Überfall am Heiligabend Fahndung nach gewalttätigen Islamisten

Ein indischer Student ist an Heiligabend (24.12.2012) schwer verletzt worden. Zwei mutmaßliche Islamisten sollen ihn aufgefordert haben, zum Islam zu konvertieren. Nach seiner Weigerung schlugen sie ihn nieder und schnitten ihn in die Zunge. Die Täter sind bislang flüchtig.

An Heiligabend gegen 22.10 Uhr wurde eine Polizeistreife nach Bonn-Endenich gerufen. Dort fanden die Beamten den Studenten aus Indien, der am Kopf und aus dem Mund blutete. Der 24-jährige gab an, von zwei unbekannten Männern angesprochen worden zu sein. Sie hätten ihm gedroht, seine Zunge abzuschneiden, sollte er nicht zum Islam konvertieren. Er habe versucht, weiterzugehen, die Täter hätten ihn jedoch eingeholt, niedergeschlagen und in die Zunge geschnitten. Dann hätten sie ihn liegen lassen und den Tatort verlassen. Eine Passantin, die den Studenten fand, verständigte Notarzt und Polizei. Er wurde in eine Spezialklinik gebracht, wo die Verletzungen erfolgreich behandelt werden konnten. Am Donnerstagmorgen (27.12.2012) konnte er das Krankenhaus wieder verlassen.

Ermittler gehen von islamistischem Hintergrund aus

Die Polizei hat nach WDR-Informationen keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 24-Jährigen. Der Tathergang lässt auf einen politischen Hintergrund schließen; die mutmaßlichen Täter "könnten dem islamistischen Umfeld zuzurechnen sein", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag in Bonn. Der Staatsschutz ist deswegen eingeschaltet worden und tauscht mit dem Generalbundesanwalt Informationen aus, um, wie es heißt, Überschneidungen zu verhindern. Anders als zuvor gemeldet ist der Bundesanwalt aber noch nicht offiziell eingeschaltet worden.

Eine sofort eingeleitete Fahndung in der Nähe des Geschehens brachte keinen Erfolg. Bei der Polizei gab der 24-Jährige an, dass einer der Täter dunkle, lockige Haare und einen längeren Kinnbart gehabt habe. Die Polizei hat Spuren am Tatort und der Bekleidung des Opfers gesichert und ist auf der Suche nach Zeugen. Zudem sollen dem Opfer Videoaufnahmen einer gewalttätig verlaufenen Demonstration von Salafisten vom vergangenen Mai gezeigt worden sein. Bei dieser Demo hatte die Polizei rund 120 offenbar gewaltbereite Salafisten identifiziert.

Bonn gilt als eine Hochburg der Islamisten-Szene. Nach dem versuchten Bombenanschlag am 10.12.2012 auf dem Bonner Hauptbahnhof geht die Bundesanwaltschaft von Verdächtigen mit "Verbindungen in radikal-islamistische Kreise" aus. In der Woche vor Weihnachten tauchte außerdem ein islamistisches Internetvideo mit angedrohten Geiselnahmen zur Freipressung eines in Bonn verurteilten Salafisten auf.


Stand: 27.12.2012, 15.05 Uhr


Kommentare zum Thema (144)

letzter Kommentar: 01.01.2013, 18.37 Uhr

Citizen007 Conradi schrieb am 01.01.2013, 18.37 Uhr:
Oben im WDR Bericht heißt es: 'Der Tathergang lässt auf einen politischen Hintergrund schließen; die mutmaßlichen Täter "könnten dem islamistischen Umfeld zuzurechnen sein", ...'. "Könnten"! Ich muß, meine Einschätzung beruht auf eine mehr als zwei Jahrzehnte andauernde Praxiserfahrung, zwingend davon aus gehen, daß die Wahrscheinlichkeit gegeben ist, daß diese verbrecherische Tat mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit, von 'Rechten Tätern' verübt wurde, um Stimmung zu machen. Dafür, daß diese Tat von 'Islamisten' verübt wurde gibt es keinerlei Hinweis. Zuletzt, zum Weihnachtsfest 2012, hat uns unser Präsident doch wissen lassen, daß es gefährlich ist auf die Straße zu gehen, wenn man "schwarze Haare" hat. Überfallen wurde ein Mitbürger, der "schwarze Haare" hat!
EinVater schrieb am 28.12.2012, 17.22 Uhr:
@Rudi: Prägnanter kann man es kaum zusammenfassen Leider momentan vergebens, denn das ist nicht polistisch korrekt oder gewollt. Hoffen wir, dass sich das bald ändert...
@ OWL schrieb heute, 13:57 Uhr: schrieb am 28.12.2012, 14.57 Uhr:
Wie heisst das doch gleiche, jeder ist vor dem Gesetz gleich oder alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich.. Und wie war das mit Art 1. GG? Das ist die Richtschnurr.
OWL schrieb am 28.12.2012, 13.57 Uhr:
Dieser Staat ist nicht wehrhaft und trägt mit seinem zu passiven Verhalten gegenüber Störern zur Staatsverdrossenheit und Wahlmüdigkeit vieler Bürger bei. Extremisten von links bis rechtsaußen, religiös gesteuerte Wirrköpfe machen sich breit und den Bürgern Angst. Wer strafrechtlich zu belangen ist, gehört vor Gericht, wer zudem kein Deutscher Staatsbürger ist, soll in das Land seiner Herkunft gehen und kann dort möglicherweise seine Vorstellungen einer anderen Gesellschaftsform durchsetzen, das muss er nicht hier. Die Menge schweigt(noch) und lässt sich auf dem Kopf rumtanzen. Egal in welches Gebetbuch religiöse Fanatiker schauen, sie haben das GG zu achten, das gilt für Männer und Frauen gleich !!
OWL schrieb am 28.12.2012, 13.52 Uhr:
@Rudi71, Daumen hoch für einen guten Beitrag

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