Abgeordnete aus der zweiten Reihe - Teil 2 Typ "Souveränes Nesthäkchen"

Von Jenna Günnewig

WDR.de stellt in einer Serie Landtagsabgeordnete aus der zweiten Reihe vor, keine Polit-Promis, aber solche, die es einmal werden könnten. Henning Höne ist jüngster Abgeordneter, toller Redner und ein weiteres politisches Talent der FDP.


Henning Höne
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Höne: "Im Landtag sprechen zu dürfen, ist ein riesen Privileg"

Henning Höne ist 25 Jahre und wirkt älter. Er ist der Jüngste im Landtag und wirkt, als wäre er schon lange dabei. Während viele neue Abgeordnete noch etwas orientierungslos durch die Landtagsgänge irren, ist Höne schon angekommen. Sechster Stock, traumhafte Aussicht auf den Düsseldorfer Medienhafen. Ein zweiter Schreibtisch fehlt noch, dafür gibt es eine Couch und eine funktionierende Kaffeemaschine.

Lindner? "Der war doch deutlich schneller als ich"

Henning Hönes politischer Lebenslauf liest sich gut - mit 17 gründet er einen JuLi-Ortsverband in Coesfeld, mit 21 wird er zum damals jüngsten Kreisvorsitzenden der FDP in Nordrhein-Westfalen gewählt, mit 23 ist er Landesvorsitzender der Jungen Liberalen. Nun, mit 25 Jahren, sitzt er im Landtag. Klingt nach Karriere. Hört sich nach einem weiteren glatten, politischen Talent der Liberalen an. Erinnert an den FDP-Fraktionsvorsitzenden Christian Lindner. Höne zuckt kurz die Achseln: "Der war doch deutlich schneller als ich."


Der FDP Fraktionsvorsitzende Christian Lindner (FDP) spricht im Landtag in Düsseldorf.
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Lindner war auch Abgeordneter und Student zugleich

Diesen schnellen Aufstieg habe er nicht geplant. Mit "viel Glück und ein bisschen Zufall" sei er hier im Landtag gelandet. Eigentlich macht Höne gerade seinen BWL-Master an der Uni Duisburg-Essen. "Politik war immer Ehrenamt. Jetzt ist ein super spannendes Hobby zum Beruf geworden, da beschwere ich mich nicht." Mit dem Studium setzt er ein Semester aus, dann soll es nebenher laufen. Das habe Lindner ja auch so gemacht. Dass er mit seinen 25 Jahren der Jüngste im Parlament ist, findet Höne eher nebensächlich: "Wenn ich der Zweitjüngste wäre, würde ich mich nicht schlechter fühlen." Der Jüngste zu sein, sei ein netter Zusatz und kein Bonus. "Man wird deswegen nicht vorsichtiger angefasst. Von mir aus können wir direkt in die Debatten einsteigen."

"Heilfroh, dass ich mich nicht verhaspelt habe"


Und Höne kann Debatte, er ist ein guter Redner. Seine erste Rede zur Dichtheitsprüfung (21.06.2012) hätte auch schon seine Fünfte oder Sechste sein können, so souverän wirkt er. Fragt man nach, wie es ihm damals ging, bekommt man einen anderen Eindruck. Höne redet erstaunlich offen über seine Nervosität und die "Welle, die kurz vor Namensaufruf auf einen zurollt". Nach ein paar Sätzen sei er drin gewesen, heilfroh, dass er sich nicht verhaspelt habe.

Ihm sei es egal, ob er auf einem Landesparteitag vor 400 Leuten rede oder auf einem Bundesparteitag vor 800. Der Landtag sei aber ein komplett anderes Umfeld, eine andere Situation. "Auf einem Parteitag gibt es erst mal 15 Meter Absperrungen, eine hohe Bühne und alle sitzen in einem Boot. Im Plenum hat man halb im Rücken die Regierung, der das im Normalfall nicht gefällt, was man zu sagen hat." Dazu kämen die vielen Zwischenrufe. Es scheint ihm aber trotzdem Spaß zu machen, er nickt: "Im Landtag sprechen zu dürfen, ist ein riesen Privileg."

