Unglück bei Schützenfest in Hamm: Hand von Kanone abgerissen
Eine Kanone hat am Wochenende bei einem Schützenfest in Hamm zu früh gezündet und einem 34-Jährigen die Hand abgerissen. Der Mann liegt in einer Spezialklinik. Die Ursache ist weiter unbekannt, die Polizei ermittelt. Das Schützenfest wurde abgebrochen.

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Schütze erlitt laut Polizei "schwerste Handverletzungen".
Der 34-jährige Kanonier wurde am Montag (25.06.2012) weiter in einer Spezialklinik behandelt, sein Zustand soll stabil sein. Die Hand sei aber nicht mehr zu retten gewesen, sagte der Vorsitzende des Schützenvereins, René Kiese. Das Unglück ereignete sich am Samstagabend auf dem Schützenfest im Hammer Ortsteil Westtünnen. Zu Ehren des neuen Schützenpaars sollten beim Kaiserschießen drei Böllerschüsse aus einer Kanone abgefeuert werden. Zwei donnerten los. Als der 34-jähriger Schütze die Röhre des sechs Jahre alten Nachbaus einer preußischen Kanone nachladen wollte, löste sich der dritte Schuss verfrüht und verletzte ihn schwer. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.
Kriminalpolizei ermittelt

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Unglück ereignete sich beim Laden einer historischen Kanone
Die Ursache des Unglücks war am Montag noch nicht klar. Auf dem Schützenplatz machte nach dem Unglück das Gerücht die Runde, in dem Kanonenrohr habe sich noch Glut befunden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und ein Verfahren wegen fahrlässiger Körprerverletzung eingeleitet. Die Kanone wurde sichergestellt. Bereits am Samstagmittag waren laut Polizeiangaben aus der Kanone drei Schüsse abgegeben worden.
Schützenfest wurde abgebrochen
Die Besucher des Schützenfestes seien geschockt gewesen, berichtete eine Augenzeugin. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich um die Besucher. Eigentlich sollte am Abend die Proklamation des neuen Kaiserpaares anstehen. Nach dem Unglück wurde das Schützenfest abgebrochen. Ob die für das kommende Wochenende anstehenden weiteren Feierlichkeiten stattfänden, stünde noch nicht fest, sagte der Vereinsvorsitzende Kiese. Er gehe aber von einer Absage aus.
Stand: 25.06.2012, 14.03 Uhr
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 28.06.2012, 09:19 Uhr
- Eigene Selbstschuld schrieb am 28.06.2012, 09:19 Uhr:
- Mir ist der gestrige Domian-Anrufer nicht entgangen, der sich als Vereinsmitglied und Augenzeuge über die teils hämischen Kommentare beklagte. Lieber Schützenfreund. Schwarzpulver in ein heißgeschossenes Rohr stopfen - da weiss ich gar nicht, was bei mir überwiegt: totale Belustigung oder der Wunsch, sofort einen Darwin-Award in die verbliebene Hand zu strecken. Schießen ist ja so irre wichtig. Schießen, schießen! Es muss knallen. Auch schön laut, damit die Anwohner wissen, dass man Spaß hat. Und wer schießen will, bis buchstäblich die Fetzen fliegen, legt rasch das Gewehr zur Seite und nimmt ein dickeres Rohr, juchu. Weisst du, wie groß mein Mitgefühl mit euch Knall- und Sauffreaks ist?
- HC schrieb am 27.06.2012, 21:37 Uhr:
- In Zukunft besser drei Kanonenschläge nehmen - die kann man zum Glück auch mit einer Hand anzünden. Wer kein Projektil auf die Reise schicken will, sollte sich von echten Kanonen besser fernhalten, insbesondere wenn man keine Risiken einschätzen kann.
- WDR.de schrieb am 26.06.2012, 17:04 Uhr:
- Posting wurde entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und respektvoll.
- AndreasS schrieb am 25.06.2012, 14:00 Uhr:
- Ich vermute, dass evtl. Verbrennungsrückstände vom 2. Schuss im Rohr zurückblieben und vor dem Laden nicht richtig entfernt wurden. Laut Fachliteratur können sich diese (unvollständig verbrannten) Verbrennungsrückstände ggf. nochmal entzünden/aufglimmen, weshalb die Reinigung sehr wichtig sein soll. Durch die Rückstände kann es zu einer Entzündung des Schwarzpulvers beim nächsten Laden kommen. Wenn das Pulver während des Ladevorgangs bereits verdämmt wird, führt das dann nicht nur zu einer Stichflamme, sondern zu einem schweren Unfall wie obigem.
- Einer aus Hölzken schrieb am 25.06.2012, 11:31 Uhr:
- @ heinzb, schlau kombiniert, ich hatte darauf getippt, dass der Verletzte zu nah am Geschehensort gestanden hat. Wäre er z.B. zum gleichen Zeitpunkt in Rhynern beim Aldi gewesen, wäre ihm nichts passiert. Sehr schlau ihre Anmerkung und lehrreich für die Zukunft.
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