Skimming-Prozess in Wuppertal Sieben Jahre Haft für Banden-Chef

Bandenmäßiger Computerbetrug und Fälschung von Zahlungskarten - wegen dieser Vergehen ist der Chef einer Skimming-Bande am Dienstag (13.09.11) zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Bande hatte einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht.

Von Dortmund aus hatte der 30-jährige Rumäne mit Hilfe der Bande Manipulationen an Geldautomaten in verschiedenen Bundesländern vorgenommen und so jede Menge Geld gemacht. Insgesamt etwa eine Million Euro. Dabei war der Angeklagte "der Dreh- und Angelpunkt" ohne den gar nichts ging, sagte der Vorsitzende Richter vor dem Wuppertaler Landgericht. Nur sein umfassendes Geständnis habe ihm eine Haftstrafe von mehr als zehn Jahren erspart, so der Richter.

Skimming

Als Skimming wird das Ausspähen von EC-Kartendaten bezeichnet. Die Täter fertigen mit den geraubten Daten Kopien der Original-Karten an, sogenannte "White Plastics". Mit diesen gefälschten Karten werden später die Konten der Opfer leergeräumt. Für die Kopien brauchen die Täter die Informationen auf den Magnetstreifen der EC-Karten und die PIN. Mit Hilfe von falschen Lesegeräten, die sie an Bankautomaten anbringen, kommen die Täter an diese Informationen.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und drei Monate Haft gefordert, die Verteidiger fünf Jahre. Der Hauptangeklagte hatte als erster in dem Prozess sein Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt. Dies hatte nicht nur bei den Mitangeklagten, sondern auch in einem Parallelverfahren im thüringischen Gera Geständnisse ausgelöst.

Verteidiger: Leichtes Spiel durch mangelnde Sicherheitsstandards

Einer der Verteidiger hatte argumentiert, dass das Plündern der Konten den Angeklagten mangels einheitlicher Sicherheitsstandards in der EU sehr leicht gemacht worden sei. Die Manipulation eines Geldautomaten sei "leichter als so manchen Ikea-Schrank aufzubauen". Der Bande waren in der Anklageschrift Manipulationen an Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen und Hessen vorgeworfen worden.

Insgesamt sieben Angeklagte

Sieben Rumänen im Alter von 23 bis 49 Jahren waren angeklagt. Sechs Mitangeklagte wurden bereits verurteilt und erhielten Haftstrafen zwischen einem Jahr und dreieinhalb Jahren. Der Prozess hatte vor vier Monaten begonnen. Bei Durchsuchungen waren Minikameras und Kartenlesegeräte bei den Angeklagten gefunden worden. Die Festnahmen erfolgten in Dortmund, Lüdenscheid und Aschaffenburg. Hinter dem Datenklau sehen die Ermittler Strukturen internationaler organisierter Kriminalität. Die Hintermänner in Rumänien seien aber unbekannt geblieben.

Der Betrug durch gestohlene PIN-Nummern und Magnetstreifendaten (Skimming) stellt laut Bundeskriminalamt eine grosse Gefahr da. Video: Sieben Jahre Haft für Kreditkartenbetrug (36:00) WDR aktuell
13.09.2011

Sieben Jahre Haft für Kreditkartenbetrug


Stand: 13.09.2011, 11.37 Uhr


Kommentare zum Thema (3)

letzter Kommentar: 14.09.2011, 10:08 Uhr

müller schrieb am 14.09.2011, 10:08 Uhr:
Hoffentlich werden die Ausländischen-Gauner abgeschoben, denn sonst kosten sie uns Steuerzahlern nur weiterhin noch viel Geld.
steuerzahler schrieb am 14.09.2011, 07:21 Uhr:
Wieder einmal ein Rabatturteil der deutschen Justiz. Und dann vielleicht noch drei Jahre Einreisesperre. Ein Witzurteil verglichen mit dam angerichteten Schaden. Lang lebe die EU. Zu Zeiten einer funktionierenden UDSSR wäre diese Art wertvoller Menschen nicht auf Verbrechenstour. Offene Grenzen sind in der EU eine Einladung an organisierte Kriminelle aus dem Armenhaus des Kontinentes. Die Herren sollten ihre Zeit in einem schönen rumänischen Knast abmachen. Nix mit Ausbildung auf Steuerkosten, ca. 160 Euro netto weil sie ja einen Kamineberuf erlernen, keine über 30 Fernsehprogramme und LZB-Räume für sexuelle Bespaßung. Die in diesen Fällen gesparten Kosten könnte man in Ausbildungsmaßnahmen für lernschwache Jugendliche stecken. Aber das ist ja nicht gewollt.
heinzb aus nrw schrieb am 13.09.2011, 19:20 Uhr:
Ein Tropfen auf den Heißen Stein, die 7 Jahre, bei guter Führung ist nach 2 Drittel die Reststrafe zur Bewährung und das Geld haben die auch noch, das sind doch nur die Handlanger, die Bandenhäupter sitzen in Rumänien mit dem Geld . Das ist der Segen der Freizügigkeit und der EU, was da bei den Entscheidungen Seitens der Politik verbrochen wurde zu Lasten des Deutschen Volkes, wer urteilt da ab ???