Solarpotenzial-Kataster im Kreis Steinfurt: Wo steht die Sonne?
Eine Solaranlage auf dem Dach lohnt sich für viele, aber längst nicht für jeden. Für den Kreis Steinfurt gibt es seit einer Woche ein neues Internetangebot. Damit können Bürger prüfen, ob sich Solarzellen auf dem eigenen Dach lohnen.

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Solarzellen auf einem Dach lohnen sich nicht für jeden
Das Solarpotenzial-Kataster funktioniert ganz einfach: Man gibt Wohnort und Adresse ein, und schon rechnet das System. Für jedes Haus spuckt das Kataster eines von drei möglichen Ergebnissen aus. Eine rot markierte Dachfläche heißt: nicht geeignet. Gelb bedeutet: eine Solaranlage ist nur bedingt zu empfehlen. Grün zeigt an: Solarmodulen für Solarstrom und Sonnenwärme steht nichts im Wege. Dazu wird angezeigt, wie groß die nutzbare Dachfläche ist, wie hoch der Ertrag in Kilowattstunden pro Jahr liegen kann und wie viel Kohlendioxid eingespart wird.
Jedes Haus im Kreis wurde mit Laserscannern erfasst
"Wir möchten unsere Bürger bei ihrer Entscheidung unterstützen, ob sie sich eine Anlage kaufen sollen", sagt Ulrich Ahlke vom kreiseigenen Verein "Haus im Glück". Die Daten habe man mit einer Überfliegung ermittelt. Der gesamte Kreis, jedes Haus, sei mit Laserscannern erfasst worden. Monika Bröckers aus Steinfurt hat die Technik für ihr Haus ausprobiert und ist begeistert: "Hier bekomme ich alles auf einen Blick und sehe auch, nach wie vielen Jahren sich die Anlage rechnet". Und: Sogar die entsprechenden Handwerker oder Finanzierungsmöglichkeiten werden mitgeliefert. Ihr Haus ist allerdings nur bedingt geeignet für eine Solaranlage, da das Dach nicht vollständig gen Süden ausgerichtet ist.
Ab 2050 nur noch Öko-Energie
Der Kreis Steinfurt ist bundesweit einer von derzeit fünf Kreisen, die solch ein Solarpotenzial-Kataster anbieten. Die Verantwortlichen des Projekts haben sich gemeinsam mit den Kreistagsfraktionen sowie der Verwaltung zum Ziel gesetzt, spätestens im Jahr 2050 so viel Energie aus regenerativen Quellen zu produzieren, dass es rein rechnerisch für alle Verbraucher ausreicht. Eines von vielen Angeboten für die Bürger ist das Kataster.
Ohne Windkraft geht es nicht
"Wir wissen, dass dies nur ein Baustein des Gesamtprojekts ist", gibt Ahlke zu. Derzeit werden in der Region lediglich rund sieben Prozent der Energie durch Sonnenkraft erzeugt. Zu den weiteren Angeboten des Vereins gehören Thermografien für Häuser. Die Eigenheime werden daraufhin untersucht, wo und wie die Dämmung verbessert werden kann, um Energie zu sparen. Trotzdem ist der Weg zum Ziel "Energieautarkie" noch lang. Der Großteil der Regenerativen muss aus Windkraftanlagen kommen. "Aber auch jeder noch so kleine Schritt für mehr Öko-Energie ist uns wichtig", sagt Ahlke. Das Kataster hat insgesamt rund 50.000 Euro gekostet. Ein Großteil des Geldes stammt aus EU-Fördermitteln für den ländlichen Raum.
Stand: 01.10.2012, 10.35 Uhr
Kommentare zum Thema (2)
letzter Kommentar: 01.10.2012, 12:20 Uhr
- MS schrieb am 01.10.2012, 12:20 Uhr:
- Richtig, auch für den Rhein-Sieg-Kreis gibt es schon lange ein Katastar für Photovoltaik-Anlagen. Mir ist unbegreiflich, warum auf der 1. Seite des WDR-Internetauftritts ein solcher Artikel erwähnt wird.
- Sauerländer schrieb am 01.10.2012, 11:32 Uhr:
- Gibt es im Sauerland schon seit 1 1/2 Jahren. Nichts Neues!
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