Verleihung des Friedenspreises in Münster: Ein Pferd für Helmut Schmidt
Helmut Schmidt hat am Samstag (22.09.2012) in Münster für sein Engagement für ein friedlich geeintes Europa den Westfälischen Friedenspreis erhalten. Der Friedenspreis wird seit 1998 alle zwei Jahre in Erinnerung an den Westfälischen Frieden von 1648 vergeben.

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Helmut Schmidt bekommt den Preis des Westfälischen Friedens
"Helmut Schmidt ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des friedlich geeinten Europa" - so die Jury über den Altbundeskanzler, der am Samstag (22.09.2012) in Münster den "Preis des Westfälischen Friedens" verliehen bekommt. In seiner Dankesrede erhoffen sich die Veranstalter deshalb auch einige richtungsweisende Worte zu grundsätzlichen Fragen der politischen und wirtschaftlichen Situation in Europa.
Kann Schmidt sich das Rauchen verkneifen?
Mindestens genauso bewegt die Öffentlichkeit allerdings die Frage, ob sich der passionierte Kettenraucher Schmidt an das Rauchverbot im Festsaal des Münsterschen Rathauses halten wird. Verbieten wolle man ihm die Zigaretten nicht, heißt es vonseiten der Organisatoren. Gegebenenfalls würde er eben einen weiteren Bußgeldbescheid für seine Sammlung bekommen.
Die Laudatio auf Schmidt wird Reinhard Zinkann halten, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe, die den Preis seit 1998 im Zweijahresrhythmus verleiht.
Einsatz für Einheit und Frieden

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Der Friedenspreis
Mit dem Friedenspreis ausgezeichnet werden Personen, die sich für Einheit und Frieden einsetzen. Bisherige Preisträger sind unter anderem der französische Staatspräsident a. D. Valéry Giscard d´Estaing und Carla Del Ponte, die ehemalige Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag. Zusätzlich bekommt immer eine Jugendgruppe den Preis, der die Form eines Westfalen-Pferdes hat. In diesem Jahr hat die Jury "Children for a better World" ausgewählt, eine Organisation, die weltweit Kinderhilfsprojekte fördert. Laudator für die Jugendorganisation ist der Moderator und Kabarettist Eckart von Hirschhausen.
Preisgeld wurde verdoppelt
Schon am Freitagabend (21.09.2012) sind Helmut Schmidt und Vertreter der Jugendorganisation in Münster angekommen, um bei einem Abendessen die Mitglieder des Kuratoriums zu treffen, das den Preis finanziert. Das Preisgeld wurde in diesem Jahr erstmals verdoppelt. Beide Preisträger erhalten nun je 50.000 Euro, was die Auszeichnung zu einem der höchst dotierten Friedenspreise macht.
Erinnerung an das Ende des 30-jährigen Krieges
Der Frieden und Münster sind auf besondere Weise verknüpft, weil hier vor über 350 Jahren das Ende des 30-Jährigen Krieges besiegelt wurde. "Der Preis soll auch daran erinnern, was die Gesandten im Jahr 1648 in Münster und in Osnabrück geleistet haben", so Reinhard Zinkann.
Bernadette Spinnen vom Stadtmarketing merkt man noch die Erleichterung über den Ausgang der Schlossplatz-/ Hindenburgplatzdebatte an, wenn man sie nach der Bedeutung des Preises für die Stadt fragt. "Dass der Preis in der Stadt verliehen wird, die mit der Entscheidung für den Schlossplatz ihre Dialogfähigkeit und ihr Geschichtsbewusstsein erneut unter Beweis gestellt hat, verbindet die Stadt mit dem Friedenspreis auf ganz besondere Weise."
Ehrengäste bei der Preisübergabe

