11.11. - Start des offiziellen Karnevals Tusch - die Session ist eröffnet

Helau und Alaaf again! Der Narr wurde närrisch, der Jeck jeck und die Session eröffnet: Tausende Karnevalisten schunkelten in NRW am 11.11., einem sonnigen Sonntag, in den Karneval. Um 11.11 Uhr tönte der offizielle Start-Tusch: Ab jetzt wird wieder gefeiert, geschunkelt, und getuscht - in der Session 2012/2013.


Drei Narren in Düsseldorf

Karnevalisten sind pünktliche Partygänger: Um genau elf Uhr elf ging dat Trömmelche und ein neues Karnevalsjahr wurde eingeschunkelt. Epizentrum des karnevalistischen Treibens war natürlich Köln. Hier gaben sich auf dem Heumarkt im Zentrum der Altstadt die Höhner, Bläck Fööss, Räuber, Paveier, Brings, Marie-Luise Nikuta und andere das Mikro in die Hand.

"Wir haben eine Liebeserklärung unterschrieben"


Der Heumarkt musste schon um 10.30 Uhr am Morgen wegen Überfüllung geschlossen werden. Weil der 11.11. in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel und das Wetter zum Schunkeln schön war, wurden Besucherrekorde in den Zentren des rheinischen Frohsinns gebrochen. Köln hatte vorab mit etwa 70.000 Karnevalisten in der Altstadt gerechnet. Im vergangenen Jahr waren noch 30.000 Karnevalisten am 11.11 durch die Kölner Kneipen gezogen. Es sei defintiv mehr los als 2011, bestätigten die Polizei Köln und das Festkomitee Kölner Karneval. Offizielle Zahlen gaben beide bislang nicht heraus. Es werde friedlich gefeiert, so ein Polizeisprecher.


Kölner Dreigestirn
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Das designierte Dreigestirn legte einen überragenden ersten Auftritt hin

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) präsentierte pünktlich um 11.11 Uhr das designierte Dreigestirn bestehend aus Prinz Ralf III. (alias Ralf Görres), Bauer Dirk (Dirk Königs) und Jungfrau Katharina (Axel Busse) dem Kölner Narrenvolk. "Wir haben eine Liebeserklärung unterschrieben", schwärmte Prinz Ralf III. nach der Unterzeichnung des Sessionsvertrags selig.

Dat kölsche Trömmelche vermischt sich mit Samba-Trommeln

Der "Zockerhot" im diesjährigen Kölner Sessionsmotto hat erstaunlicherweise nichts mit exzessiver Spielleidenschaft zu tun. "Fastelovend em Blot - he un am Zockerhot" heißt in der Übersetzung "Karneval im Blut - hier und am Zuckerhut". Damit wollen die Kölner "eine Brücke nach Brasilien schlagen", wo ja bekanntlich fast so schön getanzt wird wie am Rhein.


Beim Karnevals-Konkurrenten ist der Hoppeditz (Tom Bauer) aus seinem Senftopf gestiegen. Und hat neben Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) auch Kölns Erzbischof Joachim Kardinal Meisner aufs Korn genommen. Mit den Lokalpolitikern ging der Hoppeditz in seiner Narrenschelte recht gnädig um: Zwar kritisierte er die hohen Kosten und die lange Bauzeit des Projekts Kö-Bogen und der neuen U-Bahn-Linie. Und auch die Situation an den Schulen sei nicht gut: "Auf Reparaturen warten Schulen oft viele Jahre." Aber schnell war er sich mit den Jecken einig: In Berlin und in Köln sei alles noch schlimmer, denn Düsseldorf sei immerhin die hundeliebste Stadt in Deutschland.


"Es herrscht gute Stimmung, und aus polizeilicher Sicht ist alles ruhig", sagte ein Polizeisprecher am Mittag in Düsseldorf. 4.000 Menschen schunkelten nach ihrer Schätzung auf dem Marktplatz. Das Düsseldorfer Motto in diesem Jahren "Och dat noch" - entscheidender Vorteil: universell einsetzbar in allen Lebenslagen, kurz, knackig und auch ohne Dolmetscher verständlich.

Textsicher werden und Kostümtrends-Ausspähen

Natürlich hat man sich nicht nur in Köln und Düsseldorf die Hirne auf der Suche nach den passenden Mottos zermartert. Auch in Bonn startete man kreativ in die neue Session. Beim Motto war man sehr kreativ "Bönnsche Bröcke - dröver jöcke" (Bonner Brücken - drüber gehen) und in Bad Godesberg bemüht, Missverständnisse zu vermeiden: "Singendes, klingendes Godesberg".


Karneval 11.11.
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Immer im Trend: Perücke, Sonnenbrille, schrille Farben

Sehr gut geeignet ist der Eintags-Karneval zum Lernen von neuen Schlagern und fürs Ausspähen von Kostümtrends für die neue Session. Nach einem kurzen Spaziergang durch Köln wurde klar: Viele Bräute gehen als Bräute. Auch Super Mario scheint geklont. Dazu kommen Giraffen, Bären und Marienkäfer - die naturalistische Kostümierung ist im Kommen.

Der Eintagskarneval als Alaaf-Appetizer

Gute Chancen auf die neuste Karnevalsschnulze der Session kann sich Stefan Raab ausrechnen. Der TV-Moderator brachte am Sonntag (11.11.2012) zusammen mit den Höhnern das Lied "Ävver et Hätz bliev he in Kölle" (Aber das Herz bleibt hier in Köln) auf die Bühne.

Weiter geht's mit dem Straßenkarneval am 7. Februar 2013 mit Weiberfastnacht. Die Rosenmontagszüge ziehen am 11. Februar durch die Straßen. Und am Aschermittwoch ...


Stand: 11.11.2012, 17.03 Uhr


Kommentare zum Thema (23)

letzter Kommentar: 12.11.2012, 17.46 Uhr

Schelm schrieb am 12.11.2012, 17.46 Uhr:
@ Ralf Funk: Lieber Ralf, komm doch mal mit in die Sauna. Man sagt, Du könntest glatt als Karnevalsprinzessin durchgehen!! Ich komme dazu auch gerne in das Dorf an der Düssel, falls Du Dich nicht nach Köln traust!!
Ralf Funk schrieb am 12.11.2012, 15.02 Uhr:
Ich war früher Karnevalsprinz in Düsseldorf am Rhein. Da is dä schönste Stadt dä Welt. Mer könne fiere un jubiliere. Dä Kölner kann nit fiere, er kann nit mal lache. Dä Kölsche Jung soll am Dom bleiben, denn da jehörter hin.
Miesepeter :-) schrieb am 12.11.2012, 11.40 Uhr:
Das Beste am Karneval ist der Aschermittwoch - denn da ist alles vorbei.
Fritz Weilers schrieb am 12.11.2012, 11.36 Uhr:
@ Elvira u.a.: Da haben Sie Recht! Wäre das nicht so, fände sich hier sicher schon wenigstens ein Karnevalzugewandter Beitrag. Aber die Leute leiden sicher noch unter dem Konsum von gestern und erwachen daher mitunter erst spät am Nachmittag.
Stefan Recklin, Telgte schrieb am 12.11.2012, 11.32 Uhr:
@ Heinz Keuken: Für die Sichtweise (auf die man erstmal kommen muss - Kompliment!) gebührt Ihnen eine, wie heisst das doch noch?, ach ja: RAKETE! Köstlich.

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