Prozess vor dem Bonner Landgericht Zwei Menschen mit Kopfschüssen getötet

Zwei Männer soll er beraubt und dann durch Kopfschüsse getötet haben: Der 56-jährige Angeklagte muss sich seit Dienstag (25.09.2012) vor dem Bonner Landgericht wegen zweifachen Mordes verantworten. Zum Aufttakt verweigerte er die Aussage und kündigte eine ärztliche Untersuchung seiner Schuldfähigkeit an.


Außenansicht des Bonner Landgerichts
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Vor dem Bonner Landgericht muss sich ein 57-Jähriger wegen zweifachen Mordes verantworten

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus: Laut Anklageschrift soll der Angeklagte die zwei Menschen getötet haben, um damit die Überfälle zu vertuschen. Außerdem soll er heimtückisch gehandelt haben.

Der Prozessauftakt am Dienstag (25.09.2012) verzögerte sich, weil ein Schöffe ausfiel und ersetzt werden musste. Nach Prozessbeginn ließ der 56-Jährige aus Sankt Augustin wissen, dass er zur Sache keine Angaben machen werde. Er kündigte aber eine ärztliche Untersuchung an. Er will sich damit bescheinigen lassen, dass seine Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt aufgehoben beziehungsweise gemindert war. Außerdem stellte sein Verteidiger einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens. Sein Mandant habe sich auf den Prozess nicht richtig vorbereiten können. Wegen mehreren Verlegungen in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten sei eine wichtige Akte abhanden gekommen. Am Donnerstag geht der Prozess weiter. Dann wollen die Richter auch über die Aussetzung entscheiden.

Bereits wegen Betrugs verurteilt

Schon im November 2010 war der Angeklagte vom Bonner Landgericht wegen Betruges zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. In der Zeit zwischen Urteil und Ladung zum Haftantritt reiste er zunächst ins Ausland. Dort soll er beschlossen haben, sich in Deutschland Geld durch bewaffnete Raubüberfälle zu beschaffen.

Vorgetäuschtes Verkaufsgespräch

Direkt nach seiner Rückkehr aus dem Ausland soll der Angeklagte am 2. Februar 2011 ein Matratzengeschäft in Bonn-Beuel besucht, und den 42-jährigen Verkäufer in ein Verkaufsgespräch verwickelt haben. Im Verlauf des Gesprächs habe der Verkäufer die Kassenschublade geöffnet und sei vom Angeklagten direkt mit vorgehaltener Pistole zur Geldherausgabe aufgefordert sein. Als er die Schublade stattdessen wieder schloss, soll der 56-jährige ihn mit zwei Schüssen tödlich verletzt haben. Der Schütze floh ohne Beute.

Tod in der Mittagspause

Kaum drei Wochen nach dem ersten Mord soll der Angeklagte den nächsten Raubüberfall begangen haben. Dazu wartete er auf dem Bonner Ennertparkplatz auf ein Opfer. Schließlich wählte er einen 49-jährigen Mann, der auf dem Parkplatz seine Mittagspause verbringen wollte. Ihm soll der Täter ohne Vorwarnung in den Kopf geschossen haben. Mit der Leiche im Kofferraum sei er am nächsten Tag nach Belgien gefahren und habe den Toten in einem Wald abgelegt. Noch am gleichen Tag stellte er sich zum Strafantritt aus dem Betrugsurteil. Im Gefängnis gestand er die Raubmorde.

Zum Motiv erklärte der Angeklagte, er habe das Geld für eines seiner vier Kinder benötigt. Diese Erklärung hielt aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft "einer näheren Überprüfung nicht stand."


Stand: 25.09.2012, 17.18 Uhr