Krefelder Rauchwolke: Defekt an Förderband soll Auslöser gewesen sein
Eine Drohne hat Hinweise geliefert, dass der Großbrand in einer Krefelder Düngemittelfabrik durch einen technischen Defekt verursacht wurde. Eine große Rauchwolke war über die Region gezogen. Messergebnisse über mögliche Schadstoffe im Boden und in Pflanzen stehen weiterhin aus.

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Die Ruine der Düngemittelfabrik
Ein technischer Defekt an einem Förderband habe "mit einiger Wahrscheinlichkeit" das Feuer ausgelöst, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag (27.09.2012) mit. Das habe die Auswertung von Fotos ergeben, die eine Drohne in der ausgebrannten Lagerhalle gemacht hat. Brandexperten konnten diesen Teil der Halle aus Sicherheitsgründen noch nicht betreten.
Keine Anzeichen für Fahrlässigkeit oder Vorsatz
Nach Schilderungen von Mitarbeitern des Düngemittelherstellers Compo sei das Feuer in einem Teil der Anlage ausgebrochen, der für die Beschäftigten nicht zugänglich war. Da sich in diesem Bereich nur Förderbänder befinden, hätten sich die Brandermittler auf diese Technik konzentriert, teilte die Polizei weiter mit. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gebe es keinerlei Anhaltspunkte für eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung.
Schulen wieder offen - Verkehrssperren aufgehoben

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Dichter Rauch über der Fabrik am Dienstag (25.09.2012).
Bei dem Brand am Dienstag (25.09.2012) war stundenlang eine dichte Rauchwolke über den Rhein in Richtung Ruhrgebiet gezogen. Mit Geruchsbelästigungen sei mittlerweile kaum noch zu rechnen, der Brand sei nahezu vollständig gelöscht, hieß es bei der Stadt Krefeld am Freitag (28.09.2012). Schulen und Kindergärten sind wieder geöffnet. Auch der Straßenverkehr ist wieder frei.
Ministerium sieht keine aktute Gesundheitsgefahr
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums ging von der Rauchwolke "keine akute Gesundheitsgefahr" für die Bevölkerung aus. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hatte die Luftqualität in der Umgebung des Großbrandes gemessen. Im Krefelder Hafen besteht eine permanente Messstation. Alle Schadstoff-Messungen lägen unter den zulässigen gesetzlichen Grenzwerten, hieß es. Ob der Boden oder Pflanzen belastet sind, wird noch untersucht. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, konnte der Ministeriumssprecher am Montag (01.10.2012) noch nicht sagen.
Bei dem verheerenden Brand waren am Dienstag (25.09.2012) 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe für die Düngemittellproduktion in Flammen aufgegangen. Außerdem brannten Dachpappe und Förderbänder aus Gummi.
Stand: 01.10.2012, 12.13 Uhr
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 28.09.2012, 17:24 Uhr
- Klaus Lohmann schrieb am 28.09.2012, 17:24 Uhr:
- @ andrea: Wenn Sie einen Chemie-Großbetrieb, der allein schon wegen der dort lagernden Mengen an Rohstoffen für die Düngemittel-Herstellung unter die Störfallverordnung fällt, mit Ihrer Waschmaschine vergleichen wollen, dann haben Sie anscheinend sehr eigene Vorstellungen von "Pech".
- Chemiker schrieb am 28.09.2012, 10:50 Uhr:
- Ich bin entsetzt über die Berichterstattung des WDR. Es gilt das Motto Sensation statt Seriosität. Laienhaftes Gequatsche provoziert entsprechende Kommentare der ewig Besorgten und der Technikfeinde. Und zu allem Überfluss ein Interview mit der führenden deutschen "Wissenschaftler" für ideologische Toxikologie. Welche Bedeutung dieser hat, lässt sich an der Homepage der Uni Kiel ablesen. Nun zur Sache: Gebrannt haben Förderbänder, die wie Altreifen sehr stark russenden Qualm emittieren und Düngemittel, wie sie in jedem Lager diverser Gartencenter gelagert werden. Dabei entstehen natürlich giftige Stoffe wie Ammoniak und Stickoxide. Aber wo sollen die allseits verteufelten Schwermetalle herkommen? Die anderen Giftstoffe einschl. Dioxine entstehen bei jedem Gebäudebrand. Was mich entsetzt ist das Ausmaß des Brandes, was auf nicht ausreichenden Brandschutz der Halle hindeutet. Da hätte ich einige Fragen, zumal das Problem offensichtlich häufig quer durch alle Branchen vorkommt.
- andrea schrieb am 28.09.2012, 09:38 Uhr:
- Herrje: Darf es nicht einfach nur mal so brennen in einem Fabrikationsbetrieb - und das aufgrund eines technischen Defektes? Die Leute tun ja geradezu so, als sei Gleiches wie in Tschernobyl passiert. Die Mitarbeiter und Einsatz- und Rettungskräfte waren schließlich diejenigen, die direkt vor 0rt waren - gut, daß denen nichts passiert ist! Wenn ein Trockner oder eine Waschmaschine wg. eines Defekts einen Brand in einem Wohnhaus verursacht, ist das auch eben Pech. Wer sitzt den 2 Std. vor dem Gerät, um auszuschließen, daß so etwas nicht passiert? Keiner! Es passieren eben auch Dinge, weil sie eben passieren.
- @Tim schrieb am 28.09.2012, 07:36 Uhr:
- Das halte ich für bedenklich......
- sozenhasser schrieb am 27.09.2012, 21:26 Uhr:
- Da ja unsere ganze NRW Ministerriege einen schönen Bogen um diese Gegend macht, kann man ja davon ausgehen, das die die richtigen Messwerte und Stoffe kennen. Und Lebensmüde wird wohl keiner von denen sein.
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