Streik in Belgien legt Bahnverkehr lahm Stopp für den Thalys, Umweg für Merkel

Der Generalstreik in Belgien hat sich am Montag (30.01.2012) auch auf deutsche Bahn-Passagiere ausgewirkt. Thalys- und Eurostar-Verbindungen waren unterbrochen.


Streikende in Brüssel
Bild 1 vergrößern +

Teilnehmer des Generalstreiks in Brüssel

Der Generalstreik in Belgien richtet sich gegen das Sparprogramm der Regierung. Er führte vor allem am Montag (30.01.2012) zu erheblichen Störungen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys hatte seine seine Fahrten zwischen Aachen und Brüssel bereits am Sonntagabend (29.01.2012) um 20 Uhr eingestellt und sollte sie erst wieder am Dienstagmorgen (31.01.2012) wieder aufnehmen.

Merkel musste einen Umweg machen


Die Bahn setzte für die ICE-Strecke Aachen-Brüssel im betreffenden Zeitraum Ersatzbusse ein. Wer über die Internetseite der Bahn Informationen zu den Zugausfällen haben wollte, fand sie nicht mit einem gesonderten Hinweis auf der Homepage, sondern musste sich über die jeweiligen Verbindungen durchklicken.

Ebenfalls betroffen war die Eurostar-Verbindung zwischen Brüssel und London. Die Streiks in Belgien begannen um 6 Uhr am Montag. Erste Arbeitsniederlegungen gab es allerdings bereits am Sonntagabend.

Die Proteste hatten auch Auswirkungen auf den EU-Gipfel am Montag in Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reiste über die südöstlich von Brüssel gelegene Luftwaffenbasis Beauvechain an statt wie gewohnt über den Flughafen Brüssel. Für die anderen Gipfelteilnehmer war die gleiche Route vorgesehen. Merkel legte die rund 40 Kilometer in die belgische Hauptstadt mit dem Auto zurück.


Stand: 30.01.2012, 20.44 Uhr


Kommentare zum Thema (5)

letzter Kommentar: 30.01.2012, 20:49 Uhr

Adolph schrieb am 30.01.2012, 20:49 Uhr:
Was wird aus diesem Streik schon groß herauskommen, irgendwann wird er beendet. Wie hier zu lesen, Franzosen und andere lassen sich nichts gefallen usw., und wenn schon, sie sind noch keinen Milimeter weiter gekommen. Für die Schulden ihrer Regierung können sie nichts, bezahlen müssen sie aber und ihren eigenen Streik dazu. Sie sind nämlich erpressbar, sie und ihre Familien müssen leben, das ist der Schlüssel. In jedem Land, auch bei uns. Von wegen Streik, eine kleine Kraftprobe, nicht mehr, von vorne heraus zum scheitern verurteilt.
Guillaume schrieb am 30.01.2012, 19:17 Uhr:
Chapeau bas! Hut ab! Das liebe ich an den Belgiern (und auch an den Franzosen). Kein langes Lamentieren, sondern effektvolles Handeln. Da schließe ich mich heinzb voll an. Gelebte Demokratie und keine parlamentarische Scheindemokratie, die sich bei wahrem Hinschauen als Parteiendiktatur entpuppt. Der Wille des Volkes (Souverän) zählt hierzulande doch schon längst nichts mehr. Und wenn die belgische Ordnungsmacht meint, den Verkehr großzügig umleiten zu können , wird eben flugs umdisponiert und mal die Autobahn dichtgemacht. Herrlich!!! Da sind sich Wallonen und Flamen trotz aller Differenzen untereinander erstaunlich schnell einig. Nous sommes le peuple, wir sind das Volk! Kein Wunder, dass mir dieses"Völkchen" sprich diese Lebensart so sympatisch ist. Hier gilt Solidarität untereinander noch was, im Gegensatz zu den Teutonen, da gilt einfaches K.o. System! Jeder gegen jeden und die Regierung und die Parteien lachen sich kaputt!
Zweierlei Maß schrieb am 30.01.2012, 16:29 Uhr:
Aber wehe, in Deutschland findet mal wenige Stunden am Tag ein Warnstreik der Lokführer statt! Dann herrscht aber Heulen und Zähneklappern ...
T.Weber schrieb am 30.01.2012, 13:47 Uhr:
Endlich mal wieder ein Volk das Mumm hat. Weiter so.
heinzb aus nrw schrieb am 30.01.2012, 13:25 Uhr:
Das ist gelebte Demokratie, das Volk, hier die Eisenbahner, gehen auf die Straße und macht seine Meinung kund, hier wird nur gemeckert und die Gewerkschaften sitzen im Boot der Regierung, werden von ihr gelobt für Lohnzurückhaltung, was ein Reallohnverlust ist in den letzten 10 Jahren für die Deutschen in 2-Stelliger Prozentzahl. Es wird an der Zeit, hier auch Demokratie auszuleben und kundzutun. Hier wurde nach den Schnüffel-Skandalen der Bahn sogar noch beschwichtigt und der Eisenbahner blieb weiter der Verarschte. WIr wundern uns nur, wenn das Geld nicht mal bis zum Monatsende reicht. Wann haben wir hier Generalstreik ????