Düsseldorf wird 725 Jahre alt: Landeshauptstadt will feiern - um jeden Preis?
Immer mal wieder schwanken die Düsseldorfer zwischen Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn. Weil es Bambi, Skilanglauf und Eurovision Song Contest in diesem Jahr nicht gibt, soll der 725. Jahrestag der Stadtgründung gefeiert werden. Kosten darf es aber bitte so gut wie nichts. Das wurde am Mittwoch (30.01.2013) bei der Vorstellung des Programms deutlich.

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Anlässlich des 725-jährigen Bestehens will es Düsseldorf krachen lassen.
Muss der 725. Jahrestag einer Stadtgründung überhaupt groß gefeiert werden? Irgendwer in Düsseldorf hat diese Frage mit Ja beantwortet. Relativ kurzfristig offenbar, denn das Jahr war schließlich schon 30 Tage alt, als Oberbürgermeister Dirk Elbers am Mittwoch (30.01.2013) das Programm präsentierte: "Das Jubiläumsjahr soll sich mit zahlreichen Aktionen wie ein roter Faden durch das gesamte Jahr ziehen." Verschiedene Veranstaltungen, Vorträge und Führungen werden gekrönt mit einem großen Bürgerfest am ersten September-Wochenende.
Das Verlangen nach dem großen Spektakel

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Düsseldorf, mal ganz cool: Das war 2011
Zwischen den klassischen Jubiläen von 700 und 750 Jahren eine Feier einzuschieben, wirkt wie das Verlangen nach dem großen Spektakel. Kein Wunder: 2011 gab es in Düsseldorf den "Eurovision Song Contest", vergangenes Jahr die Bambi-Verleihung, und lange Zeit begeisterte der Skilanglauf-Zirkus auf künstlichem Schnee am Rheinufer Hunderttausende im Winter. In diesem Jahr sieht es bisher mager aus: Der Wintersport pausiert, eine Rückkehr steht in den Sternen. Bambi und Lena sind ohne Alternative in ihrer Außenwirkung.

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Düsseldorf, mal ganz glamourös: Das war 2012
Zu finanzieren ist ein Ereignis in dieser Größenordnung scheinbar auch nicht mehr: Im vergangenen November sollen die Amtsleiter der Stadt Düsseldorf einen Brief aus dem Oberbürgermeister-Büro erhalten haben mit der Bitte um Vorschläge für Veranstaltungen anlässlich des Jubiläums. Kreativität war gefragt, Kosten bitte nicht. Die Bambi-Verleihung hatte rund eine Million Euro verschlungen. Und von der verantwortlichen Stadttocher "Düsseldorf Marketing und Tourismus" (DMT) war zwischenzeitlich zu hören, dass dadurch die Mittel für Marketingmaßnahmen bis 2014 verbraucht seien.
"Wir stellen die Bürger in den Mittelpunkt"
Wohl auch deshalb freuten sich die Verantwortlichen der Stadt über entsprechenden Zuspruch und Gestaltungswillen von Kirchen, Bühnen, Sport- oder Heimatvereinen. "Sie alle wollen ihren Beitrag zum Stadtjubiläum leisten." Das kommt der Stadtkasse natürlich entgegen, man setzt auf die kleine Lösung, die schätzungsweise immer noch rund 350.000 Euro kosten wird. Das meiste dürfte für das Bürgerfest eingeplant sein. "Wir stellen die Bürger in den Mittelpunkt, wollen gemeinsam die Stadt feiern und so das Gefühl der Zusammengehörigkeit stärken", sagt das Stadtoberhaupt. Elbers geht es wohl auch darum, die Außenwirkung der schuldenfreien Stadt so lange wie möglich politisch genießen zu können. Denn weil die Gewerbesteuereinnahmen rückläufig sind, wurde im vergangenen Jahr schon in den Etats gespart, wo es nur ging. Und 2014 will der CDU-Mann neu gewählt werden.
"Schlacht von Worringen" soll nachgestellt werden

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Düsseldorf, mal ganz feierlich: So wird's 2013
Die Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine sowie die Schützenvereine planen bereits jetzt für den möglichen Termin am 14. August – an jenem Tag vor 725 Jahren wurde Düsseldorf zur Stadt. Die vorangegangene "Schlacht von Worringen" soll angeblich auf den Rheinwiesen nachgestellt werden. Das könnte dann auch die Kölner rheinaufwärts interessieren. Schließlich stritten am 5. Juni 1288 Düsseldorf und Kölner Bürger Seite an Seite gegen den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg. In der Folge des Aufstands verlieh Graf Adolf von Berg dem kleinen Ort an der Düssel die Stadtrechte. Womöglich ist da eine Party-Einladung in die Domstadt fällig.
Stand: 30.01.2013, 15.07 Uhr
Kommentare zum Thema (21)
letzter Kommentar: 31.01.2013, 15:56 Uhr
- Dick Baxter schrieb am 31.01.2013, 15:56 Uhr:
- Der Düsseldorfer ist an sich ein sympathischer Mensch, der Kölner dagegen besticht durch Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit gepaart mit Ernsthaftigkeit und Sturheit.
- Ruben Vermaat schrieb am 31.01.2013, 15:04 Uhr:
- Düsseldorf nimmt sich einfach zu wichtig, ist aber eigentlich nur ein kleiner Wuzz.
- Dorumir Schimpf schrieb am 31.01.2013, 14:51 Uhr:
- Ich bin Ungarin. Honved vs. Patszaf. Das ist so ähnlig wie Dusseldorf Koln.
- Prof. Dr. Horst-Eberhard Gretzenberger-Finkenschnaller schrieb am 31.01.2013, 14:35 Uhr:
- Ich hann de Kann voll - das sagt der Kölner und das sagt alles.
- Detlev Dottermann schrieb am 31.01.2013, 14:26 Uhr:
- Über Düsseldorf lacht die Sonne, über Köln die ganze Welt.
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