüßte vom Rathausbalkon und sagte: "Warum sind denn soviele hier? Es regnet doch und zuhause wartet das Mittagessen." Zur Feier im Festsaal des Rathauses kamen unter anderem NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und der Fraktionschef der SPD im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, als Mitglied der Friedenspreis-Jury.

Während der knapp zweistündigen Veranstaltung, die Schmidt mit seiner Lebensgefährtin Ruth Loah besuchte, griff Schmidt nicht einmal zur Zigarette. Im historischen Rathaus des Westfälischen Friedens herrscht Rauchverbot. Oft ignoriert der beliebte Altkanzler solche Verbote, selbst vor Fernsehkameras.

Einsatz für Einheit und Frieden


Der Friedenspreis
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Der Friedenspreis

Der Friedenspreis wird seit 1998 alle zwei Jahre vergeben. Mit dem Preis ausgezeichnet werden Personen, die sich für Einheit und Frieden einsetzen. Bisherige Preisträger sind unter anderem der französische Staatspräsident a. D. Valéry Giscard d´Estaing und Carla Del Ponte, die ehemalige Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag.

Zusätzlich bekommt immer eine Jugendgruppe den Preis, der die Form eines Westfalen-Pferdes hat. In diesem Jahr hat die Jury "Children for a better World" ausgewählt, eine Organisation, die weltweit Kinderhilfsprojekte fördert. Laudator für die Jugendorganisation ist der Moderator und Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Das Preisgeld wurde in diesem Jahr erstmals verdoppelt. Beide Preisträger erhalten nun je 50.000 Euro, was die Auszeichnung zu einem der höchst dotierten Friedenspreise macht.

Erinnerung an das Ende des 30-jährigen Krieges

Der Frieden und Münster sind auf besondere Weise verknüpft, weil hier vor über 350 Jahren das Ende des 30-Jährigen Krieges besiegelt wurde. "Der Preis soll auch daran erinnern, was die Gesandten im Jahr 1648 in Münster und in Osnabrück geleistet haben", erklärt Reinhard Zinkann.


Stand: 22.09.2012, 14.10 Uhr


Kommentare zum Thema (9)

letzter Kommentar: 24.09.2012, 13:48 Uhr

Anonym schrieb am 24.09.2012, 13:48 Uhr:
Helmut Schmidt ist für Europa und Griechenland, aber SPD für Rentenniveau von 51% und demnächst 43%, ohne dei Beamten einzuschließen. Allein in Griechenland fehlen schwupps nach dem BVG-Urteil plötzlich 20 Milliarden zusaätzlich, die SPD und Schmidt auch zahlen wollen,.Leider wollen sie 30 Millliarden aus Staatskasse nicht in die Renten legen um bis 2030 51% zu halten. Und dazu muss man auch noch sagen für die Beamten werden 70% Pensionen auf Endgehalt und erhöhte Beihilfe von 50 auf 70% von der SPD großzügig gewährt. Ich weiß nicht, warum die Menschen Herrn Schmidt zujubel und die SPD wählen. Irgendwie wird man zwar rot wenn die Namen fallen, aber zusehend nu noch aus Zorn auf die Millionäre in den Führungsriegen der SPD. Jawohl, das sind mittlerweile alles Millionäre(weil so lange in Parlamenten, dass sie selbst bei gutem Lebenswandel genug bekamen um diese Millionen anzusparen), die den anderen die wohlverdienten Bezüge schamlos kürzen?
GuterHelmut schrieb am 24.09.2012, 12:36 Uhr:
@Heinz Faßbender: Ist da noch ein Platz frei? - Dafür rauche ich gerne mit! Endlich mal wieder jemand der meiner Meinung nach eine Auszeichnung auch verdient hat (der Anatomie-Preis war ja quasi was für den Arsc.!): Chapeau Herr Schmidt!!!
heinzb aus nrw schrieb am 23.09.2012, 18:33 Uhr:
Seit den Entscheidungen mit der Landshut ist der H.S. eine Unperson für mich.
Heinz Faßbender schrieb am 23.09.2012, 13:48 Uhr:
Ja für Europa will ich gerne was tun - aber nicht für die Bankster die die Schuldenkrise verschuldet haben und durch die Politik immer noch nicht in die Schranken gewiesen worden sind. Und solange dies nicht geschieht - tue ich nix - und rauche mit Helmut lieber ein Vernebelungspfeifen um diesen Lug und Drug - Scheiß nicht weiter ertragen zu müssen. Dann sage ich, viel Qualm für meinen inneren Frieden!
WDR.de schrieb am 23.09.2012, 10:19 Uhr:
Posting wurde entfernt. Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll, hier soll konstruktiv diskutiert werden.

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