Zwischenbilanz zum Pferdefleisch-Skandal: Landesbehörden auf Pferdespuren
Im Zusammenhang mit dem Pferdefleisch-Skandal werden Lebensmittel in NRW jetzt auch auf Rheumamittel getestet. Das war in nicht deklariertem Pferdefleisch in England gefunden worden. NRW-Verbrauchschutzminister Johannes Remmel stellte am Mittwoch (20.02.2013) erste Ergebnisse zu dem Skandal vor.

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Ist es wirklich Rindfleisch?
In den letzten Wochen wurden in NRW rund 215 Lebensmittelproben genommen. 69 wurden bereits ausgewertet, in insgesamt sechs von ihnen fand man Spuren von undeklariertem Pferdefleisch. Diese Zahlen gab Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Die Grünen) am Mittwoch (20.02.2013) bei einer Pressekonferenz in Krefeld bekannt. Weitere Ergebnisse erwartet der Minister noch in dieser Woche.
Kritik an Gesetzeslücke
Aufgrund einer Gesetzeslücke in NRW sei es dem Ministerium jedoch nicht erlaubt, die Hersteller öffentlich zu nennen, kritisierte der Minister. Das dürfe nur geschehen, wenn die Firmen und Handelsketten selbst an die Öffentlichkeit gingen. Das scheint in NRW jedoch der Fall zu sein. Denn das Ministerium selbst verlinkt auf seiner Homepage Namen von Firmen und den Produkten, die diese aus dem Verkauf genommen haben. Dort fanden sich am Mittwochmittag insgesamt acht Namen von Discountern und Händlern, die bereits Fertiggerichte aus dem Verkauf genommen hatten.
Handelswege im Visier
Ein Großteil der Fertiggerichte, in denen nicht deklariertes Pferdefleisch gefunden wurde, stammt offenbar aus einem Kühlhaus im Neusser Hafen und wurde von einer Düsseldorfer Handelsfirma vertrieben. Bei diesen Fertiggerichten handelt es sich vor allem um Lasagne. Geliefert wurde die Lasagne von einer luxemburgischen Tochterfirma des französischen Herstellers "Comigel". Weitere betroffene Einzelhändler sollen von einem Kühlhaus in Belgien beliefert worden sein. Ebenfalls im Fokus steht ein Hersteller im Kreis Warendorf. Nach Auskunft des NRW-Verbraucherministeriums schlachtet die Firma nicht selbst, sondern bezieht rohes Hackfleisch von anderen Firmen und verkauft dies in gebratener Form weiter.
Großteil der Discounter und Handelsketten betroffen
Inzwischen haben in NRW fast alle großen Handelsketten Produkte aus dem Verkauf genommen, in denen nicht deklariertes Pferdefleisch gefunden wurde oder bei denen der Verdacht darauf besteht. Dazu gehören Aldi Nord und Süd, Rewe, Metro Cash & Carry, Kaiser's, Real sowie der Tiefkühllieferant Eismann.
Verstärkte Suche nach Antirheumamittel im Fleisch
Nachdem in nicht deklariertem Pferdefleisch in England Phenylbutazon - ein Antirheumamittel - gefunden wurde, untersuchen die Behörden in NRW Lebensmittel auch nach Medikamentenrückständen. Das Antirheumatikum darf nicht bei Tieren eingesetzt werden, die für die Lebensmittelgewinnung dienen, so das Ministerium. Ein Nachweis dieses Mittels im Fleisch deute auf eine illegale Anwendung hin, hieß es weiter.
Stand: 20.02.2013, 15.23 Uhr
Kommentare zum Thema (41)
letzter Kommentar: 24.02.2013, 23:17 Uhr
- akinom schrieb am 24.02.2013, 23:17 Uhr:
- Würde die Politik sich nicht von der Industrie bevormunden und leiten lassen, könnte es anders aussehen. Frau Aigner ist ja für dieses Amt garnicht zu gebrauchen. Auch sollten wir uns mal gegen die unnützen Beamten der EU wehren. Was aus Brüssel kommt, ist eh nur Mist. Bei Glühbirnen und Größe von Gurken und Kartoffeln sind sie schnell dabei. Wenn aber ein grosser Skandal passiert, halten sich alle stark bedeckt. Da kann man schon mal auf ganz komische Gedanken kommen.
- allerleirauh schrieb am 24.02.2013, 16:15 Uhr:
- Das eigentlich skandalöse ist doch zum einen, daß es sich durchaus nicht nur um billige Discounterware handelt (auch Tegut, der übrigens mit Qualität, Herkunftsnachweis und "besonders hochwertigen Zutaten" seiner Eigenmarken wirbt, und Eismann sind betroffen!!!) Also muß tatsächlich alles aus einem "Fleischwolf" kommen, lediglich die Gewinnspannen unterscheiden sich dramatisch! Zum andern ist schlicht eine Unverschämtheit, diese minderwertigen Produkte (minderwertig nicht wg. Pferdefleisch, sondern schlicht wg. Junkfood-Charakter) an Bedürftige verteilen zu wollen. Haben Bedürftige kein Recht auf freie Wahl ihres Essens? Kein Recht auf Würde? Das finde ich wirklich widerlich! Sollen doch die Politiker, die diesen Müll verzapfen herzhaft reinbeißen! Mal sehen, wie kleinlaut sie dann werden... Als Vegetarierin ist es mir übrigens egal, welches Tier von anderen gegessen wird, alles eine Frage der Kultur! Fakt ist: würden alle weniger Fleisch essen, hätten wir tatsächlich eine bess ...
- Schmidt(45) schrieb am 24.02.2013, 00:22 Uhr:
- Mich würde mal interresieren ob nur in den Produkten Pferdefleisch ist die genannt werden.Ist es nicht auch so ,das man für Wurst auch sachen durch den Wolf drehen muß ,und man auch nicht nach dem ganzen Skandal weiß ob nicht auch dort gepanscht worden ist??????Weil man hört nur von Fertigprodukten aber Menschen die für diese Sache verantwortlich sind und panschen machen bestimmt auch nicht vor Wurst sotrten halt,sollte man vielleicht auch mal nachschauen und nicht nur auf einem gebiet suchen.
- Aigner ilse schrieb am 22.02.2013, 12:42 Uhr:
- Aigner und Aufklärung das ist so als würde die Kirche Frauen zu Priesterinnen weihen,Seehofer und Aigner habe beide in ihrem Amt entäuscht,viel versprochen und nichts gehalten,Aigner und die Bauern so wie die Nahrungsindustrie liegen doch in einem Bett!!
- SK schrieb am 22.02.2013, 12:29 Uhr:
- Wenn du in deinem Döner kein Pferdefleisch findest, hast du Schwein gehabt:-))
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