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Der Friedenssaal im Rathaus Münster
Zur Feier im Festsaal des Münsterschen Rathauses werden rund 200 Gäste erwartet. Darunter auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sowie – als Mitglied der Friedenspreis-Jury – der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier. Gegen 13.00 Uhr können auch die Münsteraner die Preisträger dann live sehen, wenn sie sich auf dem "Balkon" über dem Stadtweinhaus auf dem Prinzipalmarkt zeigen.
Stand: 22.09.2012, 12.45 Uhr
- Audio: Einsatz für Europa gewürdigt: Helmut Schmidt erhält den Westfälischen Friedenspreis [WDR 2] Cilly van Eck, WDR 2 Morgenmagazin
- Tischgespräch mit Helmut Schmidt [WDR 5]
- "Der coolste Kerl der Republik" [WDR 5]
- 23. Dezember 2008 - Vor 90 Jahren: Helmut Schmidt wird geboren: Sorgfältig versteckte Gefühle (23.12.2008)
- WDR Studio Münster - Sonderseite zum Friedenspreis
- Homepage "Preis des Westfälischen Friedens"
Kommentare zum Thema (7)
letzter Kommentar: 24.09.2012, 09:23 Uhr
- Das Leihschwein schrieb am 24.09.2012, 09:23 Uhr:
- Ex Kanzler Helmut Schmidt ist 93 Jahren alt, hat nichts mehr zu sagen und die Welt hat sich seit seinen Abgang 1982 also vor dreißig Jahren völlig verändert. Mich wundert es ehrlich warum nun so ein Getöse um ihn gemacht wird. Warum gab es den aktuellen Personenkult nicht in den 1980er Jahren kurz nach seiner Abwahl als Kanzler. Helmut Schmidt hat als Bundeskanzler richtige/falsche Entscheidungen getroffen, so wie jeder andere Bundeskanzler vor ihm oder nach ihm auch. Auch er war ein Umverteilungs- und Schuldenmacherpolitiker wie alle anderen auch. Ob die ex Kanzler Schmidt, Adenauer, Erhard, Kissinger, Brand, Kohl, Schröder oder heute Frau Merkel das einzige was sie unterscheidet ist der enorme Schuldenberg den jeder einzelne hinterlassen hat. Was den Friedenspreis betrifft so hat ihn jeder Regierungspolitiker seit bestehen der BRD 1949 verdient, denn alle sorgten für Frieden und Wohlstand in Europa, nicht nur ex Kanzler Schmidt.
- Heini schrieb am 23.09.2012, 16:26 Uhr:
- Helmut Schmidt hat das Amt von gescheiterten Schuldenkanzler Brandt (Wehner: "der Herr badet gern lau!") übernommen und weitere Schulden aufgehäuft: "5 % Inflation ist besser als 5 % Arbeitslosigkeit". Ergebnis: Er hat beides bekommen und sich für sein unsolides Finanzgebaren den Koalitionsbruch mit der FDP eingehandelt. Dies zu seiner Wirtschaftskompetenz. Seine Verdienste in der Europapolitik zusammen mit seinem kongenialen Partner Giscard d’Estaing sind phänomenal und bis heute richtungweisend. Nach dem Duo Schmidt/Giscard gingen Frankreich unter Mitterand und Deutschland unter Kohl wirtschaftlich getrennte Wege: Deutschland in den wachsenden Wohlstands - und das trotz Wiedervereinigung - und Frankreich in den wirtschaftlichen Niedergang. Auch das gehört zur geschichtlichen Wahrheit, wenn man sich die Ratschläge des Altkanzlers zu Europa aus Münster anhören muss.
- Werner schrieb am 22.09.2012, 22:33 Uhr:
- Mein Gott Herr Faßbender. Weiß ist eine Farbe und "weis machen" kommt von weisen bzw. wissen. Das Volk ist sicherlich nicht zu dumm, aber jeder Einzelne in Deutscheland sollte erst nachdenken und sich informieren, bevor er oder sie Allgemeinplätze und Stammtischparolen von sich gibt. Ich habe die Rede von Helmut Schmidt im Fernseher verfolgt. Ich bin kein Schmidt-Groupie, aber können Sie mir derzeit auch nur einen einzigen deutschen Politiker nennen, der in der Lage ist, geschichtliche Zusammenhänge von 1648 bis heute so komprimiert zu schildern und daraus tatsächlich auch Konsequenzen abzuleiten ? Und - er hat recht. Europa hat Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen, hat es wieder aufgenommen in die Reihe der zivilisierten Völker, hat zusammen mit den USA dafür gesorgt, dass das Land nach den verheerenden Zerstörungen wieder aufgebaut werden konnte und prosperierte. Wir sollten ein wenig dankbarer sein und nun Europa helfen - ohne wenn und aber.
- Heinrich schrieb am 22.09.2012, 18:01 Uhr:
- Das waren noch Zeiten in der SPD mit H. Schmidt. Heute belauern sich die SPD Kanzlerkandidaten gegeseitig mißtrauisch. Keiner wagt sich aus der Deckung und nimmt zu aktuellen politischen Themen Stellung. Schmidt vertrat immer klar seine Meinung auch gegen die Mehrheit der eigenen Partei (Nato Doppelbeschluß). Gebe es solche Personen an der Spitze der SPD dann könnte man diese Partei vielleicht einmal wieder wählen. Bei dem jetzigen Zustand freue ich mich über jede Umfrage die abwärts geht. Inzwischen sind es nur noch erfreuliche magere 26%.
- Analytiker schrieb am 22.09.2012, 13:03 Uhr:
- Helmut Schmidt .... DER BUNDESKANZLER und mit Sicherheit einer der intelligentesten und weitsichtigsten Politiker der SPD... RESPEKT !!!!
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