Klimaanlage im Stall defekt Mehr als 900 Schweine erstickt

In einem Schweinestall im münsterländischen Vreden sind 900 Tiere erstickt. Wie es genau dazu kam, ist noch nicht geklärt. Der Vorfall ereignete sich bereits im Juli, wurde aber erst jetzt bekannt.


Schweine stehen in ihrem Stall in einem Mastbetrieb
Bild 1 vergrößern +

Auf gute Belüftung angewiesen: Schweine im Stall

"Es scheint sich um eine Verkettung äußerst unglücklicher Umstände zu handeln", sagte Hofbetreiber Christian Röring WDR.de am Montag (26.08.2013) zu dem Unglück. Über 900 Schweine waren in dem Stall erstickt. "Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. Juli, wurde aber erst bekannt, nachdem jemand eine lokale Zeitung informiert hatte", sagte Dr. Albert Groeneveld, Leiter des Fachbereichs "Tiere und Lebensmittel" beim Kreis Borken, WDR.de auf Anfrage. Die Ursache für den Erstickungstod der Tiere könnte ein technischer Defekt gewesen sein.

Mangelnder Luftaustausch

Über 30 Grad heiß war es am Tag des Unglücks. "An solchen Tagen müssen Lüftungsanlagen in Ställen richtig etwas leisten. Doch dann fiel auf dem betroffenen Hof die Lüftung aus. Das eigentliche Unglück geschah aber dadurch, dass die dafür vorgesehene Alarmanlage nicht auf den Ausfall der Lüftung reagierte", sagte Kreisveterinär Groeneveld weiter. Die Folge: Aufgrund des fehlenden Luftaustausches stieg der CO2-Gehalt im Stall an, die Schweine wurden erst ohnmächtig und erstickten schließlich. Wie das passieren konnte, klärt zurzeit ein Sachverständigen-Gutachter. Mit dem Ergebnis seiner Untersuchung wird Ende dieser oder Anfang kommender Woche gerechnet. Nach Angaben des Kreisveterinärs ist ein Schaden "von mindestens 100.000 Euro" entstanden.

Hof-Eigentümer ist Christian Röring, einer von vier Söhnen von Johannes Röring. Der wiederum ist Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und CDU-Kandidat für die anstehende Bundestagswahl.


Stand: 26.08.2013, 17.11 Uhr


Kommentare zum Thema (85)

letzter Kommentar: 31.08.2013, 15.18 Uhr

Bettina schrieb am 31.08.2013, 15.18 Uhr:
Schon echt blöd für Schweine, das sie nicht an der Spitze der Nahrungskette stehen. Gut das ich als Mensch dort stehe. Ich glaube nicht das Schweine oder Rinder sich Gedanken um die Umwelt machen könnten Sie ein Gebiet leerfressen. Ich glaube auch nicht das sich Schweine oder Rinder Gedanken um Menschen machen würden.
Sandra Joeres schrieb am 31.08.2013, 12.03 Uhr:
Ganz einfach, beschweren kann man sich nur wenn man kein Tier ißt!!! Vegan ist die Zukunft! Dann würden die Bauern Ihr Geld auch verdienen nur anders , als für Euch die Tiere zu mästen und in nächsten schritt übernimmt jemand anders die Tötung für Euch! Jeder der konsumiert ist mit verantwortlich für das Leid und töten unserer sogenannten Nutztiere !!! Täglich sterben für Euch unter Angst und oft qualvoll Tausende Tiere im Schlachthof nur damit Ihr Sie essen könnt.Das ist auch nicht besser als im Stall zu ersticken!
Antonietta schrieb am 30.08.2013, 13.58 Uhr:
Tierquälerei: Tiere sind Lebewesen genau wie Menschen. Sie empfinden Schmerz und Gefühle wie z.B. Angst. Trotzdem werden Schweine, Rinder, Hühner usw. von Menschen wie Produkte oder Waren behandelt. Wir sperren sie ein, halten sie teilweise unter den schlimmsten Bedingungen, mästen und töten sie, um sie dann zu essen.
Lüftungsbauer schrieb am 29.08.2013, 14.56 Uhr:
Ist hier eigentlich einigen Leuten nicht bewusst, was mit den Schweinen in einigen Wochen eh passiert wäre? Sie wären mittels CO2 betäubt, und anschließend getötet worden. Es wäre den Schweinen nicht anders gegangen als jetzt. Auch den Schweinen aus dem Bio- Bereich erwartet kein anderes Ende! Kleinere landwirtschaftliche Betriebe, die sich hier viele wünschen haben für viele Landwirte leider keine Zukunft mehr. Diese Landwirte stehen somit unter einem Zugzwang, um in der Landwirtschaft existieren zu können. Da auch für die Landwirtschaft die Kosten ständig steigen müssen die Landwirte sehen wie sie schwarze Zahlen schreiben. Einige Landwirte schrauben den landwirtschaftlichen Betrieb zurück bis zur kompletten Betriebsaufgabe und gehen nebenbei arbeiten. Andere wiederum vergrößern ihren Betrieb, ich denke nicht das man das den Landwirten allgemein verübeln kann. Da sollte jeder mal an sich selbst denken, was er denn tun würde um seine finanzielle Lage zu verbessern. I ...
Michael 49 schrieb am 29.08.2013, 10.58 Uhr:
Bei Stromausfall fallen Klimaanlage und Alarmanlage aus. Was wurde aus den 940 toten Schweinen? Wurden sie zu Tierfutter verarbeitet oder tauchen sie als Hackfleisch oder Wurst wieder in den Supermarkten auf?

Alle Kommentare anzeigen