Interview über Wintererinnerungen: Früher war mehr Schnee - oder nicht?
Das unbeständige Winterwetter nervt – mal eiskalt, mal lauwarm, mal Dauerregen. Waren die Winter früher nicht besser? Ein Interview über Wettererinnerungen mit dem Psychologen Frank Schneider vom Uniklinikum Aachen.

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Konnte man früher häufiger auf dem See Schlittschuh laufen?
WDR.de: Viele Leute meinen sich zu erinnern: Früher waren die Winter länger, schöner, mit mehr Schnee. Fragt man jedoch die Wetterdienste danach, war es in Wirklichkeit gar nicht so. Wie kommen die Menschen darauf?
Frank Schneider: Ich glaube, das ist die unmittelbare Betroffenheit. Weil das Wetter im Moment schlecht ist und weil man in seinem Schlamassel drin sitzt und dann sagt: "Früher war es irgendwie anders". Denn in irgendetwas muss man sich ja retten können.
WDR.de: Die Erinnerungen an frühere Winter sind meist mit angenehmen Dingen verbunden: weißer, in der Sonne glitzernder Schnee, trockene Kälte, lustige Schlittenfahrten. Wird Angenehmes eher erinnert als Schlechtes?

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Professor Frank Schneider
Schneider: Das ist unterschiedlich. Ich glaube nicht, dass alle Menschen in Deutschland sagen "die Winter waren früher besser". Bei Menschen, die im Moment eine schwierige Stimmungslage haben, depressiv und verstimmt sind, bei denen war früher nichts besser. Da war es früher schlecht, es ist heute aber auch schlecht. Es ist generell nicht so, dass negative oder positive Emotionen besser erinnert werden – oder besser gesagt Gedächtnisinhalte, die mit Emotionen versetzt sind. Es ist eher so, dass ein Gedächtnisinhalt besser behalten wird, wenn bei der Abspeicherung im Gehirn eine gewisse Erregung dabei ist. Ob diese Gemütserregung positiv oder negativ ist, das ist egal. Wenn Sie sich zum Beispiel an eine Schlittenfahrt erinnern, die irgendwie toll war, dann war dieses Gefühl das Wichtige. Sie können sich genauso gut an schreckliche Dinge erinnern, die sind auch ganz tief im Gedächtnis drin.
WDR.de: Auffällig ist ja, dass gerade beim Wetter die Erinnerungen offenbar ein wenig ungenau sind. Gibt es dafür eine Erklärung?

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Spaß im Schnee
Schneider: Ich glaube, das liegt vor allem daran, dass das Wetter so unbeständig ist. Für viele Leute ist der Schnee gut, weil sie dann zum Beispiel rodeln können. Für andere wie Berufspendler ist er schrecklich. Das heißt, auch die Bewertung, wie das Wetter auf uns wirkt, ist ganz unterschiedlich. Es kommt auf den einzelnen Menschen an. Es kommt darauf an, in welcher Stimmung er gerade ist, was für Bedürfnisse er hat, was er gerade erlebt.
WDR.de: Und welche Erinnerungen haben Sie an frühere Winter?
Schneider: Ich habe wunderschöne Winter und wunderschöne Sommer in Erinnerung. Ich weiß aber auch, dass es manchmal richtig schrecklich war. Ich würde mich auf mich selber nicht verlassen wollen. Wenn ich mir die Frage stelle: Wie war denn das Wetter früher? Dann würde ich lieber den Wetterdienst fragen.
Das Interview führte Monika Schneiders.
Stand: 03.02.2013, 09.30 Uhr
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 05.02.2013, 03:09 Uhr
- RechtsDaumenLinks schrieb am 05.02.2013, 03:09 Uhr:
- Früher gab es weniger Psychologen die zu allem Ihren Senf dazu getan haben...
- Och nöö schrieb am 03.02.2013, 23:22 Uhr:
- "Früher war mehr LAMETTA",heisst es bei Familie Hoppenstedt.Nicht Lamento.Wenn zitieren,dann bitte richtig.
- Robert Unterdeck schrieb am 03.02.2013, 21:30 Uhr:
- Den Professore hätte man besser fragen sollen, was er sich das letzte Mal Leckeres gekocht hat. Dann wäre der Artikel vielleicht etwas spannender gewesen.
- "Früher war mehr Lamento ..." schrieb am 03.02.2013, 16:41 Uhr:
- ... dieser universellen und zeitlosen Weisheit frei nach Familie Hoppenstedt ist nichts mehr hinzuzufügen!
- Torben schrieb am 03.02.2013, 13:56 Uhr:
- ... was für ein schwachsinniger und überflüssiger Artikel...
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