Keine homosexuellen Schützenpaare Schützenverband verbannt schwule Königspaare

An der Spitze von katholischen Schützenumzügen soll es künftig in NRW keine homosexuelle Paare mehr geben. Das entschied am Sonntag (11.03.2012) ein großer Schützenverband. Demnach dürfen schwule Schützenkönige nicht mehr direkt neben ihrem gleichgeschlechtlichen Lebenspartner auftreten.


"Das öffentliche Auftreten als gleichgeschlechtliches Königspaar ist mit der christlichen Tradition der Bruderschaften nicht vereinbar", hieß es in einer Stellungnahme vom Bund der Historischen Schützenbruderschaft. 500 Delegierte haben am Sonntag (11.03.2012) in Leverkusen über einen entsprechenden Antrag von Schützen aus Paderborn und Münster abgestimmt. Dabei stimmten 450 Mitglieder für ein Verbot.


Der ursprüngliche Antrag wurde allerdings im Detail kurzfristig umformuliert: Dem Partner eines schwulen Schützenkönigs ist es demnach erlaubt, in der zweiten Reihe hinterher zu gehen. Auch eine Frau an der Seite des Schützenkönigs ist nicht mehr zwingend. Ursprünglich wurde von Verbandsmitgliedern beantragt, schwulen Schützenkönigen eine Frau an ihrer Seite bei Umzügen vorzuschreiben.

Hauptsache keine Königin


Anlass für die Abstimmung war der Fall des schwulen Schützenkönigs Dirk Winter aus Münster, der im vergangenen Sommer für Schlagzeilen gesorgt hatte. Als Kompromiss war sein Partner damals nicht in der ersten Reihe mitmarschiert, sondern hatte sich im Hintergrund gehalten. Winter selbst reagierte auf die Entscheidung am Sonntag gelassen. Er könne damit leben, sagte er und freute sich, dass er sich nun nicht noch eine Königin nehmen müsse. Für Winter endet die Thronherrschaft im Mai 2012. Vorher wird er noch einmal in Polen auftreten - allerdings ohne seinen Partner. Der wolle jetzt erst einmal seine Ruhe haben. Die Debatte sei ihm einfach zu viel geworden.

"Signal der Intoleranz"

Kritik hatte es im Vorfeld der Entscheidung auch von der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, gegeben. "Ich finde es befremdlich, dass die Schützen schwule Königspaare nicht dulden wollen", so Lüders. Es sei fraglich, ob die geplante Satzungsänderung überhaupt mit dem Diskriminierungsverbot wegen sexueller Identität in Einklang zu bringen sei.

"Schuss in den Ofen"


Der Lesben- und Schwulenverband bezeichnete diese Regelung als "Provinzposse". Nun sei der Schützen-Verband "auf dem besten Weg, sich völlig lächerlich zu machen". Es drohe ein "Schuss in den Ofen". Der Bund berufe sich dabei zwar auf seine Tradition - aber eine Tradition der Ausgrenzung sei nichts, worauf man stolz sein könne.

Der Bund der Historischen Schützenbruderschaften zählt nach eigenen Angaben etwa 400.000 Mitglieder aus 1.300 Bruderschaften in den fünf katholischen Bistümern in Nordrhein-Westfalen und dem Bistum Trier in Rheinland-Pfalz.


Stand: 11.03.2012, 16.31 Uhr


Kommentare zum Thema (258)

letzter Kommentar: 15.03.2012, 08:17 Uhr

Jürgen schrieb am 15.03.2012, 08:17 Uhr:
Hallo against homophobia, daß machen die Schützen doch. Die Schwulen hecheln doch durchs Land und wollen die Schützenkönigen und am liebsten auch noch die Maikönigin stellen. Bei CSD Paraden wollen die Heteros doch auch nicht im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. Oder ist das falsch?
PRO homo schrieb am 15.03.2012, 05:54 Uhr:
wer homosexualität als unnormal ansieht ist eindeutig HOMOPHOB. wacht endlich mal auf aus dieser verstaubten weltanschauung. wir haben 2012 verdammt!!!
against homophobia schrieb am 15.03.2012, 05:51 Uhr:
dieser (extrem HOMOPHOBE) thilo und sämtliche weitere teilnehmer dieser kommentar-spalte haben ein weltbild das erschreckend reaktionär ohne ende ist. bitte, solche menschenfeindlichen phrasen gehören ins mittelalter oder ins dritte reich. man sieht mal wieder das die christen den selben müll fabrizieren wie die achso verteufelten islam-anhänger. paradox nenne ich das. vor allem geht es niemanden etwas an wer wann wo wie warum welche vorlieben hat. aber typisch kirche, typisch konservatives, rückschrittliches weltbild und typisch deutsch eben. diese schützen sind nix weiter als verklemmte burschen die angst vor der realität haben. glücklicherweise wird sich dieser mist nicht durchsetzen können uf dauer. und thilo findet es auch noch schön das homosexualität mal verboten war und teilweise immer noch ist,faselt von artenerhaltung und der rest schwafelt weiteren nazi-müll von "normalität weil masse"etc. gegen HOMOPHOBIE kümmert euch um euren eigenen müll,das ist ja ...
Legion72 schrieb am 14.03.2012, 01:40 Uhr:
@ Stephan. Na das Hetero normal ist liegt ja auf der Hand. Zum einen sind nach wie vor der größte Teil der Menschheit so gepolt und zum anderen kann ja einzig auf dieser Basis der Weiterbestand eben selbiger Gewährleitet werden. Oder sehen Sie das anders? Gut heutzutage ließe sich auch eine 100% homosexuelle Weltbevölkerung dank künstlicher Befruchtung etc. am Leben erhalten aber so hat sich die Natur das sicher nicht gedacht. Da Sie sich aber lediglich über die am Eingang meines Postings gestellte Frage aufgeregt und mein zweites wohl gar nicht erst gelesen haben gehe ich davon aus das Sie mir ja im Grundsatz doch zustimmen. Übrigens ist Homosexualität bei Tieren zwar verbreitet ist aber lediglich eine Notlösung um den sexualtrieb zu befriedigen. Weil auch dort das Prinzip des Erhalts der eigenen Spezies im Vordergrund steht. Und Homophobie ist wieder was ganz anderes und eher selten oder sind Ihnen in letzter Zeit panisch fliehende Menschenmassen aufgefallen wenn sich Männer küssen?
Thilo schrieb am 13.03.2012, 17:45 Uhr:
Endlich kommt mal Gegenwehr gegen diese politische Korektheit und dieses Gutmenschentum. Ich habe etwas dagegen, wenn mich rotgrüne Elemente, nervende Idealisten und Weltverbesserer ständig zu einem besseren Menschen erziehen wollen. Zu einem Menschen gehören auch diverse Vorurteile. Und zu einer vernünftigen Gesellschaft gehört eine gesunde Haltung gegen alles, was eine starke Gesellschaft schwächt! Und überhaupt:War es nicht noch vor einigen Jahrzehnten so, dass Homosexualität als Krankheit galt und Homosexualität per Gesetz verboten war? Steht nicht auch heute noch in einigen Ländern auf homosexuelle Handlungen die Todesstrafe? Und die rotgrünen Gutmenschen, denen angebliche Diskriminierung von Homosexuellen, Ausländern, alleinerziehenden Müttern u.a. nicht paßt, sind ganze vorne dran, wenn es gilt, Waffenbesitzer und Konsumenten von Pornografie u.a. zu diskriminieren - offenbar wird da mit zweierlei Maß gemessen ...

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