Umweltminister Remmel als Herausforderung


Henning Höne
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"Ein super spannendes Hobby ist nun Beruf geworden"

Um zu hohe Dioxinbelastung und enge Hähnchen-Mastställe, um erneurerbare Energien und das grüne Klimagesetz werden sich Hönes zukünftige Reden drehen. Umweltpolitik ist sein Gebiet. Er kommt aus Coesfeld, dem ländlichen Münsterland. Da sei die Umweltpolitik ein großes Thema. Das sei sowieso ein spannendes Feld, bei dem das Land auch noch was zu melden habe. Dabei wird Höne in Zukunft immer wieder gegen den sehr starken grünen Umweltminister Johannes Remmel antreten. "Das macht es herausfordernd", freut sich der 25-Jährige. Remmel sei gerade für die FDP eine spannende Persönlichkeit: "Da treffen Welten und Gegensätze aufeinander - umso besser."

"Prototyp FDP? Nicht so, wie er gerne karikiert wird!"

Höne selbst könnte man sich schwer bei den Grünen vorstellen, er wirkt wie der Prototyp eines jungen Liberalen. Einwände gegen diese Charakterisierung? "Der Prototyp FDP? Nicht so, wie er gerne karikiert wird!" Wenn man unter Liberalismus unabhängig sein, selbst entscheiden und selber Dinge in die Hand nehmen verstehe, dann ja, dann halte er gerne als Prototyp her.

Höne merkt man an, dass er Lust hat auf den Landtag und die Politik. "Es ist anstrengend, klar. Aber das können andere Jobs auch sein. Mir macht es auch gerade deswegen Spaß. Es ist etwas Besonderes, es fordert.

Regierung mit ein paar Kleinen Anfragen ärgern

Wo geht es hin, für einen, der mit Mitte zwanzig im Landtag sitzt? Nach Brüssel oder Berlin vielleicht? "Steht nicht auf der Agenda", schüttelt Höne entschieden den Kopf und deutet auf die noch leere Stelle in seinem Büro - dahin, wo der neue Schreibtisch stehen soll. "Ich richte mich hier in Düsseldorf gerade mal ein und bin froh, dass ich letzte Woche die neue Krankenversicherung unterschrieben habe." Also mal lieber langsam. Erst mal Landespolitik, erst mal Sommerpause. Die will Henning Höne zur Vorbereitung nutzen, um die Regierung mit ein paar Kleinen Anfragen zu ärgern, wenn es im Landtag wieder losgeht.


Stand: 31.07.2012, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (22)

letzter Kommentar: 01.08.2012, 14:17 Uhr

Renner schrieb am 01.08.2012, 14:17 Uhr:
Kann mir freundlicherweise mal jemand erklären, welche Funktion dieser Artikel erfüllen soll ? Er läßt vor allem jegliche kritische Distanz zu seinem Subjekt, die im politischen Journalismus zum kleinen Einmaleins gehören sollte, vermissen. Dann aber handelt es sich nicht um Information, sondern mindestens um verkappte Werbung. Im übrigen fällt auf, daß gerade Frau Günnewigs Artikel von einer, vorsichtig formuliert, wohlwollenden Meinung zur Politik der FDP und insbesondere der CDU sowie den entsprechenden Repräsentanten jener Gruppierungen gekennzeichnet sind.
Heinz Faßbender schrieb am 01.08.2012, 08:44 Uhr:
@Angestellter; Sie verwechseln berechtigte Kritik mit Jammern? Welch ein geistiger Jammer! und zu @Hammer; Bürger die Beamte leimen - stehen doch sofort vor Gericht. Beamte dagegen fast nie - und die FPD und deren Plagiatdoktoren auch nicht. Und im Übrigen - die FPP interessiert mich nicht im Geringsten. - alles römische Dekadenz.....
In welcher Verfassung leben Parteien? schrieb am 31.07.2012, 17:41 Uhr:
auch dieser "Jüngling" wird nicht gegen den Fraktionszwang stimmen. Fraktionszwang, was ist das? Etwas was nicht durchs GG gedeckt wird und daher verfassungswidrig ist? Kann das sein? Was alles in BRD ohne GG geht sieht man bei ESM und Europolitik.
WDR.de schrieb am 31.07.2012, 16:56 Uhr:
Kommentar gesperrt. Bitte keine persönlichen Beleidigungen.
Kent Brockman schrieb am 31.07.2012, 15:29 Uhr:
Solange die FDP ihr neoliberales Süppchen kocht und den grössten Lobbybetrieb unterhält, und damit ihre Vorbilder in den USA kopiert und wir solche Verhältnisse hier nicht wollen, sind sie zu Recht bei 4% . Keiner wird sie 2013 vermissen.

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