Bundestag stimmt über Ausbildungsoffensive ab 3.000 Altenpflegeschüler fehlen in NRW

Die Bundesregierung fürchtet den Pflegenotstand. Deswegen soll die Qualifizierung zum Altenpfleger gestrafft und die Umschulung bezahlt werden. Am Donnerstag (21.02.1013) at der Bundestag über die Pläne abgestimmt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lage in NRW.


Hände einer älteren Frau umfassen den Aufrichttbügel am ihrem Krankenbett
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Mangelware Altenpfleger: Verbände können schon jetzt offene Stellen nicht mehr nachbsetzen

Was will die Bundesregierung ändern?

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung gegen den Fachkräftemangel in der Altenpflege vorgehen. Demnach müssen Pflegehelfer mit Vorerfahrung nur eine auf zwei Jahre verkürzte Qualifizierung absolvieren. Außerdem wird eine dreijährige Umschulungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit wieder eingeführt.

Das Ziel: Bis 2015 sollen die Ausbildungszahlen jährlich um zehn Prozent gesteigert und 4.000 Pflegehelfer zur Altenpflegekraft nachqualifiziert werden. Das Bundeskabinett hat den Entwurf bereits abgesegnet.

Was halten die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen von dem Vorhaben?


Die Gesetzespläne sind Teil einer Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive in der Altenpflege, die von Bund, Ländern und Verbänden gemeinsam beschlossen worden ist. Dennoch wird bei den Verbänden Kritik laut. Skepsis gibt es vor allem gegenüber der verkürzten Ausbildungszeit für Altenpfleger von drei auf zwei Jahre.

Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe hält nichts von der pauschalen Ausbildungsverkürzung. Sie befürchtet, dass die Zeit für manche Absolventen nicht ausreicht, um ausreichend auf den verantwortungsvollen Job vorbereitet zu werden.

Wie dramatisch ist die Lage in Nordrhein-Westfalen?


Rentner auf einer Parkbank
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Die Gesellschaft altert, der Bedarf an Altenpflegern wächst

Landesweit sind laut Pflegestatistik rund 44.500 staatlich anerkannte Altenpfleger tätig. Sie verteilen sich auf etwa 4.500 Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste. Ende vergangenen Jahres befanden sich 15.300 Schüler in der Ausbildung beziehungsweise wurden zum Altenpfleger umgeschult. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums fehlten bereits Ende 2010 rund 3.000 Altenpflegeschüler. Der Bedarf werde aufgrund der demografischen Entwicklung weiter steigen, heißt es.

Herrscht wirklich Notstand?

Die Diakonie habe bereits Schwierigkeiten, frei gewordene Stellen nachzubesetzen, sagt Heidemarie Rotschopf von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Zur Altenpflege gehöre Idealismus dazu. Bei vielen Bewerbern werde dieser vermisst.


Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Bündnis 90/Grüne

Warnt vor einem Pflegenotstand: Gesundheitsministerin Steffens

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat ebenfalls mit einem Fachkräftemangel zu kämpfen. Vor allem der ländliche Bereich sei betroffen, sagt eine Sprecherin. Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) spricht noch vorsichtig von einem "drohenden Pflegenotstand".

Wie will die Landesregierung dem vorbeugen?

Die rot-grüne Landesregierung will die Ausbildungszahlen weiter steigern. Über eine Umlage werden seit 2012 Betriebe über einen Fonds finanziell bezuschusst, die aktiv Altenpfleger anlernen. Dadurch sei die Zahl der Auszubildenden im vergangenen Jahr um 25 Prozent auf 12.300 Auszubildende gestiegen, sagt Gesundheitsministerin Steffens.

Zudem will das Ministerium gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern und das Image der Berufsgruppe aufpolieren. "Es muss uns gelingen, mehr männliche Jugendliche und mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für die Altenpflege zu gewinnen", sagt Steffens.


Stand: 21.02.2013, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (27)

letzter Kommentar: 21.02.2013, 20:36 Uhr

Anonym schrieb am 21.02.2013, 20:36 Uhr:
Für Altenpfleger ist nichts da, selbst in einer AWO e.V mit Herz für das Wohl der Arbeiter macht ver.di 2 Tarife :Einen für verdianer: Bonus mit vielen Extraurlaubstagen und einen für Nichtver.dianer: den unterirdischen Abschluß ohne Urlaubstage? Wie sozial ist das denn in einer Arbeiterbewegung mit alten SPDlern und Gewerkschaftlern in den Verwaltungsspitzen aber auch auf der anderen Seite bei den Verhandlungen?. Das hat nicht nur Geschmäckle sondern fehlt es der ver.di an der Tariffähigkeit? So gehts ab in Altenheimen eines e.V`s. Nicht etwa, dass so die Tarife etwa gedrückt werden, das wäre ja ...ja was denn eigentlich? Was passiert denn da. Wie würde ein Bsirske sowas jetzt bei den Verhandlungen im ÖD nennen, wo ver.d sich sowas nicht trauen darf?
Real schrieb am 21.02.2013, 20:35 Uhr:
Hallo Anoym von 15,40 Uhr, gratuliere zu Ihrer Formulierung. Das gleiche gilt auch für Erzieherinnen. Warum gibt es da Mangel? Komisch, während Altersgenossen bereits eine bezahlt Ausbidlung absolvieren, kostet diese Ausbildung noch. Um danach in eine geringe bezahltte Anstellung zu gehen. Jeder, der diese Berufe angeht, ist ein Idealist und hat meinen Restpekt.
WDR.de schrieb am 21.02.2013, 16:29 Uhr:
@RotGrünes Drehbuch - Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll, hier soll konstruktiv diskutiert werden.
Anonym schrieb am 21.02.2013, 15:40 Uhr:
Die Bezahlung ist eine Frechheit; AltenpflegerInnen tragen mehr Verantwortung als Sparkassendirektoren und arbeiten auch deutlich länger...
Außer Gewäsch nichts mehr zu erwarten? schrieb am 21.02.2013, 14:19 Uhr:
So sind die Grünen und SPD, Geld haben sie nur für Eurorettungsmilliardäre, schöne Worte für BRD-Bürger. Wartet ab, ihr werdet auch alt,wenns die Spitzenfunktionäre nicht schon sind?Was haben diese Parteien noch mit dem produktivem Arbeitnehmer zu tun, ehrlich betrachtet eigentlich gar nichts mehr?

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