Schwul-lesbisches Schützenfest: Königsschießen mit großer Symbolik
Deutschlands erster schwul-lesbischer Schützenverein hat nun auch eine Majestät. Die 41-jährige Anette Bornheim setzte sich am Sonntag (14.10.2012) bei einem Schießen in Köln gegen fünf Konkurrenten durch.

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Anette Bornheim, erste Majestät des schwul-lesbischen Schützenvereins
Die Kölnerin ist damit die erste Königin des Schützenvereins "St. Sebastianus und Afra". Sie vertritt den wohl ersten schwul-lesbischen Schützenverein Deutschlands nun gemeinsam mit ihrem transsexuellen Partner für ein Jahr. Mit einem gezielten Schuss holte sie beim ersten Königsschießen des Vereins den Vogel herunter. "Auch wenn ich mich gerade sehr, sehr freue, geht es uns heute vor allem um die Symbolik", sagte die Schützenkönigin am Sonntag (14.10.2012). Mit ihrem Partner will Ihre Majestät aber nicht nur im Schützenwesen eine gute Figur machen. Sie plant schon ihren Auftritt beim nächsten Kölner "Christopher Street Day".
Vereinsgründung eine Trotzreaktion
Schützenwesen und Homosexualität, Konservatismus und Moderne, wie passt das eigentlich zusammen? Nach Ansicht des "Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaft" (BHDS) nicht besonders gut. Zwar erlaubt der bundesweit größte und katholisch inspirierte Schützenverband schwule Schützenkönige. Deren Partner dürfen den Thron aber nicht mehr mit besteigen oder bei Festen und Umzügen direkt neben dem König laufen. Aus Ärger über den Verbandsbeschluss gründeten schwule und lesbische Schützen unter Federführung des 1. Brudermeisters Dirk Bachhausen Ende März 2012 in Köln den Verein "St. Sebastianus und Afra". Der heilige Sebastian ist Schutzpatron der Schützen, sagt Bachhausen. Und die heilige Afra sei die "Schutzheilige der reumütigen Frauen und Sünderinnen". Letztlich habe man einfach im Heiligenkalender geguckt, was gefällt.
Ein bisschen frischer Wind
"Es war einfach an der Zeit", sagt Bachhausen zur Gründung des besonderen Schützenvereins. "Die Idee hatten wir schon länger, aber der Auslöser war dann die Entscheidung des BHDS." Die Schützenwelt sei bei weitem nicht so homophob, wie der Beschluss des BHDS vermuten lasse. An der Basis sieht das ihm zufolge schon ganz anders aus. Er sieht den neuen Verein als Möglichkeit, ein bisschen frischen Wind in das Schützenwesen zu bringen. Die derzeit 35 Mitglieder sind im Schnitt 29 Jahre jung - ein Alter, von dem andere Schützenvereine nur träumen können.
Mit pinker Feder und Augenzwinkern
Unterstützung erhalten die neuen Schützen von der Stadt Köln. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) besuchte das Königsschießen und gab sogar den ersten Schuss ab. Die Entscheidung des Schützenbundes kann sie nicht nachvollziehen. "Hier in Köln ist es geradezu lachhaft zu versuchen, Homosexualität zu kriminalisieren", sagte die Politikerin. Was im Alltag völlig normal sei, dürfe nicht im Kleinen ausgegrenzt werden. So sieht es auch die neue Majestät Anette I. Mit Augenzwinkern und pinken Federn leistet der schwul-lesbische Schützenverein Widerstand gegen die Traditionalisten.
Stand: 14.10.2012, 17.01 Uhr
Kommentare zum Thema (22)
letzter Kommentar: 17.10.2012, 21:28 Uhr
- WDR.de schrieb am 17.10.2012, 21:28 Uhr:
- Posting wurde entfernt. Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll.
- Adama schrieb am 17.10.2012, 16:55 Uhr:
- @Jens: Rechte Spinner die was gegen "Gutmenschen" haben? Das braucht wirklich keiner!
- Jens schrieb am 16.10.2012, 22:02 Uhr:
- Braucht jemand so was? Ich nicht.
- Adama schrieb am 16.10.2012, 13:57 Uhr:
- Naja, sobald jemand das Wort "Gutmensch" benutzt, weiß man, dass sich eine weitere Diskussion mit diesem rechten Spinner nicht lohnt... Immer wieder zu sehen: Die Sprache verrät den Menschen!
- Knolli schrieb am 16.10.2012, 07:35 Uhr:
- Glückwunsch "Oooooo"! Es ist Ihnen gelungen "Oooooo"! Es ist Ihnen gelungen in nicht einmal zweieinhalb Zeilen, Ihren Character zu offenbaren...: Stramm rechts..., intollerant dass es qualmt..., voller Hass..., und voller Neid, da Sie offenbar Geltungsdrang besitzen ("ICH will auch medial wahrgenommen werden....!!! Wieso denn IMMER nur die Minderheiten...., uuäääähhh, heul!"). Sportarten sollten für alle Menschen offen sein, wenn diese sich an die Regeln DES JEWEILIGEN Sportes halten. Mir ist keine Regel im Schießsport bekannt, die sich auf die sexuelle Ausrichtung des Schützen bezieht. Also sollte ein Schützenverein auch für Lesben und Schwule offen stehen. Kleingeistige und -karierte Vereinsstatuten haben in unserer heutige Zeit nichts verloren. Aber jetzt haben diese Schützen ihren eigenen Verein..., da haben ja die heterogenen und asexuellen Vereinsmeier und Kleingeister jetzt ihre Ruhe. "Armes Deutschland" sagen die Rechten immer..., jetzt sag ich das mal....
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