Lösung für Atomkugeln in Sicht: Jülicher Atommüll in die USA?
Für die Lagerung des Atommülls im ehemaligen Forschungsreaktor Jülich bahnt sich eine überraschende Lösung an. Am Freitag (06.07.2012) teilte das Forschungszentrum Jülich mit, dass die USA offenbar die in den 60er Jahren gelieferten Brennelemente zurücknehmen wollen. Darüber verhandelt derzeit das Forschungszentrum Jülich mit dem US-Energieministerium.
Hintergrund ist ein lang andauernder Streit, was mit dem Brennmaterial aus dem ehemaligen Forschungsreaktor geschehen soll. Die Genehmigung, den Abfall in Jülich zu lagern, läuft aus. Mittlerweile wurde allerdings eine Verlängerung bis 2016 beantragt. Gegen einen geplanten Transport ins Zwischenlager Ahaus, der mit vielen Fahrten durch bewohnte Gebiete verbunden wäre, gibt es heftigen Widerstand.
Lösung des Konflikts zwischen Bund und Land möglich
Bislang sind sich Land und Bund - beide sind Gesellschafter des Forschungszentrums - nicht einig geworden: Der Bund als Mehrheitsgesellschafter hatte ursprünglich den Abtransport nach Ahaus unterstützt. Das für die Sicherheit zuständige Land wollte die Kugeln lieber in Jülich lassen. Beide unterstützten ab jetzt die Lieferung in die USA, teilte das Zentrum mit.
290.000 Kugeln in Castor-Behältern
Das Interesse der USA an den Kugeln liegt im Bereich der Sicherheitspolitik. Ein Weiterverkauf des atomaren Materials soll so verhindert werden. Insgesamt wurden in Jülich zwischen 1967 und 1988 rund 290.000 Kugeln verwendet. Sie werden seit Jahren in Castor-Behältern auf dem Gelände des Forschungszentrums gelagert. Der Versuchsreaktor wird seit 1988 zurückgebaut.
Stand: 06.07.2012, 19.15 Uhr
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