CSD-Parade in Köln Viel Regen, weniger Zuschauer

Bis zu 600.000 Zuschauer haben am Sonntag (08.07.2012) nach Angaben der Polizei die Parade zum Christopher Street Day in Köln verfolgt. Begleitet von heftigen Regenschauern sind mehr als 120 Wagen und Fußgruppen durch die Stadt gezogen.


Teilnehmer an der CSD-Parade
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Gute Laune - auch bei Regen

Die Parade zum Christopher Street Day hat in diesem Jahr weniger Besucher nach Köln gelockt als 2011. Die Polizei schätzt, dass 550.000 bis 600.000 Besucher am Sonntag den Umzug vom Straßenrand aus verfolgt haben. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 800.000 Menschen.


Teilnehmer an der CSD-Parade
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Forderung: Gleiche Rechte für Homosexuelle

Trotz teilweise starker Regenfälle war die Stimmung gewohnt ausgelassen. 65 Wagen und 58 Fußgruppen zogen unter dem Motto "Ja, ich will" durch die Kölner Innenstadt. Damit soll die Forderung von Schwulen und Lesben nach voller rechtlicher Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe unterstrichen werden.

Abschlusskundgebung mit Sozialminister Schneider


Zur Abschlusskundgebung auf dem Kölner Heumarkt forderte Sozialminister Guntram Schneider (SPD) ein Ende der Diskriminierung von Homosexuellen. "Es gibt leider immer noch Vorurteile bis hin zu Anschlägen auf Schwule und Lesben. Das dürfen wir nicht dulden", sagte er. Die Landesregierung unterstütze die Forderung des diesjährigen CSD-Umzugs nach vollständiger rechtlicher Gleichstellung von Schwulen und Lesben "aus vollster Überzeugung". Dies sei auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Keine Adoption, kein Ehegatten-Splitting

Die rechtliche Gleichstellung gibt es bereits in Belgien und den Niederlanden, in Island, Norwegen, Schweden, Spanien sowie in Kanada, Südafrika und Argentinien. In Deutschland hingegen gibt es nur eine "Eingetragene Lebenspartnerschaft", die mit weniger Rechten verbunden ist. Markus Danuser, Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentags (KLUST), der den CSD organisiert, beklagt, dass eingetragene Lebenspartner keine Kinder adoptieren dürfen und im Einkommensteuerrecht benachteiligt sind. Ein steuersparendes Ehegatten-Splitting ist Lebenspartnern beispielsweise verwehrt.

"Homo-Ehe light"

Der Bundestag hatte zuletzt am 28.06.2012 auf Antrag der Grünen namentlich über eine Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule abgestimmt. Mit einigen Ausnahmen stimmten CDU/CSU und FDP dagegen, SPD, Grüne und Linke dafür. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft war Ende 2000 im Bundestag mit der Mehrheit von SPD und Grünen beschlossen worden. Am 01.08.2001 konnten sich die ersten Lesben und Schwulen das Ja-Wort geben. Für die volle rechtliche Gleichstellung hätten SPD und Grüne damals die Zustimmung des Bundesrates gebraucht, wo sie jedoch keine Mehrheit hatten. Deshalb wurde die "Homo-Ehe light" geschaffen.


Stand: 08.07.2012, 17.15 Uhr



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