Kälte und Glätte in NRW Dicke Schneedecke über NRW

Tief "Karin" hat dem Rheinland am Freitag (07.12.2012) eine kräftige Ladung Schnee beschert. Binnen weniger Stunden fielen bis zu elf Zentimeter Neuschnee. Die Winterdienste standen vor der ersten Bewährungsprobe der kalten Jahreszeit. Es kam zu zahlreichen Unfällen.


Autos fahren am 07.12.2012 bei Pulheim (Nordrhein-Westfalen) über schneeglatte Straßen.

Die Landesleitstelle der Polizei zählte am Freitag (07.12.2012) fast 730 wetterbedingte Verkehrsunfälle auf den Straßen. Die Blechschäden summierten sich auf 1,5 Millionen Euro, 28 Personen wurden leicht verletzt. Schwerpunkte des Schneetreibens seien Köln und Düsseldorf gewesen. In der Landeshauptstadt musste die Feuerwehr zahlreiche Fußgänger versorgen, die auf nicht geräumten Gehwegen ausgerutscht waren und Prellungen und Knochenbrüche erlitten. Im Raum Viersen geriet ein Krankenwagen im Schneegestöber in den Gegenverkehr. Der 84-jährige Patient im Rettungswagen erlitt dabei schwere Verletzungen.


Die Polizei empfahl allen Lastwagenfahrern im Rheinland zeitweise, Parkplätze und Raststätten anzufahren. Die Lastwagen könnten ihre Fahrt fortsetzen, sobald der Winterdienst die Straßen wieder freigeräumt hat. Zahlreiche Lkw hatten sich auf den schneeglatten Straßen quergestellt. Von Osten her wurde die frostige Front aber von einem Hoch begrenzt und konnte sich zunächst nicht weiter als bis zum Ruhrgebiet ausdehnen. Auf den Straßen hielten sich die Staus zunächst in Grenzen.

Verspätungen im Bahnverkehr

Einige S-Bahn-Linien gerieten am Freitag aus dem Takt. Für die S 6 (Essen-Düsseldorf) und die S 11 wurden Verspätungen von einer Stunde und mehr angegeben. Die Regionalbahn 25 endete schon in Köln-Deutz statt in Bergisch Gladbach. Fernzüge trudelten verspätet auf den NRW-Bahnhöfen ein. Auch der Thalys nach Paris fuhr chronisch verspätet - aber er fuhr. Am Nachmittag lief aber wieder alles nach Plan, sagte ein Bahnsprecher.

Zahlreiche Flüge ausgefallen

Am Düsseldorfer Flughafen fielen am Freitag 111 Flüge aus, viele weitere verspäteten sich um mehrere Stunden. "Die Start- und Landebahnen müssen geräumt, die Vorfelder freigehalten und die Maschinen enteist werden", sagte Flughafensprecher Thomas Kötter. Viele Verspätungen seien aber auch durch die Wetterverhältnisse an den anderen europäischen Flughäfen verursacht worden. Um der weißen Masse Herr zu werden, kooperiert der größte Airport des Landes mit Bauern der Umgebung, die die Schneeberge abtransportieren.

Der Köln-Bonner Flughafen meldete leichte Verspätungen, weil die Start- und Landebahn vom Schnee geräumt wurde. Zudem wurden zwei Flüge nach Amsterdam und Paris abgesagt, weil die Flughäfen dort Probleme mit dem Wetter hatten. Außerdem wich eine Maschine von Düsseldorf nach Köln/Bonn aus, um zu landen.

Ostwestfalen bleibt wohl trocken

In nahezu allen Landesteilen westlich des Rheins hatte es im Laufe des Morgens begonnen zu scheien. Am Nachmittag zog der Schnee langsam in Richtung Rheinland-Pfalz weiter. Dagegen bleiben viele östliche Landesteile verschont: "Das Ruhrgebiet kriegt zwar etwas ab, aber insgesamt nur wenig", kündigt WDR-Wtterexperte Oliver Klein an. In Ostwestfalen und dem östlichen Münsterland werde es wohl den ganzen Tag weitestgehend trocken bleiben.

Kalter Samstag, nasser Sonntag, tauender Montag

Am Samstag sind die Aussichten für NRW trocken und kalt, bei Temperaturen zwischen minus drei Grad und dem Gefrierpunkt. Am Sonntag müsse wieder eher mit Matschwetter gerechnet werden. An vielen Orten wird es wieder zu warm für den Schnee. "Es soll zwar noch schneien, aber bei plus zwei Grad wird es an vielen Orten eher Schneeregen geben", sagt Experte Oliver Klein. Am Montag wird es noch wärmer. In weiten Teilen des Landes werde es dann tauen.

Audio

Zwei Spaziergänger im Schnee Video Wintereinbruch in NRW (04:37 Min.) WDR aktuell vom 07.12.2012

Wintereinbruch in NRW


Stand: 07.12.2012, 15.28 Uhr


Kommentare zum Thema (81)

letzter Kommentar: 08.12.2012, 22:12 Uhr

Stürmer schrieb am 08.12.2012, 22:12 Uhr:
Ich finde das der WDR hier sehr sachlich berichtet. Regionen und Autobahnen werden genau benannt, so wie die genauen Streckenabschnitte und Schneehöhen. Hier wird nicht der übliche Winterhype beschrieben, sondern die Tatsachen. Wäre schön wenn der WDR auch politisch so Fit wäre.
OWL schrieb am 08.12.2012, 14:11 Uhr:
Mit Arroganz komme ich immer gut klar. -;)
viva schrieb am 08.12.2012, 13:21 Uhr:
@OWL:Wer oder was ist denn schon Ostwestfalen-Lippe?Ein paar Wiesen und Kühe.... ;-) Wenn ich wissen will wie das Wetter ist oder ob Schnee liegt, geh ich vor die Türe.....oder schau aus dem Fenster!
Germanist schrieb am 08.12.2012, 12:16 Uhr:
OWL, an der Meinung des WDR, NRW sei von einer dicken Schneedecke überzogen, wird sich bis zum Tauwetter nichts ändern. Der Leser achtet zuerst auf die Überschrift. Dort heißt es aktuell "Dicke Schneedecke über NRW". Wer weiterließt, darf erfahren, dass offenbar das Rheinland gemeint ist. Die wahre Aussage passt scheinbar nicht ins Eingabefeld des CMS. Korrekt müsste es nämlich heißen "Teile Nordrhein-Westfalens von einer dicken Schneedecke überzogen". Und wo ist der Live-Ticker hin? Vielleicht hat doch jemand mal nachgesehen, was "sagenhafte" 10 cm Schnee bedeuten.
OWL schrieb am 08.12.2012, 11:20 Uhr:
Beharrlich meldet der WDR, Land unter- mit Schnee für ganz NRW- da frage ich mich, was die Moderatoren am Samstagmorgen schon im Kaffee oder Tee haben. Oder endet deren geographischer Horizont für unser Bundesland schon hinter Leverkusen. Manno, aufgewacht in dem Amtsstuben beim WDR, das Bundesland NRW geht viel weiter, als bis Meinerzhagen.

Alle Kommentare anzeigen