Tipps für Pendler So umfahren Sie die Sperrung auf der A57

Die Vollsperrung der A57 nach der Massenkarambolage bei Dormagen wird zur Geduldsprobe für Pendler. Die betroffene Autobahnbrücke bleibt noch bis mindestens Ende kommender Woche gesperrt. Auf den Ausweichstrecken staut sich der Verkehr. Die WDR-Verkehrsredaktion gibt Tipps, wie die Sperrung am besten zu umfahren ist.

Unfall, A 57, Massenkarambolage Video: Raststätten der A57 werden finanziell betroffen sein (02:05) WDR aktuell
15.02.2012

Raststätten der A57 werden finanziell betroffen sein


Das WDR-Verkehrsstudio meldete am Mittwochmorgen (15.02.2012) mehrere Kilometer Stau auf den Ausweich-Autobahnen A59 und A3 sowie auf den Alternativrouten über die Bundesstraßen B9 und B59. Selbst auf der weiteren Umleitung A61 bei Mönchengladbach staute es sich auf acht Kilometer Länge. Im Laufe des Morgens entspannte sich die Lage.

Welche ist die beste Umleitung?


Autobahnkarte mitA1, A3, A59, A46, A57, A61, B9 und B59
Bild 1 vergrößern +

Ausweichstrecken rund um die gesperrte A57

Wie kommen Autofahrer also in den nächsten Tagen am besten nach Düsseldorf oder nach Köln? Die offizielle Umleitungsempfehlung der Polizei lautet: Wer von Norden nach Süden unterwegs ist, sollte ab Neuss-Süd auf die A46 Richtung Wuppertal fahren und am Kreuz Düsseldorf-Süd der A59 Richtung A1 folgen, sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Weil die A59 nicht für den Schwerlastverkehr ausgerichtet sei, müssten Lastwagen auf der A46 am Kreuz Hilden die A3 nehmen. Auch der Verkehr von Süd nach Nord werde über die A59 und die A3 umgeleitet.

Autofahrer müssen die Sperrung auf der A57 demnach im Viereck umfahren. Auch Thomas Lang vom WDR-Verkehrsstudio empfiehlt die A59 und die A3 als Alternativstrecken. Wer genau wissen will, wo und wie lang die Staus rund um die Sperrung sind, sollte auf der Homepage vom Verkehrsstudio nachschauen, und sich Alternativen suchen. Allerdings rät Lang von den anderen Ausweichvarianten ab. Die A61 ganz im Westen sei ein sehr großer Umweg. Und die Bundesstraßen B9 und B59 seien zu den Hauptverkehrszeiten ebenfalls sehr voll. Gegen die A61-Umleitung spricht auch: Wegen einer Baustelle kann man im weiteren Verlauf am Kreuz Köln-West von der A4 nicht auf die A1 wechseln. Welche Umleitungen auch immer genommen werden - wie viel Zeit sie kosten, kann der Experte nicht sagen. Fest steht, dass die Autofahrer bis zum Wochenende mehr Zeit einplanen müssen.

Alternative: Die Bahn

Offensichtlich sind am Mittwochmorgen nicht viele A57-Fahrer auf die Bahn umgestiegen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn NRW sagte, es habe nicht viel mehr Fahrgäste gegeben. Im Fall eines Ansturms wäre die Bahn aber gut vorbereitet, denn zu den bevorstehenden Karnevalstagen fahren mehr Züge als sonst. Die Strecke Köln-Bonn schaffen Pendler per Zug in 20 bis 30 Minuten.

Verdacht auf Brandstiftung


Zu dem Unfall war es gekommen, weil unter der betroffenen Autobahnbrücke Plastikrohre brannten und der Rauch den Autofahrern die Sicht versperrte. Sechs Laster und 15 Autos krachten ineinander. Bei dem Unfall waren am Dienstag (14.02.2012) ein Mensch getötet und 13 weitere verletzt worden. Eine 35-jährige Frau schwebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf noch in Lebensgefahr. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Zurzeit wird gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung durch Brandlegung ermittelt.


