Ermittler starten Fahndungsoffensive Bonner Bombe: Neue Videos und Bilder veröffentlicht

Von den Bonner Bahnhofs-Bombern fehlt weiter eine heiße Spur. Am Mittwoch (23.01.2013) gingen die Ermittler in eine neue Offensive. Sie veröffentlichten neue Fahndungsbilder und die Bahn setzte eine Prämie von 50.000 Euro für Hinweise aus.

Die Aufnahmen einer Videoüberwachungskamera zeigen einen möglichen Tatverdächtigen Video Ermittler starten Fahndungsoffensive (01:00 Min.) Sendung vom 23.01.2013

Ermittler starten Fahndungsoffensive

Bahn-Vorstandsmitglied Gerd Becht sagte der "Welt": "Von dieser ungewöhnlich hohen Summe erhoffen wir uns, dass sie einen finanziellen Anreiz für Zeugen bietet, sich mit wichtigen Informationen zur Tat an die Ermittlungsbehörden zu wenden." Sachdienliche Hinweise nehme das Bundeskriminalamt Bonn entgegen. "Wir haben uns gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden dazu entschlossen, diese Belohnung auszuloben", sagte Becht.

Parallel stellten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundesanwaltschaft neues Bild- und Videomaterial auf die BKA-Homepage und die Facebookseite. Zudem wurden bundesweit Fahndungsplakate ausgehängt und Handzettel im Bereich des Hauptbahnhofes Bonn verteilt, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten.

Sekundenlange Videosequenzen

Der Mann, der die Bombe in einer blauen Sporttasche zum Bonner Hauptbahnhof gebracht haben soll und dort bereits von der Kamera eines Fastfood-Restaurants gefilmt wurde, ist auch von einer weiteren Kamera in einer Unterführung des Bahnhofs aufgenommen worden. Beide Videosequenzen mit einer Länge von 13 beziehungsweise 20 Sekunden sind im Internet einsehbar.


Der Verdächtige wird auf ein Alter zwischen 20 und 40 Jahre geschätzt und hatte zur Tatzeit einen Bart. Er trug eine beigefarbene Jacke und eine dunkle Hose mit zwei hellen Streifen auf jeder Seite.

Fahnder gehen von zwei Tätern aus

Am 10. Dezember vergangenen Jahres hatten Unbekannte an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs in einer blauen Sporttasche eine Rohrbombe deponiert, die allerdings keinen funktionstüchtigen Zünder hatte. Derzeit wird von zwei potenziellen Tätern ausgegangen. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt ermittelten bisher erfolglos, auch ein in der Tasche gefundenes Haar führte zunächst nicht zu den Bombenlegern.


Haar des Bonner Bombenlegers
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Die blaue Sporttasche war im Dezember noch am Gleis untersucht worden

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wenige Tage nach dem gescheiterten Anschlag an sich gezogen, weil es Hinweise auf einen radikal-islamistischen Hintergrund gegeben hatte. Es wird aber auch im rechten Spektrum gesucht.

Seltene Maßnahme der Bahn

Die Bahn unterstützt Ermittlungsarbeiten der zuständigen Behörden äußerst selten mit Prämien. Im Fall der Kölner Kofferbomber im Juli 2006 hatte das Unternehmen ebenfalls 50.000 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter ausgesetzt, nach einer Serie von Brandanschlägen 2011 auf Bahnanlagen in Berlin sogar 100.000 Euro. Die Kölner Kofferbomber wurden am Ende unter anderem auch mithilfe der Prämie überführt und zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Berliner Brandserie ist bislang weiterhin nicht aufgeklärt.


Stand: 23.01.2013, 11.00 Uhr