Großeinsatz der Polizei in Siegen: Tatverdächtiger gibt auf
Der schwer bewaffnete Mann, der sich nach einer gescheiterten Festnahme in seiner Wohnung in der Siegener Innenstadt verschanzt hatte, hat nach Angaben der Polizei aufgegeben. Bei der Festnahme habe er sich leicht verletzt, teilte die Polizei mit.
Mehrere Stunden lang hatte sich der Mann in seiner Wohnung verschanzt. Bei einer anschließenden Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei nach eigenen Angaben "eine Vielzahl scharfer Waffen". Einzelheiten zur Aufgabe und Festnahme des Mannes wurden nicht bekannt. Die Polizei kündigte an, sich am Donnerstag (26.04.2012) zu den Hintergründen zu äußern. Wegen des Schusses bei der missglückten Festnahme wird nun auch wegen versuchter Tötung ermittelt.
Gescheiterte Festnahme
Zwei Beamte einer Ermittlungskommission hatten zuvor nach Polizeiangaben am Mittwochmorgen (25.04.2012) gegen 10.30 Uhr den Arbeitsplatz des 28-Jährigen in einem Siegener Industriegebiet aufgesucht. Er sollte vorläufig festgenommen werden, weil er im Verdacht steht, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Dabei hatte der Mann laut Polizeiangaben die Beamten mit einer Schusswaffe bedroht und die Herausgabe ihrer Waffen verlangt. Er hatte diese genommen, einen Schuss in die Luft abgegeben und war dann in seinem Auto geflüchtet.
Tatverdächtiger bewaffnet in seiner Wohnung
"Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung wurde der Tatverdächtige an seinem Wohnort angetroffen", so die Polizei weiter. Zeugen hätten den Mann "mit einer Langwaffe" auf dem Balkon gesehen, wo er mehrere Schüsse abgegeben habe. Verletzt wurde dabei niemand. Die Polizei sperrte den Einsatzort, eine Straße mit Mehrfamilienhäusern, weiträumig ab und brachte die Anwohner in Sicherheit. Die Schüler aus zwei umliegenden Schulen wurden zunächst aufgefordert, die Schulgebäude nicht zu verlassen, später wurden sie mit Bussen abgeholt. Mit einem Hubschrauber wurden Spezialeinsatzkräfte der Polizei eingeflogen. Am Abend gab der Tatverdächtige schließlich auf und stellte sich der Polizei.
Autoschieberbande im Visier der Ermittler
Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa gehört der 28-Jährige mutmaßlich einer Bande von Autoschiebern an, die am Dienstag (24.04.2012) festgenommen werden sollte. Autodiebe sollen demnach Fahrzeuge in Köln, Bonn, Frechen und den Niederlanden gestohlen haben. Dahinter soll ein 31-jähriger Autoschieber aus Siegen stecken. Die Polizei habe ihn in einem Industriegebiet festgenommen. Außerdem habe sie fünf gestohlene Luxus-Sportwagen und zwei Lkw im Wert von 600.000 Euro in einer Werkstatthalle in Neunkirchen sichergestellt. Einige hätten schon neue Nummernschilder und gefälschte Fahrgestellnummern gehabt. Gegenüber dem WDR wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen diese Angaben weder bestätigen noch dementieren.
Stand: 25.04.2012, 21.05 Uhr
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