Interview mit WDR-Meteorologen Weiß Als Erster im Freibad

Die Beschwerden an Jürgen Weiß werden in den nächsten Tagen abnehmen. Denn zum Wochenbeginn kommt endlich der Sommer. Ob das schöne Wetter von Dauer ist, kann der WDR-Meteorologe noch nicht sagen. Dafür verrät er aber, wie er seinen beruflichen Wissensvorsprung privat nutzt.


Taucher im leeren Freibad
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Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Am Montag, Dienstag und Mittwoch!

WDR.de: Kommt der Sommer jetzt endlich?


 Jürgen Weiß
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Weiß weiß, wie's Wetter wird

Weiß: Ja, zumindest zum Wochenbeginn. Am Montag gehen die Temperaturen auf 24 bis 26 Grad, am Dienstag auf 26 bis 28 Grad. Und am Mittwoch vielleicht sogar noch ein bisschen höher. Das wird jetzt nicht die große Hitzewelle, aber zumindest drei Tage überwiegend freundliches Wetter mit wenigen Wolken. Was dann ab Donnerstag ist, muss man noch abwarten. Kann sein, dass es dann wieder wechselhafter wird, aber das steht noch nicht fest.

WDR.de: Welches Wetter ist Ihnen eigentlich aus professioneller Sicht am liebsten?

Weiß: Gewitter, kräftige Regenfälle, Wind und Sturmböen - das sind Wetterverhältnisse, bei denen es sehr interessant ist, sie zu messen und zu beobachten. Das ist für Meteorologen natürlich spannender als eine dreiwöchige Schönwetterperiode, in der nichts passiert.

WDR.de: Andererseits: Wenn etwas passiert, sind die Voraussagen auch schwieriger.

Weiß: Das stimmt. Gerade bei dem Schauerwetter, wie wir es in den letzten Tagen hatten, ist es immer schwierig. Schauer sind naturgemäß sehr unregelmäßig verteilt: Der eine bekommt eine kräftige Schütte ab, der andere bleibt trocken. Und da gibt es tatsächlich auch Leute, die sich ärgern, wenn sie nichts abbekommen.

WDR.de: Wer macht denn so etwas - sich über zu gutes Wetter beschweren?

Weiß: Zum Beispiel Leute, die eine Veranstaltung im Freien planen und die dann wegen der Wettervorhersage abblasen. Aber es wird nie gelingen, am Donnerstag vorherzusehen, ob am Sonntag um 14.53 Uhr in Düsseldorf ein Schauer herunterkommt. Wir können zwar ganz gut den generellen Wettertyp vorhersagen, aber zu speziell und zu lokal können wir nicht werden mit unseren Vorhersagen. Wenn wir Schauer ankündigen, heißt das nicht, dass es tatsächlich an jedem Ort in NRW regnet.

WDR.de: Inwiefern nutzen Sie denn Ihren beruflichen Wissensvorsprung im Privatleben aus?

Weiß: Ich muss ja immer wieder schmunzeln, wenn ich sehe, dass manche Leute drei Tage Sommerwetter brauchen, bis sie merken, dass man ins Freibad gehen kann. Und wenn Sie sich dann endlich entscheiden, ist es meistens schon wieder zu spät.

WDR.de: Das passiert Ihnen nicht?

Weiß: (lacht) Nein. Ich liege schon im Freibad, wenn andere noch gar nicht merken, dass die Sonne scheint. Und auch bei schlechtem Wetter bin ich eigentlich immer gut gewappnet: Dass ich nass werde, weil ich keinen Schirm dabei habe, kommt bei mir sehr, sehr selten vor.

Das Interview führte Ingo Neumayer


Stand: 21.07.2012, 12.47 Uhr


Kommentare zum Thema (3)

letzter Kommentar: 20.07.2012, 17:05 Uhr

Jüse schrieb am 20.07.2012, 17:05 Uhr:
Mein Wortspiel mit dem Wetter und dem jungen Mann, der dort in einem Schwimmbad über die Kacheln gleitet, gefiel wohl nicht und wurde herausgenommen. Humor ist manchem halt nur platt und direkt zugänglich.
Wetterfrosch schrieb am 20.07.2012, 12:36 Uhr:
25 bis 30 Grad, tagsüber Sonne, nachts ausreichend Regen das wär`s.
Mmmh schrieb am 20.07.2012, 11:52 Uhr:
Na, dann werden wir mal pünktlich am Montag die Freibäder stürmen....ach Mist, ich muss ja arbeiten :-(