Stand: 15.02.2012, 20.54 Uhr


Kommentare zum Thema (14)

letzter Kommentar: 18.02.2012, 08:58 Uhr

R. Maier schrieb am 18.02.2012, 08:58 Uhr:
Eine Möglichkeit zur Umfahrung der gesperrten A57 haben Sie ausser Acht gelassen. Die aus Köln kommenden Fahrzeuge können in Dormagen abfahren, nach Zons fahren und mit der Fähre nach Düsseldorf Urdenbach übersetzen. So wäre man Ruckzuck im Düsseldorfer Süden.
Thebuli schrieb am 17.02.2012, 08:42 Uhr:
Ich bin Pendler und fahre jeden Morgen von Heinsberg nach Ford in Köln-Merkenich. Da gibt es kaum eine Alternative zur A57 oder B59. Im Moment heißt es einfach am Morgen noch eine Stunde früher aufstehen und am Abend eine Stunde später nach Hause kommen als sonst. Freizeit in der Woche gibt?s nicht mehr. Bahnfahren als Alternative? Ha, ha! Ich müsste erst mal eine halbe Stunde bis zum nächsten Bahnhof fahren und dann noch 2 Stunden?. Nun rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Etliche geplante Autobahnen in NRW wurden nicht gebaut, stattdessen wurde das Geld in Zechen verbuddelt. Nun zeigen sich die Auswirkungen dieser kurzsichtigen Politik. Wären die Planungen der 70er Jahre ausgeführt worden gäbe es heute die Autobahn A55 zwischen der A61 und der A57, die A54 zwischen der A46 und der A4 und die A540 von Grevenbroich nach Köln-Nord. Da müsste niemand Leserbriefe schreiben. Und auch bei einer befahrbaren A57 wären alle Pendler westlich von Köln und Düsseldorf schneller am Ziel.
Autofahrerin schrieb am 15.02.2012, 22:54 Uhr:
Wir, die hier schreiben und jeden Morgen und Abend über die A57 zur Arbeit und zurückfahren, können doch sehr, sehr froh sein, dass wir eben nicht da hineingeraten sind. Was sind da schon ein paar Kilometer Umweg und ggfs im Stau stehen? Ich komme aus dem Düsseldorfer Norden und fahre seit 10 Jahren nach Köln zum Barbarossaplatz. Fahre über die A3, A1 und komme dann auf die gute alte A57. Heute morgen 1.15 h, heute abend 1h. Also: Durchhalten und relaxed Autofahren!
Mimi schrieb am 15.02.2012, 22:32 Uhr:
Die o.a. Alternative ueber die B 59/B477 ist seit der Sperrung A 57 leider ebenfalls total ueberlastet. Aktuell benoetigt man z. Bsp. ab Rommerskirchen B59 morgens im Berufsverkehr ca. 1,5 Stunden oder laenger....frueher war die Strecke in ca. 35 min moeglich.
Dormagen-Delhovenerin schrieb am 15.02.2012, 18:50 Uhr:
Ich wäre sehr froh, wenn mal die Situation der Dormagener Bevölkerung berücksichtigt würde, die ist nämlich ständig und mit am stärksten betroffen! Es fehlt nicht nur der Anschluss an die Autobahn, sondern bei uns fahren nun mehr Fahrzeuge (auch Lkw's) durch unsere Ortschaften und über unsere Landstraßen und wir quälen uns ständig durch diese zähe Masse an Autos. Ich bin äußerst dankbar, dass allen Autobahnnutzern aus anderen Städten nun die anderen Autobahnen als Ausweichmöglichkeit empfohlen werden und nicht etwa die Landstraßen, auf denen man statt auf der A57 in der Nähe unseres Stadtgebietes fahren könnte. Ein bisschen mehr konkrete Information für die Dormagener Bürger wäre allerdings angemessen. Zu diesen Bürgern gehören auch diejenigen, die überhaupt keine Autobahn nutzen müssen. Eine Bekannte erzählte mir sogar von einem Fahrzeug, das gestern vormittag von Köln-Worringen bis Dormagen-Delhoven sechs (!) Stunden gebraucht haben soll.

Alle Kommentare anzeigen