Familiendrama in Neuss: Mutmaßlicher Todesschütze weiter auf der Flucht
Der Familienvater, der in Neuss seine Ehefrau und seine beiden Kinder erschossen haben soll, ist weiter auf der Flucht. Der womöglich noch bewaffnete 35-Jährige wird mit Haftbefehl gesucht. Als Tatmotiv vermuten die Ermittler Trennungsabsichten der Frau.
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Familienvater weiter auf der Flucht
(01:47 Min.)
WDR aktuell vom 22.08.2012
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Familienvater weiter auf der Flucht
"Die Mordkommission hat in der Nacht weiter Spuren ausgewertet und gesichert", sagte der Neusser Polizeisprecher Hans-Willi Arnold am Mittwochmorgen (22.08.2012). Fallah S. wird europaweit mit Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags gesucht. Er wird verdächtigt, in der gemeinsamen Wohnung die 26 Jahre alte Mutter, den vierjährigen Sohn und die acht Jahre alte Tochter erschossen zu haben. Vor dem Haus der Familie legten trauernde Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an.
Polizei setzt 1.500 Euro Belohnung aus
Bereits am Dienstag hatte der Leiter der Düsseldorfer Mordkommission, Guido Adler, bei einer Pressekonferenz gesagt, der Mann sei der Polizei wegen häuslicher Gewalt gegen seine Frau bekannt. Staatsanwalt Christoph Kumpa sagte: "Wir halten ihn für gefährlich." Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Tatvorwurf auf Mord ausgeweitet werde. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf setzte eine Belohnung von 1.500 Euro für Hinweise auf den gesuchten Mann aus. Bis Mittwochmittag waren bereits mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung zu seinem Aufenthaltsort eingegangen - alle aus NRW. Die Zeugen hätten Angaben dazu gemacht, wo sie den Familienvater zuletzt gesehen hatten, teilte die Polizei mit. Eine heiße Spur sei bislang allerdings nicht dabei.
Angehörige riefen die Polizei

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Das Haus in der Neusser Nordstadt
Die Leichen waren am Montagabend entdeckt worden. Angehörige hatten die Polizei gerufen, nachdem niemand auf ihr Klingeln reagierte, aber aus der Wohnung Fernsehgeräusche drangen. Die Polizei ließ die Tür von einem Schlüsseldienst öffnen.
Jugendamt war eingeschaltet
Adler von der Düsseldorfer Mordkommission sagte, der Mann sei zwar seit zwei Jahren wegen häuslicher Gewalt und Körperverletzungen polizeibekannt. "Er war aber kein klassischer Gewalttäter." Die Delikte seien "an der unteren Schwelle" gewesen. Die Kinder habe er nicht geschlagen. Das Jugendamt war eingeschaltet, weil sich die Eltern mehrfach trennen wollten.
Familiendramen in NRW
Fälle in Dortmund und Essen
Tödliche Familiendramen hatten in letzter Zeit bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch in NRW hatte es mehrere tragische Fälle gegeben. Anfang August waren in Dortmund drei Kinder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, verdächtig ist die Lebensgefährtin des Vaters. Kurz darauf soll ein geistig gestörter Mann den acht Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin in Oberhausen getötet haben. Mitte August erstach eine Mutter in Essen ihre sieben Jahre alte Tochter, anschließend tötete sie sich selbst.
Stichworte
- Familientragödien in NRW
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Immer wieder werden Kinder in NRW Opfer tödlicher Familientragödien. Oft sind Konflikte der Ehepartner der Hintergrund. Hier eine Chronik spektakulärer Fälle aus den vergangenen Jahren:
3. Dezember 2008: In Rheine löscht ein 38-Jähriger seine komplette Familie - seine Frau und die beiden Söhne - aus und erschießt sich anschließend selbst.
10. Februar 2009: Ein 51-jähriger Familienvater aus Hattingen tötet seine 39-jährige Frau und seine zehnjährige Tochter mit mehreren Stichen, dann nimmt er sich das Leben. Eine 15-jährige Tochter findet die Leichen im Keller des Hauses.
22. März 2010: Zwei Kinder im Alter von sieben und zwölf Jahren werden in Lünen von ihrer Mutter getötet, die sich später das Leben nimmt.
22. März 2011: Ein Dreijähriger, der mit seiner Mutter in Eitorf lebt, wird von seinem Vater geköpft. Der 24-Jährige macht danach seinem eigenen Leben ein Ende. Offensichtlich hat es Streit um das Sorgerecht gegeben.
27. Januar 2012: Ein Mann in Langenfeld zündet seine Wohnung an, nachdem er seine beiden Kinder und seine Ehefrau getötet hat. Dabei kommt er selbst ums Leben.
3. August 2012: Bei einem Wohnungsbrand in Dortmund sterben zwei Kinder im Alter von vier und zwölf Jahren. Der zehnjährige Bruder erliegt wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Eine Obduktion ergibt, dass alle drei Kinder einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sind. Tatverdächtig ist die 29 Jahre alte Lebensgefährtin des Vaters.
Stand: 22.08.2012, 15.08 Uhr
Familiendramen in NRW
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