Radtour durchs Bergische Land Der Dreh mit dem Roller

Von Robert Franz

Filmen überall und in ungewöhnlichen Situationen: Die Technik macht immer mehr möglich. Auch der WDR probiert mobile Möglichkeiten aus, um dem Zuschauer ganz neue Perspektiven zu bieten. Die Lokalzeit Bergisches Land ist für ihre Sommerserie aufs Rad gestiegen - und der Kameramann rollt nebenher.


Drei Radfahrer fahren auf einem alsphalierten Weg
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Abstrampeln für die Zuschauer

Das helle Surren des Antriebs kommt immer näher. Ein ungewohntes Geräusch auf der Fahrradtrasse in Solingen, auf der sonst eher das Schrillen von Klingeln zu hören ist. Der ungewohnte Klang hat eine ungewohnte Ursache. Die Lokalzeit Bergisches Land dreht hier die erste Folge einer Sommerserie auf einer ehemaligen Bahntrasse, die quer durch die Stadt führt. Und das Surren stammt nicht von einem E-Bike, sondern von einem elektrisch angetriebenen Hightech-Roller. Auf dem so genannten Segway steht Kameramann Joky Lambertz. An einigen Stellen der Tour begleitet er die radelnden Reporter auf dem elektronischen Gefährt.

Segway fährt hinter einem Fahrrad her Video Die Fahrt mit dem Segway ist nur was für den Profi (00:26 Min.)

Die Fahrt mit dem Segway ist nur was für den Profi

Ungewohnte Perspektiven zeigen

"Wir haben uns bei der Planung der Serie überlegt, wie wir neue Kameraperspektiven zeigen können. Da sind wir auf dieses Gefährt gestoßen, das ja im Stadtbild - zum Beispiel von Köln - schon fast zu den gängigen Verkehrsmitteln zählt, sagt Christian Honerkamp, stellvertretender Leiter des WDR Studio Wuppertal. Kameraleute und Autoren seien sehr neugierig darauf, so genannte smarte Produktionsmittel in der Praxis zu testen. "Da, wo es gefahrlos möglich ist, kann der Einsatz eines Segway ganz neue Kameraeinstellungen bieten."

"Wie Skifahren ohne Stöcke"

Kameramann Joky Lambertz fährt mit seiner elektrischen Mobilitätshilfe immer da ein Stückchen mit, wo es die örtlichen Gegebenheiten zulassen. Mit seinen Händen hält er die Kamera fest, die so schwer ist, wie ein randvoller Putzeimer. Gelenkt wird das Ein-Mann-Gefährt mit den Beinen, für die das Segway eine spezielle Steuerung hat. "Das ist wie Skifahren ohne Stöcke", beschreibt Lambertz das Fahrgefühl.

Werbefilme, Sport und Gameshows


Portraitbild von Joky Lambertz
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Kameramann Joky Lambertz

Auf dem Segway ist der Kameramann mittlerweile auch ein echter Profi. Maximal 20 Kilometer pro Stunde schnell kann er fahren, dann regelt die Mobilitätshilfe automatisch ab. Für Anfänger sei das definitiv nichts, für die gekonnt gefahrenen "Pirouetten" brauche es eine Menge Übung, erzählt der 56-Jährige.

Auf die elektrische Mobilitätshilfe wurde er als Experte für tragbare und frei bewegliche Kameras aufmerksam, als er sich nach neuen fahrbaren Untersätzen umsah. Er schätzt, dass sich die Zahl der Kameramänner, die so arbeiten, an zwei Händen abzählen lässt. Bisher wurden sie vor allem für Werbefilme gebucht, bei Sportveranstaltungen und für große Fernsehshows.

Solange der Akku reicht


Ein Kameramann steht auf einem Segway und filmt in Richtung des Betrachters
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Mobil und flexibel unterwegs

Die große Erfahrung des Kameramanns nutzt jetzt die Redaktion der Lokalzeit Bergisches Land. Die "große Trassen-Tour" ist ein Mal pro Woche während der Sommerferien zu sehen. Geradelt wird unter anderem auf der Korkenziehertrasse in Solingen, der Sambatrasse in Wuppertal, der ehemaligen Balkanbahn zwischen Remscheid und Leverkusen und auf der früheren Niederbergbahn zwischen Velbert und Wülfrath. Unterwegs treffen die Reporter auf interessante Gesprächspartner am Rand der Radwege - etwa in zwei ausgemusterten Waggons, die zum Café umgebaut wurden. Mehr als 100 Kilometer werden sie so auf den neu erschlossenen Radwegen abstrampeln. Immer mal wieder begleitet vom Surren des Segways, wenn es passt - und solange der Akku reicht. Da haben auch die neuen Produktionshilfen immer noch ihre Grenzen.

Übrigens ...
Mann hängt mit einem Schuh an einem Kaugummi fest, das auf der Straße klebt

Nach dem Besuch beim Kamerateam war Robert Franz ein wenig enttäuscht – von sich. Eigentlich wollte er selbst mal eine Runde auf dem Segway fahren. Doch er hat sich vorsichtshalber zurück gehalten. Mit seinen mäßigen Fahrkünsten wollte er nicht die Dreharbeiten gefährden. Dafür ist er dann aber noch an einem Kaugummi hängen geblieben.


Stand: 11.07.2012, 16.21 Uhr


Kommentare zum Thema (1)

letzter Kommentar: 11.07.2012, 17:25 Uhr

will ich auch einen schrieb am 11.07.2012, 17:25 Uhr:
Segway, eine hervorragende Erfindung, ermöglicht sie doch vorher nicht da gewesene Möglichkeiten auch für Behinderte. Leider sind sie sehr teuer.